Wissen · Nährstoff-Atlas

Was ankommt, nicht was draufsteht.

Zwölf Steckbriefe: welche Form, wann, womit, und was du dir sparen kannst. Jeder passt auf einen Bildschirm, das passende Produkt steht direkt daneben. Wer tiefer will, klappt das ganze Kapitel auf.

  • 12Steckbriefe
  • 20Sekunden pro Antwort
  • 9passende Produkte

Hinweis: Alle Inhalte dienen der Aufklärung und Bildung. Sie ersetzen keine ärztliche Diagnose, Behandlung oder individuelle Beratung. Bei Beschwerden oder vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sprich bitte mit einer Ärztin oder einem Arzt.

Zucker pro Portion, 25 g sind das Tagesziel

Cola, 0,5 l53 g
Knuspermüsli, 100 g21 g
Orangensaft, 200 ml17,6 g
Fruchtjoghurt, 150 g15 g
Ketchup, 25 g5,7 g

So machst du es

  • Getränke zuerst umstellen, das ist der größte Hebel
  • Zutatenliste lesen: Zucker trägt viele Namen
  • Süßes nach dem Essen, nicht zwischendurch

Aufpassen

  • Saft zählt wie Limonade
  • „Ohne Zuckerzusatz“ heißt nicht zuckerfrei
  • Schlank schützt nicht: Das Risiko bleibt auch ohne Gewicht erhöht

Merk dir: 25 g am Tag empfiehlt die WHO. Rechnerisch stehen in Deutschland pro Kopf rund 90 g bereit.

Was du stattdessen tust

1Frühstück ohne Zucker: Haferflocken, Nüsse, Beeren
2Eine Woche nur Wasser, Tee und Kaffee ohne Zucker
3Süßes bewusst: einmal am Tag, nach dem Essen

Kein Produkt in diesem Kapitel. Nur Wissen.

Ganzes Kapitel 01 lesen, mit Zahlen und Quellen
Kapitel 01 · Der falsche Zucker

Süß. Still. Systematisch.

Nicht Zucker an sich ist das Problem, sondern seine raffinierte, isolierte Form in Mengen, für die unser Körper nie gebaut wurde.

25 g
empfiehlt die WHO maximal pro Tag an freiem Zucker (ideal)
≈90 g
stehen in Deutschland rechnerisch pro Kopf und Tag zur Verfügung - 33,2 kg im Jahr
3.6 ×
über der Empfehlung, meist unbemerkt, versteckt in Fertigprodukten

Erkrankungen im Zusammenhang mit hohem Zuckerkonsum

Stärke der wissenschaftlichen Evidenz · qualitative Einordnung nach Metaanalysen & WHO
Karies

sehr stark

Adipositas

sehr stark

Typ-2-Diabetes

stark

Fettleber (NAFLD)

stark

Herz-Kreislauf

stark–mittel

Gicht

mittel

Depression

wachsend

Krebsrisiko

wachsend

Gleiche Süße, anderer Körper

Blutzucker-Antwort (schematisch) über 2 Stunden

0 min60 min120 minhochØ

Limonade / IndustriezuckerGanzer Apfel

Warum der Unterschied?

Der „richtige“ Zucker kommt nie allein

In der Frucht ist Zucker verpackt, in Ballaststoffe, Wasser, Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe. Diese Verpackung bremst die Aufnahme, sättigt und nährt das Mikrobiom.

Raffinierter Zucker ist dieselbe Substanz ohne Verpackung: Er flutet das Blut, zwingt die Bauchspeicheldrüse zu Insulinspitzen - und der Absturz danach ruft nach der nächsten Dosis. Ein Kreislauf, den die Natur nie vorgesehen hat.

Zahl 1 · Deutschland

Es werden jedes Jahr mehr

Zwei Linien, zwanzig Jahre. Grün: wie viele Erwachsene in Deutschland Diabetes haben. Orange: wie viele stark übergewichtig sind. Beide gehen nach oben, ohne Pause.

0 %5 %10 %15 %20 %200320102017202412,2 %19,7 %5,8 %10,3 %

starkes ÜbergewichtDiabetes

2003 hatte etwa jeder 17. Erwachsene Diabetes. Heute ist es jeder 10.

9,3 Mio.Menschen in Deutschland haben Typ-2-Diabetes. Rund 2 Millionen weitere wissen noch nichts davon.
1.400neue Diagnosen. Nicht im Monat, sondern an jedem einzelnen Tag.
12 Mio.werden für 2040 erwartet, wenn alles so weiterläuft wie bisher.

Quelle: Robert Koch-Institut, Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2026.

Zahl 2 · Im Körper

Was eine Flasche Limo mit dir macht

Einen Apfel muss dein Körper erst zerlegen. Eine Limo nicht. Der Zucker ist schon flüssig und geht fast direkt ins Blut. Das ist der ganze Unterschied.

  1. SofortIn der Flasche stecken 53 Gramm Zucker. Das sind 18 Stück Würfelzucker. Die trinkst du in zwei Minuten weg. Essen würdest du sie nie.
  2. Nach 30 bis 60 MinutenDein Blutzucker ist auf dem Höchststand. Je flüssiger und je weniger Ballaststoffe dabei sind, desto steiler der Anstieg.
  3. Nach 1 bis 2 StundenDein Körper schüttet Insulin aus und holt den Wert wieder runter. Ist der Stoffwechsel schon überlastet, dauert das deutlich länger.
  4. Nach 2 bis 5 StundenJetzt kann es nach unten kippen: Heißhunger, Müdigkeit, du kannst dich schlecht konzentrieren. Und greifst zum nächsten Süßen. Der Kreis beginnt von vorn.
  5. Nach ein paar WochenIn einer Studie tranken junge Männer sieben Wochen lang täglich knapp 0,8 Liter Softdrink. Danach baute ihre Leber doppelt so viel Fett auf wie vorher.

