Gurke (Cucumis sativus)

Botanischer Name
Cucumis sativusKürbisgewächse (Cucurbitaceae)
Formen
Salatgurke, EinlegegurkeSchmorgurke für warme Gerichte
Geschmack
Frisch, mildSchale leicht herb
Herkunft
Indien, Himalaya-Vorlandseit rund 3.000 Jahren
Bekannt für
96 % Wasserdas kühlste Gemüse
Saison
Juni bis SeptemberFreiland

HerkunftDie kühle Frucht aus Indien

Gurken und Gurkenscheiben auf einem Holzbrett

„Cool as a cucumber“ - das Innere einer Gurke ist tatsächlich einige Grad kühler als die Umgebung, weil sie so viel Wasser verdunstet.

Die Gurke stammt aus dem Vorland des Himalaya in Indien, wo sie seit etwa 3.000 Jahren angebaut wird. Über Persien und Griechenland kam sie nach Rom - Kaiser Tiberius soll täglich Gurken verlangt haben, die in beweglichen Beeten der Sonne nachgefahren wurden. In Mitteleuropa ist sie seit dem Mittelalter verbreitet.

Der Spreewald ist mit seinen Einlegegurken berühmt; die „Spreewälder Gurken“ sind eine geschützte geografische Angabe. Moderne Salatgurken sind so gezüchtet, dass sie kaum noch Bitterstoffe bilden und keine Bestäubung brauchen.

NutzenWas die Gurke für dich tut

Gurken bestehen zu rund 96 Prozent aus Wasser und haben nur etwa 15 kcal pro 100 g. Sie tragen an heißen Tagen zur Flüssigkeitszufuhr bei und liefern Kalium, Vitamin K und etwas Vitamin C - überwiegend in der Schale. Wer schält, verliert einen Großteil der ohnehin kleinen Nährstoffmenge.

Milchsauer vergorene Salzgurken (ohne Essig, oft im Kühlregal oder selbst gemacht) enthalten lebende Milchsäurebakterien. Essiggurken aus dem Glas sind pasteurisiert und enthalten meist Zucker; sie sind ein Genuss, aber kein fermentiertes Lebensmittel mehr.

Äußerlich sind Gurkenscheiben ein altes Hausmittel für geschwollene Augen und gerötete Haut: Die Kühle und das Wasser beruhigen. Eine besondere Wirkung darüber hinaus ist nicht belegt - aber kühl tut gut.

96 %Wasser
ca. 15 kcalpro 100 g
ca. 16 µgVitamin K pro 100 g, vor allem in der Schale
g. g. A.Spreewälder Gurken sind geschützt

InhaltsstoffeDas steckt in der Gurke

Gurken enthalten Wasser, wenig Zucker, Kalium, Vitamin K, Vitamin C, Magnesium und in der Schale Carotinoide, Flavonoide und Kieselsäure. Der typische frische Duft stammt von Aldehyden wie Nonadienal.

In Kürbisgewächsen können Cucurbitacine vorkommen - bittere, hitzestabile Stoffe, die zu Übelkeit und Durchfall führen. Moderne Sorten sind weitgehend frei davon; bittere Enden oder ganze bittere Gurken sollte man nicht essen, besonders bei Pflanzen aus eigenem Saatgut.

Verstärkte KombinationenWas die Gurke stärker macht

Die Gurke ist Frische pur - sie liebt Dill, Joghurt, Essig und Salz.

Kräuter

mit Dill

Gurkensalat mit Dill und saurer Sahne - der deutsche Sommerklassiker.

Kühlung

mit Joghurt & Minze

Tzatziki, Raita, Cacık - Gurke und Joghurt kühlen scharfe Gerichte.

Fermentation

milchsauer eingelegt

Salzgurken in 2- bis 3-prozentiger Salzlake mit Dill und Knoblauch.

Nährstoffe

mit Schale

Gut waschen, Bio kaufen, Schale dranlassen.

Asiatisch

mit Sesam & Reisessig

Gurkensalat mit Sesamöl, Chili und Knoblauch.

Getränk

im Wasser

Gurkenscheiben und Minze im Wasserkrug.

Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen

Bitter

nicht bittere Gurken

Cucurbitacine - bittere Stücke wegwerfen.

