Spargel (Asparagus officinalis)
HerkunftDas königliche Gemüse

Die Römer trockneten Spargel, um ihn außerhalb der Saison nur kurz aufzukochen - eines der ältesten Rezepte ist bei Apicius überliefert.
Wilder Spargel wächst an den Küsten des Mittelmeers und in Vorderasien. Griechen und Römer nutzten ihn als Gemüse und als Heilmittel - vor allem für Nieren und Blase. In Deutschland wurde Spargel ab dem 16. Jahrhundert in fürstlichen Gärten angebaut und blieb lange ein Luxus, der nur Adeligen auf den Tisch kam.
Der weiße Spargel ist eine deutsche Leidenschaft: Die Sprosse wachsen in aufgehäuften Erdwällen im Dunkeln und bleiben so hell und zart. Grüner Spargel wächst im Licht und bildet Chlorophyll. Am 24. Juni, dem Johannistag, endet die Ernte - damit die Pflanze genug Kraft für das nächste Jahr sammelt. Eine alte Regel sagt: „Kirschen rot, Spargel tot.“
NutzenWas Spargel für dich tut
100 g Spargel haben nur rund 20 kcal und liefern etwa 2 g Ballaststoffe, rund 50 µg Folat, Vitamin C, Vitamin E und Kalium. Grüner Spargel enthält zusätzlich reichlich Vitamin K (rund 40 µg) und Carotinoide; weißer Spargel hat davon deutlich weniger. Eine Portion von 500 g deckt den Tagesbedarf an Folat bereits zu großen Teilen.
Spargel gilt seit der Antike als harntreibend. Beteiligt sind die reichlich enthaltene Asparaginsäure und das Aminosäure-Derivat Asparagin, dazu Kalium und Saponine. Die Kommission E hat den Wurzelstock des Spargels zur Durchspülung bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege und zur Vorbeugung von Nierengrieß positiv bewertet - die Belege stammen aber aus Erfahrung, nicht aus großen Studien. Für die Spargelstangen auf dem Teller ist eine solche Wirkung kaum untersucht.
Spargel enthält außerdem Fructane wie Inulin, die als Präbiotika die Darmflora füttern, sowie Glutathion und Flavonoide wie Rutin, vor allem im grünen Spargel. Der Geruch im Urin entsteht, wenn der Körper die Asparagusinsäure zu flüchtigen Schwefelverbindungen abbaut - nicht jeder bildet ihn, und längst nicht jeder kann ihn riechen.
InhaltsstoffeDas steckt im Spargel
Spargel enthält Wasser, Asparagin und Asparaginsäure, Asparagusinsäure (schwefelhaltig), Saponine (Protodioscin, in den bitteren Enden), Fructane, Folat, Vitamin C, Vitamin E, B-Vitamine, Kalium, Phosphor, Glutathion sowie in grünem Spargel Vitamin K, Carotinoide, Chlorophyll und Flavonoide wie Rutin.
Die bitteren Saponine sitzen vor allem in den unteren Enden und in der Schale. Violett angelaufener Spargel hat zusätzlich Anthocyane gebildet - er schmeckt etwas kräftiger.
Verstärkte KombinationenWas Spargel stärker macht
Spargel mag es schlicht: frisch, kurz gegart und mit etwas Fett.
Vitamin E und K brauchen Fett.
Der Klassiker zur Saison.
Frische und Vitamin C dazu.
Hebt das zarte Aroma.
Rührei oder Sauce Hollandaise.
Im Salat mit grünem Spargel.
Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen
Enthält mäßig Purine.
Weißen Spargel schälen, Enden abschneiden.
Wird holzig; in feuchtes Tuch wickeln.
Folat und Vitamin C gehen ins Wasser.
Für Suppe verwenden.
Dann ist Wassertreiben nicht angezeigt.
In der KücheWo er hingehört
- Spargel mit ErdäpfelMit brauner Butter.
- SpargelsuppeAus Schalen und Enden.
- Grüner Spargel aus der PfanneScharf angebraten.
- SpargelsalatLauwarm mit Vinaigrette.
- Spargel-RisottoMit Zitronenabrieb.
- OfenspargelIm Päckchen mit Butter.
- Spargel mit RühreiEinfaches Frühlingsessen.
- Spargel-Erdbeer-SalatGrün, roh, mit Rucola.
- SpargelquicheMit Bärlauch.
- Spargel vom GrillGrün, mit Olivenöl.
Als HausmittelSpargelsud zum Durchspülen
Spargelsud
- Die Schalen und Enden von 500 g weißem Spargel waschen.
- Mit 1 Liter Wasser, einer Prise Salz und einer Prise Zucker aufkochen.
- 20 Minuten leise köcheln lassen und dann abseihen.
- Den Sud warm über den Tag verteilt trinken oder als Grundlage für eine Spargelsuppe verwenden.
Traditionell zur Anregung der Harnausscheidung und als leichtes Frühlingsgetränk. Der Sud liefert Flüssigkeit, Kalium und Asparagin. Eine medizinische Wirkung für den Sud aus Schalen ist nicht belegt - die Kommission E hat nur den Wurzelstock beurteilt.
Ein bis zwei Tassen am Tag, dazu reichlich Wasser trinken. Nicht bei Wasseransammlungen durch Herz- oder Nierenschwäche. Bei Brennen beim Wasserlassen, Fieber oder Blut im Urin zum Arzt.
Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen
Ayurveda
Im Ayurveda ist Shatavari (Asparagus racemosus), eine verwandte Spargelart, ein berühmtes Stärkungsmittel. Unser Gemüsespargel gilt als süß, kühlend und leicht bitter - ausgleichend für Pitta und Vata.
Traditionelle Chinesische Medizin
In der TCM wird Spargel als kühl und süß-bitter beschrieben. Er soll Hitze ausleiten, das Yin befeuchten und die Harnausscheidung fördern. Die Wurzel der verwandten Art Asparagus cochinchinensis (Tian Men Dong) ist ein klassisches Arzneimittel.
WarnhinweiseWann du aufpassen solltest
Bitte beachten
- Gicht: Spargel enthält rund 20 bis 30 mg Purine pro 100 g; das ist mäßig und gemüsebedingte Purine erhöhen das Gichtrisiko Studien zufolge kaum - bei akutem Gichtanfall aber keine großen Mengen.
- Nieren und Herz: bei Ödemen durch eingeschränkte Herz- oder Nierenfunktion keine Durchspülungstherapie.
- Blutverdünner: grüner Spargel ist reich an Vitamin K - bei Marcumar gleichmäßig essen.
- Urin-Geruch: harmlos und nach etwa einem Tag vorbei.
- Allergie: selten, vor allem Kontaktallergie bei Spargelstechern; Kreuzreaktion mit Zwiebel und Lauch möglich.
Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.
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QuellenWorauf sich das stützt
- Kommission E: Monographie Asparagi rhizoma (Spargelwurzelstock). Bundesanzeiger, Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte.
- Pelchat ML et al. Excretion and perception of a characteristic odor in urine after asparagus ingestion: a psychophysical and genetic study. Chemical Senses 2011; 36(1): 9–17.
- Markt SC et al. Sniffing out significant „Pee values“: genome wide association study of asparagus anosmia. BMJ 2016; 355: i6071.
- Choi HK et al. Purine-rich foods, dairy and protein intake, and the risk of gout in men. New England Journal of Medicine 2004; 350(11): 1093–1103.
- USDA FoodData Central: Asparagus, raw.