Ein einziges Getränk am Tag reicht, damit dein Körper dauerhaft im Ausnahmezustand arbeitet.

Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft, Berufsverband Deutscher Internisten, Universität Zürich (2021).

Zahl 3 · Versteckter Zucker

Wo der Zucker wirklich sitzt

Ein Stück Würfelzucker wiegt 3 Gramm. Die Weltgesundheitsorganisation nennt als gutes Tagesziel etwa 25 Gramm, also 8 Würfel. Grün heißt: passt noch. Rot heißt: darüber.

Cola, 0,5 l
53 g
Knuspermüsli, 100 g
21 g
Orangensaft, 200 ml
17,6 g
Fruchtjoghurt, 150 g
15 g
Eistee, 250 ml
11–22 g
Müsliriegel, 25 g
9 g
Nuss-Nougat-Creme, 15 g
8,4 g
Ketchup, 25 g
5,7 g
Honig, 1 EL (21 g)
≈17 g
innerhalb der 8 Würfeldarüber hinaus

Eine halbe Flasche Cola sind 18 Würfel. Das Tagesziel ist damit mehr als doppelt überschritten, vor dem Frühstück.

Quelle: Zuckerliste der LAG Berlin (2024), Verbraucherzentrale NRW, WHO. Beim Eistee schwankt der Wert je nach Marke stark.

Zahl 4 · Der häufigste Irrtum

Es liegt nicht nur am Gewicht

Viele denken: Zucker macht dick, und dick macht krank. Also müsste es reichen, schlank zu bleiben. Die Studien zeigen etwas anderes. Auch wenn man das Körpergewicht herausrechnet, bleibt das Risiko erhöht.

+18 %mehr Typ-2-Diabetes je Glas Süßgetränk pro Tag. Rechnet man das Gewicht heraus, bleiben immer noch +13 Prozent.
+9 %höheres Risiko für Herz und Kreislauf, ebenfalls je Glas pro Tag.
23 %der Erwachsenen in Deutschland haben eine Fettleber, ohne je viel Alkohol getrunken zu haben.

Quelle: Übersichtsarbeiten im BMJ (2015) und in Nutrients (2021), Leitlinie der DGVS.

Quellen: WHO Guideline „Sugars intake for adults and children“ (2015) · DGE-Ernährungsbericht · Metaanalysen u. a. Te Morenga et al., BMJ 2013. Kurven schematisch.

Zucker in 100 g

Haushaltszucker100 g
Bienenhonig≈80 g
Dattelsirup≈68 g

So machst du es

  • Beim Imker kaufen, der Standort steht auf dem Glas
  • Fest werden ist ein Gütezeichen: nur unbehandelter Honig kristallisiert
  • Erst in den Tee, wenn er trinkwarm ist

Aufpassen

  • „Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern“: verschnitten und erhitzt
  • Speisehonig nie auf offene Wunden
  • Nicht für Säuglinge im ersten Lebensjahr

Merk dir: Die 25 g der WHO gelten auch für Honig. Er schmeckt süßer als Zucker, also reicht weniger.

Was du stattdessen tust

1Ein Glas vom Imker in deiner Nähe, Sorte nach Geschmack: Akazie flüssig, Raps streichzart, Wald herb
2Ein Teelöffel gezielt, nicht löffelweise „weil gesund“
3Manuka nur mit MGO-Zahl und aus verlässlicher Quelle

Honig kommt in unseren Shop. Bis dahin: der Imker um die Ecke.

Ganzes Kapitel 02 lesen, mit Zahlen und Quellen
Flüssiges Gold

Honig ist kein Zuckerersatz. Er ist ein eigenes Lebensmittel.

Wer Honig nur als süßen Aufstrich sieht, verkennt ihn. Er ist eines der ältesten Heilmittel der Menschheit - und das ist keine Romantik, sondern Aktenlage. Im Papyrus Ebers, einer ägyptischen Sammlung aus der Zeit um 1550 vor Christus, taucht Honig in Hunderten von Rezepturen auf. Im Ayurveda gilt er seit Jahrtausenden als eigene Substanzklasse, in der Traditionellen Chinesischen Medizin als Träger, der die Wirkung anderer Kräuter erst erschließt. In den Grabkammern der Pharaonen fanden Archäologen Honig, der nach über dreitausend Jahren nicht verdorben war.

Und heute steht er im Operationssaal

Das Bemerkenswerteste an Honig ist nicht seine Vergangenheit, sondern seine Gegenwart: Medizinischer Honig ist in Deutschland ein zugelassenes Medizinprodukt. Kliniken setzen ihn bei chronischen, schlecht heilenden Wunden ein, bei großflächigen Verletzungen und bei Wunden, die mit antibiotikaresistenten Keimen wie MRSA besiedelt sind. Kein Naturheilmittel-Marketing - eine reguläre Zulassung.

Bitte nicht verwechseln: Dieser medizinische Honig wird eigens keimfrei gemacht. Speisehonig aus dem Glas gehört niemals auf eine offene Wunde - er ist nicht sterilisiert und kann Keime eintragen. Was in der Klinik gilt, gilt nicht in der Küche.

Aber nur der echte verdient den Namen

Und hier wird es unbequem. Weltweit wird etwa sieben Mal mehr Honig verbraucht als erzeugt. Diese Lücke füllt niemand mit Bienen. Sie wird mit Zuckersirup gefüllt, mit Streckung, mit Verschnitt.

Das Etikett verrät es. Steht dort „Mischung von Honig aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern", hältst du zusammengekaufte Ware aus aller Welt in der Hand - verschnitten und erwärmt, damit sie streichfähig bleibt und sich maschinell abfüllen lässt. Genau diese Wärme kostet ihn das, was ihn ausmacht: Enzyme, Pollen, Aroma- und Begleitstoffe. Übrig bleibt goldfarbener Sirup.