Salzen

nicht zu früh salzen im Salat

Salz zieht Wasser - erst kurz vor dem Servieren.

Essiggurken

nicht als probiotisch verbuchen

Essiggurken sind pasteurisiert - lebende Kulturen nur in milchsauren Salzgurken.

Salz

nicht in Mengen bei Bluthochdruck

Eingelegte Gurken sind sehr salzreich.

Lagerung

nicht neben Paradeiser & Äpfeln

Ethylen lässt Gurken schnell gelb und weich werden.

Lagerung

nicht zu kalt

Unter 7 °C bekommen Gurken Kälteschäden - im Gemüsefach nur kurz.

In der KücheWo sie hingehört

  • GurkensalatMit Dill, saurer Sahne oder Essig-Öl.
  • TzatzikiMit Joghurt, Knoblauch und Olivenöl.
  • SalzgurkenMilchsauer mit Dill und Senfsaat.
  • SchmorgurkenMit Faschiertes oder Dill-Sahnesauce.
  • Kalte GurkensuppeMit Joghurt und Minze.
  • RaitaIndisch zu Curry.
  • Smashed CucumberChinesisch mit Sesam und Chili.
  • GurkenwasserMit Minze und Zitrone.
  • SandwichMit Frischkäse - britisch.
  • GazpachoMit Paradeiser und Paprika.
Faustregel: Für knackigen Gurkensalat die Scheiben leicht salzen, 10 Minuten ziehen lassen, das Wasser ausdrücken und dann erst das Dressing dazugeben.

Als HausmittelGurkenscheiben für Augen und Haut

So geht’s

Kühle Gurkenauflage

  1. Eine Gurke waschen und für 30 Minuten in den Kühlschrank legen.
  2. In etwa 5 mm dicke Scheiben schneiden.
  3. Bei geschlossenen Augen auf die Lider legen oder auf gerötete Haut nach der Sonne.
  4. 10 bis 15 Minuten liegen lassen, bei Erwärmen erneuern.
Wofür

Müde, geschwollene Augen und leicht gerötete, gereizte Haut nach der Sonne. Die Kühle zieht die Gefäße zusammen und beruhigt. Das ist ein Kühlmittel, kein Heilmittel.

Menge

Nach Bedarf. Nicht auf offene Haut oder bei Blasenbildung - ein echter Sonnenbrand mit Blasen gehört gekühlt und bei Fieber oder großflächig zum Arzt.

Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen

Ayurveda

Die Gurke (Trapusha) gilt im Ayurveda als süß, kühlend und schwer - ideal bei Pitta und Hitze, harntreibend und durststillend. Bei Kapha und Vata sollte sie maßvoll und mit etwas Pfeffer oder Kreuzkümmel gegessen werden.

Traditionelle Chinesische Medizin

In der TCM ist die Gurke (Huang Gua) süß und kühl. Sie soll Hitze klären, Durst stillen, das Wasserlassen fördern und Schwellungen reduzieren - das klassische Sommergemüse bei Hitze.

WarnhinweiseWann du aufpassen solltest

Bitte beachten

  • Bitterstoffe: bittere Gurken nicht essen.
  • Salz: eingelegte Gurken sind salzreich.
  • Histamin: eingelegte und fermentierte Gurken bei Histaminintoleranz vorsichtig.
  • Allergie: selten, Kreuzreaktion mit Melone und Beifuß möglich.
  • Blutverdünner: Vitamin K in üblichen Mengen unproblematisch.

Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.

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QuellenWorauf sich das stützt

  1. Mukherjee PK et al. Phytochemical and therapeutic potential of cucumber. Fitoterapia 2013; 84: 227–236.
  2. Bundesinstitut für Risikobewertung: Bittere Zucchini, Kürbisse und Gurken nicht verzehren.
  3. Marco ML et al. Health benefits of fermented foods: microbiota and beyond. Current Opinion in Biotechnology 2017; 44: 94–102.
  4. Aune D et al. Fruit and vegetable intake and the risk of cardiovascular disease, total cancer and all-cause mortality - a systematic review and dose-response meta-analysis of prospective studies. International Journal of Epidemiology 2017; 46(3): 1029–1056.
  5. USDA FoodData Central: Cucumber, with peel, raw.