Limette (Citrus aurantiifolia)

Botanischer Name
Citrus aurantiifoliaRautengewächse (Rutaceae)
Verwendet wird
Saft, Schale, BlätterKaffir-Limette ist eine andere Art
Geschmack
Sauer, aromatisch, herbwürziger und blumiger als Zitrone
Herkunft
Südostasienheute vor allem Mexiko und Brasilien
Bekannt für
Frische Säure in Küche und GetränkenSaft auf der Haut + Sonne = Verbrennung
Saison
Ganzjährigausschließlich Import

HerkunftVon Asien in die Karibik

Frische Limetten, zwei davon halbiert

Britische Seeleute hießen „Limeys“, weil sie gegen Skorbut Limettensaft bekamen - der half allerdings schlechter als Zitronensaft.

Die Limette stammt aus dem tropischen Südostasien und dem Malaiischen Archipel. Arabische Händler brachten sie in den Mittelmeerraum, die Spanier im 16. Jahrhundert in die Karibik und nach Mexiko, wo sie bis heute in fast jedes Gericht gehört. Die echte Citrus aurantiifolia ist die kleine, kernreiche Mexikanische oder Key-Limette. Die großen, kernlosen Früchte im deutschen Supermarkt sind meist Tahiti- oder Persische Limetten (Citrus × latifolia), eine robustere Kreuzung.

In der britischen Marine ersetzte man im 19. Jahrhundert den Zitronensaft gegen Skorbut durch billigeren Limettensaft aus Westindien - mit der Folge, dass die Krankheit auf langen Fahrten zurückkehrte, denn Limetten enthalten weniger Vitamin C, und der Saft verlor bei der Verarbeitung zusätzlich. Heute kommen Limetten nach Deutschland vor allem aus Brasilien und Mexiko.

NutzenWas die Limette für dich tut

100 g Limette liefern rund 29 mg Vitamin C, etwa 3 g Ballaststoffe (im Fruchtfleisch), 100 mg Kalium und nur etwa 30 kcal. Zum Vergleich: Die Zitrone bringt es auf rund 53 mg. Der Saft einer Limette (etwa 30 ml) deckt damit knapp ein Zehntel des Tagesbedarfs - ein Beitrag, aber keine Vitaminbombe. Dafür steckt sie voller Aromastoffe und Flavonoide wie Hesperidin und Eriocitrin.

Ihre eigentliche Stärke liegt in der Küche: Die Säure ersetzt Salz und Fett als Geschmacksträger, macht Hülsenfrüchte und Gemüse lebendiger und hilft, das Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln besser aufzunehmen.

Die Kehrseite: Schale und Saft enthalten Furanocumarine wie Bergamottin. Auf der Haut können sie mit UV-Licht eine Phytophotodermatitis auslösen - rote, blasige, später bräunliche Flecken, oft in Tropfen- oder Handabdruckform, typisch nach dem Cocktailmixen am Strand. Innerlich können Limetten ähnlich wie Grapefruit den Abbau mancher Medikamente hemmen; der Krebsinformationsdienst rät bei betroffenen Krebsmedikamenten daher, Limetten ganz zu meiden.

ca. 29 mgVitamin C pro 100 g - Zitrone ca. 53 mg
ca. 30 kcalpro 100 g
24–48 Std.nach Sonne erscheinen die Flecken
bis zu Monatekann die Braunfärbung der Haut bleiben

InhaltsstoffeDas steckt in der Limette

Limetten enthalten Zitronensäure, Vitamin C, Kalium, Folat, Pektin, Flavonoide wie Hesperidin, Eriocitrin und Naringin sowie Limonoide. Das ätherische Öl der Schale besteht vor allem aus Limonen, Citral, Beta-Pinen und Gamma-Terpinen. In Schale und Saft finden sich Furanocumarine wie Bergamottin und das hautreizende Bergapten (5-Methoxypsoralen).

Zur Kaffir-Limette (Citrus hystrix) werden vor allem die doppelten Blätter verwendet; sie ist eine eigene Art mit anderem Aroma. Grüne Limetten sind nicht unreif - gelb gewordene Früchte schmecken nur milder.

Verstärkte KombinationenWas die Limette stärker macht

Limette ist ein Würzmittel - ein paar Tropfen verändern ein ganzes Gericht.

Eisen

mit Bohnen & Linsen

Säure und Vitamin C helfen beim Pflanzen-Eisen.