Beim Imker steht drauf, wo er herkommt - oft bis zum Standort der Völker. Kalt geschleudert, nicht hocherhitzt, nicht feinstgefiltert. Dass er mit der Zeit fest wird, ist kein Makel, sondern der Beweis: Nur unbehandelter Honig kristallisiert.

Die Sorten. Akazie bleibt lange flüssig, weil besonders fruchtzuckerreich. Raps wird schnell fest und streichzart. Waldhonig ist dunkel und herb, weil er nicht aus Blüten stammt, sondern aus Honigtau. Und Manuka aus Neuseeland trägt eine MGO-Zahl auf dem Glas, die seinen Methylglyoxal-Gehalt angibt - je höher, desto gesuchter und teurer.

Eine Sache bleiben wir dir schuldig

Wir sind erklärte Anhänger des Honigs - und gerade deshalb sagen wir dir auch das: Honig besteht zu rund 80 Prozent aus Zucker, und die Weltgesundheitsorganisation zählt ihn zu den freien Zuckern. Die 25-Gramm-Empfehlung von oben gilt also auch für ihn.

100 g

Zucker in 100 g Haushaltszucker - der Vergleichswert.

≈80 g

Zucker in 100 g Bienenhonig. Der Rest ist überwiegend Wasser.

≈68 g

Zucker in 100 g Dattelsirup, ebenfalls ein freier Zucker.

Das ist kein Widerspruch zu allem davor, sondern die Gebrauchsanweisung. Honig ist nichts, was man löffelweise isst, weil er gesund sei. Er ist etwas, das man gezielt einsetzt - und dann bitte in einer Qualität, die den Aufwand wert ist. Weil er durch den hohen Fruchtzuckeranteil süßer schmeckt als Zucker, kommt man ohnehin mit weniger aus.

Praktisch: Nicht in kochend heißen Tee rühren. Erst wenn das Getränk auf Trinktemperatur abgekühlt ist, bleibt erhalten, wofür du bezahlt hast. Und Honig gehört nicht in die Ernährung von Säuglingen im ersten Lebensjahr.

Quellen: Papyrus Ebers (um 1550 v. Chr.); Weltgesundheitsorganisation, Empfehlung zu freien Zuckern; Institut für Bienenkunde der Humboldt-Universität zu Berlin; deutsche Honigverordnung; Fachliteratur zur Wundversorgung mit medizinischem Honig.

Vollwertig gegen industriell

Energiestabil über den TaggegenSpitzen, Crashs, Nachmittagstief
Darmvielfältiges MikrobiomgegenEmulgatoren stören die Flora
HautAntioxidantien schützengegenZucker verzuckert Kollagen
AbwehrEntzündungen reguliertgegenstille Entzündungen schwelen
Schlaferholsam, stabile StimmunggegenUnruhe im Takt des Blutzuckers

So machst du es

  • Kurze Zutatenlisten kaufen, alles andere ist verarbeitet
  • Bitterstoffe und Fermentiertes regelmäßig auf den Tisch
  • Einmal die Woche komplett selbst kochen, dann öfter

Aufpassen

  • „Bio“ schützt nicht vor ultra-verarbeitet
  • Light-Produkte sind oft stärker verarbeitet als das Original
  • Emulgatoren stehen als E-Nummern in der Zutatenliste

Merk dir: Die Gegenüberstellung ist vereinfacht, aber sie beruht auf der Studienlage zu ultra-verarbeiteten Lebensmitteln.

Bitterstoff-TropfenPasst zu diesem KapitelBitterstoff-Tropfen

Bitterstoffe aus Kräutern, ohne Zucker. Das, was in verarbeiteter Kost als Erstes fehlt.

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Ganzes Kapitel 03 lesen, mit Zahlen und Quellen
Kapitel 02 · Zwei Körper, zwei Welten

Dein Körper isst mit.

Links: ein Mensch, der sich von reiner Natur ernährt. Rechts: derselbe Mensch - mit Konservierungsstoffen, Emulgatoren und Industriezucker. Scroll und vergleiche.

Vollwertig ernährt

Energie

Stabile Energie über den ganzen Tag - der Blutzucker bleibt ruhig.

gegen

Zucker-Spitzen, Crashs und das berühmte Nachmittagstief.

Darm

Ein vielfältiges Mikrobiom, genährt von Ballaststoffen & Bitterstoffen.

gegen

Emulgatoren & Konservierer stören die Darmflora nachweislich.

Haut

Klares Hautbild - Antioxidantien schützen die Zellen.

gegen

Zucker verzuckert Kollagen (AGEs): Unreinheiten, frühere Hautalterung.

Immunsystem

Starke, ausgeglichene Abwehr - Entzündungen werden reguliert.

gegen

Stille Entzündungen schwelen dauerhaft im Hintergrund.

Schlaf & Psyche

Erholsamer Schlaf, stabile Stimmung, klare Gedanken.

gegen

Unruhe, Heißhunger und Stimmungsschwankungen im Takt des Blutzuckers.

Industriell geprägt

Vereinfachte Gegenüberstellung auf Basis der Studienlage zu ultra-verarbeiteten Lebensmitteln (u. a. NOVA-Klassifikation, Monteiro et al.; Chassaing et al., Nature 2015 zu Emulgatoren). Kein medizinischer Rat.

Form zählt, Einordnung aus dem Kapitel

Bisglycinat90 · Nerven, Schlaf
Citrat85 · Muskeln, Verdauung
Malat75 · Energie
L-Threonat70 · Gehirn
Orotat65 · Herz
Oxid15 · kaum verwertbar

So machst du es

  • Bisglycinat abends, wenn es um Nerven und Schlaf geht
  • Citrat für Muskeln und Verdauung, bei empfindlichem Darm niedriger dosieren
  • Malat eher morgens, bei Müdigkeit

Aufpassen

  • Hochdosierte Mineralien zeitversetzt nehmen, nicht alle zur selben Mahlzeit
  • Weicher Stuhl: Dosis runter
  • Nierenprobleme: vorher ärztlich klären

Merk dir: Auf der Dose steht meist die Verbindung, nicht das Mineral. Die Zeile, die zählt, heißt „davon Magnesium“.

MagnesiumcitratPasst zu diesem KapitelMagnesiumcitrat

Citrat: schnell verfügbar, gut belegt, 85 von 100 im Kapitel. Für Muskeln und Verdauung.

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Ganzes Kapitel 04 lesen, mit Zahlen und Quellen
Kapitel 03 · Supplemente verstehen

Magnesium ist nicht gleich Magnesium.

Auf der Packung steht „Magnesium“ - entscheidend ist aber die Verbindung dahinter. Sie bestimmt, wie viel dein Körper wirklich aufnimmt und wo es wirkt.

Gut belegt

90

Bisglycinat

Nerven · Schlaf · Stress

An die Aminosäure Glycin gebunden - sehr gut verträglich, hohe Aufnahme, beruhigende Begleitwirkung. Ideal am Abend.

Gut belegt

85

Citrat

Muskeln · Verdauung

Schnell verfügbar und gut belegt. Regt zusätzlich die Verdauung an - bei empfindlichem Darm niedriger dosieren.

75

Malat

Energie · Müdigkeit

An Apfelsäure gebunden, die im Energiestoffwechsel (Citratzyklus) mitspielt. Beliebt bei Erschöpfung - eher morgens.

70

L-Threonat

Gehirn · Gedächtnis

Die einzige Form, die die Blut-Hirn-Schranke gut passiert. Spannend für Fokus & kognitive Gesundheit - aber teuer.

65

Orotat

Herz · Gefäße

An Orotsäure gebunden, traditionell in der Kardiologie erforscht. Nischenform mit interessanter Studienlage fürs Herz.

Sparversion

15

Oxid

- kaum verwertbar

Die billigste und häufigste Form im Drogerieregal. Aufnahme nur ~4 % - der Rest wirkt abführend. Viel Pulver, wenig Wirkung.

Score = relative Einordnung aus Bioverfügbarkeit, Verträglichkeit & Studienlage. Quellen u. a.: Firoz & Graber, Magnes Res 2001 (Oxid ~4 %) · Walker et al. 2003 (Citrat vs. Oxid) · Slutsky et al., Neuron 2010 (Threonat). Individuelle Aufnahme variiert.

Wohin das Kalzium geht

Sonne oder D3: Kalzium ins BlutSchritt 1
Plus K2 (MK-7): lenkt gezieltSchritt 2
Ziel: Knochen, stark und dichtgut
Ohne K2: Kalzium in den GefäßwändenRisiko

So machst du es

  • Zur fetthaltigen Mahlzeit einnehmen, D3 ist fettlöslich
  • Typisch 1.000 bis 2.000 I.E. D3 plus rund 100 µg K2 als MK-7
  • Im Winter bildet die Haut hierzulande kaum D3

Aufpassen

  • Blutverdünner (Vitamin-K-Antagonisten): vorher ärztlich abklären
  • Hoch dosiertes D3 ohne K2 kann Kalzium am falschen Ort ablagern
  • Spiegel messen lassen statt raten

Merk dir: Zwei Vitamine, eine Aufgabe. D3 öffnet die Tür, K2 lenkt den Verkehr.

Vitamin D3 + K2Passt zu diesem KapitelVitamin D3 + K2

Tropfen in Öl, K2 als MK-7. Genau die Kombination aus dem Kapitel.

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Ganzes Kapitel 05 lesen, mit Zahlen und Quellen
Kapitel 04 · Das Team im Hintergrund

Vitamin D3 arbeitet nie allein.

D3 holt Kalzium ins Blut - aber erst K2 weist ihm den Weg: in die Knochen, nicht in die Arterien. Zwei Vitamine, eine Aufgabe.

Vitamin D3

Öffnet die Tür

D3 (Cholecalciferol) steuert die Kalzium-Aufnahme aus dem Darm und reguliert über 200 Gene - von Immunsystem bis Stimmung. Im Winter bildet die Haut hierzulande kaum welches. Öl-basiert einnehmen, denn D3 ist fettlöslich.

Vitamin K2

Lenkt den Verkehr

K2 (idealerweise als MK-7) aktiviert Proteine wie Osteocalcin, die Kalzium in den Knochen einbauen - und Matrix-GLA, das es aus den Gefäßwänden fernhält. Ohne K2 kann hoch dosiertes D3 Kalzium am falschen Ort ablagern.

Sonne / D3Kalzium ins Blut
→
+ K2 (MK-7)lenkt gezielt
→
Knochenstark & dicht
→
ohne K2Gefäß-Verkalkung

Häufig sinnvoll kombiniert; typische Ergänzung 1000–2000 I.E. D3 + ~100 µg K2 (MK-7). Bei Blutverdünnern (Vitamin-K-Antagonisten) ärztlich abklären. Quellen u. a.: Maresz, Integr Med 2015 · van Ballegooijen et al., Int J Endocrinol 2017. Kein medizinischer Rat.

Anteil direkt verfügbarer EPA und DHA

Algenöldirekt, vegan
Fischöldirekt
Fettfischdirekt
LeinölALA, 5 bis 10 %
WalnüsseALA, ≈5 %

So machst du es

  • Algenöl oder Fischöl mit EPA und DHA
  • Auf Frische achten, Stichwort Totox-Wert
  • Omega-6-lastige Öle zurückfahren, dann stimmt das Verhältnis eher

Aufpassen

  • Leinöl und Walnüsse allein reichen nicht, der Körper wandelt nur wenige Prozent um
  • Vegan: Algenöl statt Fischöl
  • Fischöl kühl und dunkel lagern

Merk dir: Das Verhältnis kippte von einst rund 2 zu 1 auf heute oft 15 zu 1.

Omega-3 aus AlgenölPasst zu diesem KapitelOmega-3 aus Algenöl

EPA und DHA direkt aus der Alge, ohne Fisch. Die Quelle, die im Kapitel ganz oben steht.

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Ganzes Kapitel 06 lesen, mit Zahlen und Quellen
Kapitel 05 · Das richtige Fett

Es geht nicht um mehr, sondern ums Verhältnis.

Unsere Ernährung liefert reichlich Omega-6, aber kaum Omega-3. Das Verhältnis kippte von einst ~2:1 auf heute oft 15:1 - und Omega-6 im Übermaß befeuert stille Entzündungen.

15:1Omega-6 : Omega-3

Nicht alle Omega-3-Quellen sind gleich

Pflanzliche Quellen liefern ALA - der Körper wandelt davon nur wenige Prozent in die aktiven Formen EPA und DHA um. Direkt verfügbar sind sie aus Fisch und Algen.

Algenöl EPA + DHA, vegan
direkt
Fischöl EPA + DHA
direkt
Fettfisch Lachs, Makrele
direkt
Leinöl nur ALA
~5–10 %
Walnüsse nur ALA
~5 %

Balken = Anteil direkt verfügbarer aktiver Omega-3 (EPA/DHA). Achte auf Frische (Totox-Wert) und eine Algen-Alternative für vegane Ernährung. Quellen u. a.: Simopoulos, Biomed Pharmacother 2002 (Verhältnis) · EFSA-Empfehlungen zu EPA/DHA. Kein medizinischer Rat.

Einordnung aus dem Kapitel

Steviagut geeignet
Erythritgut geeignet
Xylitin Maßen
Honigin Maßen
Aspartamumstritten
Sucraloseeher meiden
AgavendicksaftZuckerfalle

So machst du es

  • Erythrit zum Backen, es wird kaum verstoffwechselt
  • Reine Steviolglykoside statt Mischungen
  • Die Schwelle für Süße langsam senken

Aufpassen

  • Xylit ist hochgiftig für Hunde
  • Sucralose nicht erhitzen
  • Zuckeralkohole in großen Mengen wirken abführend

Merk dir: Einordnung als Orientierung, nicht als Verbot.

Was du stattdessen tust

1Kaffee und Tee zwei Wochen ohne Süße, danach schmeckt beides anders
2Erythrit als Übergang, dann weniger
3Agavendicksaft aus dem Schrank verbannen

Kein Produkt in diesem Kapitel. Nur Wissen.

Ganzes Kapitel 07 lesen, mit Zahlen und Quellen
Kapitel 06 · Süße ohne Zucker?

Zuckerfrei heißt nicht automatisch harmlos.

Süßstoffe sparen Kalorien - doch manche irritieren das Mikrobiom oder halten die Lust auf Süßes wach. Es gibt bessere und schlechtere Wege.

Süßungsmittel
Kalorien
Einordnung
Das Wichtigste
SteviaPflanzlich
0 kcal
Gut geeignet
Aus den Blättern der Steviapflanze. Kein Effekt auf den Blutzucker; auf reine Steviolglykoside statt Mischungen achten.
ErythritZuckeralkohol
≈0 kcal
Gut geeignet
Wird kaum verstoffwechselt, sehr gut verträglich. Ideal zum Backen. In großen Mengen leicht abführend.
XylitZuckeralkohol
~2,4 kcal/g
In Maßen
Gut für die Zähne, aber darmreizend bei höheren Mengen - und hochgiftig für Hunde. Achtung im Haushalt mit Tieren.
AspartamSynthetisch
≈0 kcal
Umstritten
2023 von der IARC als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft, innerhalb üblicher Mengen aber als tolerierbar bewertet. Wir meiden es lieber.
SucraloseSynthetisch
≈0 kcal
Eher meiden
Hitzeempfindlich (Backen kann Nebenprodukte bilden); neuere Studien deuten auf Störungen des Mikrobioms hin.
Honignatürlich
~304 kcal/100 g
In Maßen
Naturbelassen mit Enzymen, Antioxidantien und Spurenelementen, die beste Wahl unter den natürlichen Süßungsmitteln. Bleibt aber echter Zucker: sparsam verwenden und nicht über 40 Grad erhitzen, sonst gehen die Enzyme verloren.
Agavendicksaft„natürlich“
~310 kcal/100g
Zuckerfalle
Klingt gesund, ist aber sehr fruktosereich - belastet die Leber ähnlich wie Industriezucker. Ehrlich betrachtet kein Fortschritt.

Einordnung als Orientierung, nicht als Verbot. Der beste Weg bleibt, die Geschmacksschwelle für Süße insgesamt zu senken. Quellen u. a.: WHO-Leitlinie zu Süßstoffen (2023) · IARC/JECFA zu Aspartam (2023) · Suez et al., Nature 2014 (Mikrobiom).

Ballaststoffe je 100 g

Chiasamen34 g
Leinsamen27 g
Linsen, gekocht16 g
Haferflocken10 g
Vollkornbrot8 g
Brokkoli3 g

So machst du es

  • Chia oder Leinsamen ins Frühstück
  • Fermentiertes dazu: Sauerkraut, Kefir, Kimchi
  • Hülsenfrüchte und Vollkorn statt Weißmehl

Aufpassen

  • Emulgatoren und Zusatzstoffe aus ultra-verarbeiteten Produkten
  • Sehr viel Zucker und raffiniertes Weißmehl
  • Ständiges Snacken ohne Pausen für die Verdauung

Merk dir: Billionen Bakterien beeinflussen Immunsystem, Stoffwechsel und Stimmung. Ihr Futter sind Ballaststoffe.

ChiasamenPasst zu diesem KapitelChiasamen

34 g Ballaststoffe auf 100 g, Spitzenreiter im Kapitel. Zwei Esslöffel ins Frühstück.

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Ganzes Kapitel 08 lesen, mit Zahlen und Quellen
Kapitel 07 · Darm & Mikrobiom

Die Wurzel sitzt im Darm.

Billionen Bakterien verdauen, was wir selbst nicht können - und beeinflussen Immunsystem, Stoffwechsel und sogar die Stimmung. Ihr Futter: Ballaststoffe und Vielfalt.

30 g
Ballaststoffe empfiehlt die DGE pro Tag
≈18 g
nehmen wir in Deutschland im Schnitt tatsächlich zu uns
30
verschiedene Pflanzen pro Woche - Richtwert für ein vielfältiges Mikrobiom

Ballaststoff-Quellen

Gehalt in Gramm pro 100 g · gerundet
Chiasamen

34 g

Leinsamen

27 g

Linsen (gekocht)

16 g

Haferflocken

10 g

Vollkornbrot

8 g

Brokkoli

3 g

Das nährt den Darm

  • Ballaststoffe aus Gemüse, Hülsenfrüchten, Vollkorn
  • Fermentiertes: Sauerkraut, Kefir, Joghurt, Kimchi
  • Polyphenole aus Beeren, Kräutern, Olivenöl, Kakao
  • Vielfalt - viele verschiedene Pflanzen statt immer dasselbe

Das belastet den Darm

  • Emulgatoren & Zusatzstoffe aus ultra-verarbeiteten Produkten
  • Sehr viel Zucker und raffiniertes Weißmehl
  • Alkohol im Übermaß
  • Ständiges Snacken ohne Pausen für die Verdauung

Quellen u. a.: DGE-Referenzwert Ballaststoffe (30 g/Tag) · American Gut Project (Vielfalt/„30 Pflanzen“) · Chassaing et al., Nature 2015 (Emulgatoren). Bildungsinhalt, keine Heilaussage.

Was sich hilft und was sich blockiert

Eisen + Vitamin C, z. B. Linsen mit Paprikaverstärkt
Kurkuma + schwarzer Pfefferstark verstärkt
D3 und K2 + Fettnötig
Eisen + Kaffee oder Teehemmt
Kalzium + Eisen zur selben Mahlzeitkonkurriert

So machst du es

  • Eisen immer mit Vitamin C kombinieren
  • Kurkuma nur mit schwarzem Pfeffer
  • Fettlösliche Vitamine zur Mahlzeit

Aufpassen

  • Kaffee und Tee mit rund einer Stunde Abstand zu Eisen
  • Kalzium und Eisen hochdosiert zeitversetzt
  • Mehr Menge ersetzt keine bessere Kombination

Merk dir: Das ist der rote Faden dieser Seite. Alles andere hängt daran.

Ganzes Kapitel 09 lesen, mit Zahlen und Quellen
Kapitel 08 · Bioverfügbarkeit

Nicht was du isst - was ankommt.

Der rote Faden dieser Seite: Nährstoffe wirken nur, wenn der Körper sie aufnimmt. Die richtige Kombination entscheidet oft mehr als die Menge.

Kombination
Effekt
Wirkung
Das Wichtigste
Eisen + Vitamin Cz. B. Linsen + Paprika
verstärkt
deutlich ↑
Vitamin C hebt die Aufnahme von pflanzlichem (Nicht-Häm-)Eisen spürbar an.
Kurkuma + schwarzer PfefferCurcumin + Piperin
verstärkt
stark ↑
Piperin steigert die ansonsten sehr geringe Curcumin-Aufnahme um ein Vielfaches.
Vitamin D3/K2 + Fettfettlösliche Vitamine
nötig
↑
Mit einer fetthaltigen Mahlzeit einnehmen - sonst bleibt die Aufnahme gering.
Eisen + Kaffee/TeeTannine
hemmt
↓
Gerbstoffe blockieren Eisen - mit rund einer Stunde Abstand trinken.
Kalzium + Eisen gleichzeitigKonkurrenz
konkurriert
↓
Hochdosiert zeitversetzt einnehmen, nicht zur selben Mahlzeit.

🧺Welche Lebensmittel liefern was? - Die Speisekammer167 Lebensmittel nach Nährstoff und Saison: tippe auf Vitamin C, Eisen oder Magnesium und sieh, wo es drinsteckt.→

Quellen u. a.: Hurrell & Egli, Am J Clin Nutr 2010 (Eisen) · Shoba et al., Planta Med 1998 (Piperin/Curcumin). Allgemeine Bildung, keine individuelle Empfehlung.

Wie viel Eisen aufgenommen wird

Häm-Eisen, Fleisch, Fisch≈25 %
Pflanzlich + Vitamin C≈15 %
Pflanzlich≈8 %
Pflanzlich + Kaffee≈3 %

So machst du es

  • Linsen, Kichererbsen, Kürbiskerne mit Paprika oder Zitrone
  • Kaffee und Tee zeitlich versetzt trinken
  • B12 bei veganer Ernährung gezielt ergänzen

Aufpassen

  • Starke Regelblutung und einseitige Diäten erhöhen den Bedarf
  • B12-Mangel zeigt sich spät, im Zweifel Blutwerte prüfen
  • Eisen nicht auf Verdacht hoch dosieren, erst messen

Merk dir: Die Speicher halten lange. Deshalb merkt man einen Mangel oft erst, wenn er schon da ist.

Eisen + natürliches Vitamin CPasst zu diesem KapitelEisen + natürliches Vitamin C

Eisen und Vitamin C in einer Kapsel, die Kombination aus dem Kapitel.

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Vitamin B12Passt zu diesem KapitelVitamin B12

Für alle, die wenig oder nichts Tierisches essen. Nicht raten, messen, ergänzen.

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Ganzes Kapitel 10 lesen, mit Zahlen und Quellen
Kapitel 09 · Eisen & Vitamin B12

Zwei, die vielen fehlen.

Gerade bei pflanzenbetonter Ernährung lohnt der genaue Blick: Eisen wird pflanzlich schlechter aufgenommen, B12 steckt praktisch nur in tierischen Quellen.

Wie gut Eisen aufgenommen wird

Ungefähre Aufnahmerate je nach Quelle & Kombination
Häm-Eisen (Fleisch, Fisch)

≈ 25 %

Pflanzlich + Vitamin C

≈ 15 %

Pflanzlich (Nicht-Häm)

≈ 8 %

Pflanzlich + Kaffee/Tee

≈ 3 %

Eisen - clever kombiniert

  • Quellen: Linsen, Kichererbsen, Kürbiskerne, Haferflocken, Spinat
  • Immer mit Vitamin C (Paprika, Zitrone, Beeren) kombinieren
  • Kaffee/Tee zeitlich versetzt trinken
  • Einseitige Diäten & starke Regelblutung erhöhen den Bedarf

Vitamin B12 - nicht raten, messen

  • Praktisch nur in tierischen Produkten (Fleisch, Ei, Milch)
  • Vegan/vegetarisch: gezielt supplementieren (kein „Bio-Zufall“)
  • Speicher hält lange - Mangel zeigt sich oft erst spät
  • Im Zweifel Blutwerte ärztlich prüfen lassen

Aufnahmeraten sind Näherungen und schwanken individuell (Speicher, Bedarf). Quellen u. a.: EFSA-Referenzwerte · Hurrell & Egli 2010. Ersetzt keine ärztliche Diagnostik.

Form zählt, relative Einordnung aus dem Kapitel

Bisglycinat90 · gut verträglich
Citrat80 · gut belegt
Gluconat80 · gut belegt
Picolinat75 · weniger Daten
Oxid55 · schwächer

So machst du es

  • Kleine Menge, etwa 5 bis 10 mg, zu einer leichten Mahlzeit
  • Hülsenfrüchte und Getreide einweichen, keimen lassen oder Sauerteig nutzen, das baut Phytat ab
  • Eiweißreiche Lebensmittel wie Eier, Käse oder Fleisch verbessern die Aufnahme

Aufpassen

  • Nicht dauerhaft über 25 mg am Tag aus allen Quellen, sonst leidet die Kupferversorgung
  • Zink, Eisen und Calcium in hohen Dosen nicht zur selben Zeit
  • Bestimmte Antibiotika und Osteoporose-Mittel: 2 bis 3 Stunden Abstand

Merk dir: Auf leeren Magen wird Zink am besten aufgenommen, aber manchen wird davon übel. Dann einfach zu einer kleinen Mahlzeit nehmen.

Zink-BisglycinatPasst zu diesem KapitelZink-Bisglycinat

Bisglycinat: an Glycin gebunden, magenfreundlich und in Studien besser aufgenommen als Gluconat.

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Ganzes Kapitel 11 lesen, mit Zahlen und Quellen
Kapitel 11 · Spurenelemente verstehen

Zink kommt an, wenn das Umfeld stimmt.

Zink steckt in über 300 Enzymen und wird für Abwehr, Haut, Wundheilung und Wachstum gebraucht. Der Körper kann es kaum speichern, darum kommt es auf die tägliche Zufuhr an und darauf, wie viel davon wirklich ankommt.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt seit 2019 keine feste Zahl mehr an, sondern eine Spanne nach Phytatzufuhr. Bei wenig Phytat reichen Männern etwa 11 mg und Frauen 7 mg am Tag, bei viel Vollkorn und Hülsenfrüchten sind es 16 mg und 10 mg. Phytat ist der Speicherstoff für Phosphor in Samen und bindet Zink im Darm, sodass weniger davon aufgenommen wird.

Das heißt nicht, dass Vollkorn schlecht ist. Einweichen, Keimen, Fermentieren und Sauerteig bauen Phytat deutlich ab. Tierisches Eiweiß verbessert die Aufnahme, und gute Zinkquellen sind Austern, Rindfleisch, Käse, Eier, Kürbiskerne, Haferflocken und Linsen.

Bei der Ergänzung hat die Verbindung einen Einfluss. In einer Studie von Wegmüller und Kollegen wurde Zink aus Citrat und Gluconat zu rund 61 Prozent aufgenommen, aus Oxid zu rund 50 Prozent. Eine Studie von Gandia und Kollegen fand für Bisglycinat eine um gut 40 Prozent höhere Aufnahme als für Gluconat. Die Unterschiede sind real, aber kleiner als bei Magnesium.

Wichtiger als die Form ist die Menge. Das Bundesinstitut für Risikobewertung schlägt für Nahrungsergänzungsmittel höchstens 6,5 mg Zink pro Tagesportion vor, die europäische Lebensmittelbehörde nennt 25 mg am Tag aus allen Quellen als sichere Obergrenze für Erwachsene. Wer über Monate deutlich mehr nimmt, riskiert einen Kupfermangel, weil Zink die Kupferaufnahme bremst. Für Zink ist als Aussage zugelassen, dass es zu einer normalen Funktion des Immunsystems beiträgt.

Gut belegt

90

Bisglycinat

Verträglichkeit · Aufnahme

Zink an die Aminosäure Glycin gebunden. Magenfreundlich und in einer Vergleichsstudie besser aufgenommen als Gluconat.

Gut belegt

80

Citrat

Alltag · Preis

Rund 61 Prozent Aufnahme in der Studie von Wegmüller, gleichauf mit Gluconat. Solide und günstig.

80

Gluconat

Lutschtabletten · Alltag

Die klassische Form, oft in Lutschtabletten. Gut untersucht, Aufnahme ähnlich wie Citrat.

75

Picolinat

Nische

An Picolinsäure gebunden. Eine ältere kleine Studie sah Vorteile, die Datenlage ist aber dünn.

55

Oxid

günstig · schwächer

Häufig in billigen Präparaten. Wird schlechter aufgenommen, rund 50 Prozent in der Vergleichsstudie.

Score = relative Einordnung aus Aufnahme, Verträglichkeit und Studienlage. Quellen u. a.: DGE, Referenzwerte für Zink, 2019 · Wegmüller R et al., J Nutr 2014; 144(2): 132 bis 136 · Gandia P et al., Int J Vitam Nutr Res 2007; 77(4): 243 bis 248 · BfR, Höchstmengenvorschläge für Zink, 2021 · EFSA/SCF, Tolerable Upper Intake Level of Zinc, 2003 · Verordnung (EU) Nr. 432/2012. Individuelle Aufnahme variiert.

Darreichung zählt, relative Einordnung aus dem Kapitel

Ubiquinol in Öl90 · reduzierte Form
Ubiquinon in Öl85 · bewährt
Solubilisiert85 · wasserlöslich gemacht
Pulverkapsel45 · schwächer
Tablette35 · kommt wenig an

So machst du es

  • Zur Hauptmahlzeit mit etwas Fett, etwa zum Mittag- oder Abendessen
  • Weichkapseln mit Öl bevorzugen, trockenes Pulver kommt schlechter an
  • Größere Mengen auf zwei Mahlzeiten verteilen

Aufpassen

  • Blutverdünner wie Phenprocoumon oder Warfarin: vorher ärztlich besprechen
  • Statine: Q10 ist kein Ersatz für ärztliche Begleitung, Beschwerden immer abklären lassen
  • Schwangerschaft und Stillzeit: dazu fehlen Daten

Merk dir: Q10 ist fettlöslich. Ohne Fett im Magen geht ein großer Teil einfach wieder hinaus.

Coenzym Q10Passt zu diesem KapitelCoenzym Q10

Ubiquinon, fermentativ hergestellt. Am besten zu einer Mahlzeit mit etwas Fett.

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Ganzes Kapitel 12 lesen, mit Zahlen und Quellen
Kapitel 12 · Körpereigene Stoffe verstehen

Q10 braucht Fett, um anzukommen.

Q10 ist kein Vitamin. Jede Zelle stellt es selbst her und braucht es in den Mitochondrien, dort wo aus Nahrung Energie wird. Darum stecken die größten Mengen in Herz, Leber und Muskeln, und darum interessiert die Forschung, wie viel davon von außen ankommt.

Über die Nahrung nehmen wir nur wenige Milligramm am Tag auf, vor allem aus Fleisch, Innereien, fettem Fisch, Nüssen und Pflanzenölen wie Rapsöl. Den Großteil bildet der Körper selbst. Mit dem Alter sinkt die eigene Produktion, und Statine bremsen sie zusätzlich, weil sie denselben Stoffwechselweg hemmen, über den der Körper Cholesterin und Q10 herstellt.

Q10 ist ein großes, fettlösliches Molekül und wird schlecht aufgenommen. Entscheidend ist deshalb die Darreichung: In Öl gelöst oder solubilisiert steigen die Blutwerte in Studien deutlich stärker als nach trockenem Pulver oder gepressten Tabletten. Eine Mahlzeit mit etwas Fett verbessert die Aufnahme zusätzlich.

Ubiquinon ist die oxidierte, Ubiquinol die reduzierte Form. Der Körper wandelt beide ineinander um. Einige Studien fanden mit Ubiquinol höhere Blutwerte, besonders bei älteren oder schwer kranken Menschen, andere sahen kaum Unterschiede. Für die meisten ist eine gut gelöste Ubiquinon-Kapsel eine vernünftige Wahl.

Ehrlich gehört dazu: Gesundheitsbezogene Aussagen zu Q10 hat die europäische Lebensmittelbehörde bisher nicht anerkannt. Übliche Mengen in Nahrungsergänzungen liegen zwischen 30 und 200 mg am Tag und gelten als gut verträglich. Wer Blutverdünner nimmt, sollte Q10 ärztlich absprechen, weil Einzelfälle einer abgeschwächten Wirkung beschrieben sind.

90

Ubiquinol in Öl

reduzierte Form · Ältere

Die reduzierte Form, in Studien teils mit höheren Blutwerten, vor allem bei Älteren. Teurer und empfindlicher.

Bewährt

85

Ubiquinon in Öl

Alltag · gut untersucht

Die klassische, stabile Form, in Öl gelöst gut aufnehmbar. Der Körper wandelt sie bei Bedarf selbst um.

85

Solubilisiert

wasserlöslich gemacht

Mit Hilfsstoffen in eine wasserlösliche Form gebracht. In Vergleichen ähnlich gut wie Öllösungen.

45

Pulverkapsel

trocken · günstig

Trockenes Q10-Pulver in einer Hartkapsel. Kommt deutlich schlechter an, vor allem ohne Mahlzeit.

35

Tablette

gepresst · wenig

Gepresstes Pulver, oft niedrig dosiert. Hier kommt am wenigsten im Blut an.

Score = relative Einordnung aus Aufnahme, Stabilität und Studienlage. Quellen u. a.: Bhagavan HN, Chopra RK, Mitochondrion 2007; 7 Suppl: S78 bis S88 · Langsjoen PH, Langsjoen AM, Biofactors 2008; 32: 119 bis 128 · Littarru GP, Langsjoen P, Mitochondrion 2007; 7 Suppl: S168 bis S174 (Q10 und Statine) · EFSA NDA Panel, EFSA Journal 2010; 8(10): 1793 (Q10, Claims nicht anerkannt). Individuelle Aufnahme variiert.

Zwölf Steckbriefe, alle Kapitel darunter mit Zahlen und Quellen. Fehlt dir eine Antwort? Sag es uns.Nach oben ↑