Würze

mit Koriander & Chili

Die mexikanische Dreifaltigkeit.

Fett

mit Avocado

Guacamole bleibt länger grün.

Asien

mit Ingwer & Zitronengras

Für Currys und Suppen.

Getränke

mit Wasser & Minze

Statt Limonade.

Salz sparen

auf Gemüse & Fisch

Säure macht Salz teilweise überflüssig.

Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen

Sonne

nicht mit Saft an den Händen in die Sonne

Phytophotodermatitis.

Schale

nicht behandelte Schale reiben

Nur Bio-Limetten mit unbehandelter Schale.

Medikamente

nicht mit CYP3A4-sensiblen Mitteln

Ähnlich wie Grapefruit - nachfragen.

Zähne

nicht direkt nach Saft Zähne putzen

Säure weicht den Schmelz auf - 30 Minuten warten.

Magen

nicht bei Reflux pur

Säure verstärkt Sodbrennen.

Cocktails

nicht Scheiben mit Schale ins Glas

Konservierungsstoffe gehen ins Getränk.

In der KücheWo sie hingehört

  • GuacamoleMit Avocado, Koriander und Chili.
  • Salsa verdeTomatillos oder grüne Paradeiser mit Limette.
  • CevicheFisch, in Limettensaft gegart.
  • Thai-CurryZum Schluss ein Spritzer.
  • Tom-Kha-SuppeMit Kokosmilch und Zitronengras.
  • Bohnen-SalatMit roten Zwiebeln und Paprika.
  • Mango-SalatMit Chili und Minze.
  • Key Lime PieDer Klassiker aus Florida.
  • LimettenwasserAgua fresca mit Minze.
  • LimettensalzAbrieb von Bio-Limetten mit Meersalz.
Faustregel: Limetten vor dem Auspressen mit der Handfläche fest über die Arbeitsplatte rollen - so geben sie deutlich mehr Saft. Schale nur von Bio-Früchten verwenden und nach dem Schneiden und Pressen gründlich die Hände waschen, bevor man in die Sonne geht.

Als HausmittelLimettenwasser statt Limonade

So geht’s

Limettenwasser

  1. Eine Bio-Limette heiß abwaschen und halbieren.
  2. Den Saft in einen Liter Wasser pressen.
  3. Einige Minzblätter und nach Wunsch eine Scheibe Ingwer dazugeben.
  4. 10 Minuten ziehen lassen und über den Tag verteilt trinken.
Wofür

Als erfrischende, zuckerfreie Alternative zu Limonade und Saft. Wer ungern pures Wasser trinkt, schafft so leichter seine Trinkmenge. Ein Entgiftungs- oder Basen-Wunder ist Limettenwasser nicht.

Menge

Ein bis zwei Liter über den Tag. Nicht schluckweise den ganzen Tag an den Zähnen umspülen - lieber mit Strohhalm oder zu den Mahlzeiten trinken und danach mit klarem Wasser nachspülen.

Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen

Ayurveda

Im Ayurveda gilt die Limette wie die verwandte Zitrone (Nimbuka) als sauer, leicht und appetitanregend. Sie soll Agni, das Verdauungsfeuer, stärken und Vata und Kapha ausgleichen; bei Pitta nur in kleinen Mengen, oft mit etwas Salz oder in Wasser verdünnt.

Traditionelle Chinesische Medizin

In der TCM gilt die Limette wie die Zitrone als kühl und sauer. Sie soll Hitze klären, Durst löschen und Säfte bilden; bei Kälte im Magen wird sie sparsam und nicht eiskalt verwendet.

WarnhinweiseWann du aufpassen solltest

Bitte beachten

  • Haut und Sonne: Saft und Schale auf der Haut können mit Sonnenlicht Verbrennungen und dunkle Flecken auslösen - nach dem Schneiden und Pressen Hände gründlich waschen, vor allem bei Kindern, am Strand und beim Cocktailmixen.
  • Behandelte Schale: Limetten werden oft mit Konservierungsstoffen wie Imazalil oder Thiabendazol behandelt; Hinweis „konserviert“ beachten. Für Abrieb und Scheiben im Getränk nur Bio-Früchte nehmen.
  • Medikamente: Limetten enthalten ähnliche Furanocumarine wie Grapefruit - bei Statinen, Immunsuppressiva, bestimmten Krebsmedikamenten und anderen CYP3A4-Wirkstoffen vorher nachfragen.
  • Zähne: häufiger Saftkontakt greift den Zahnschmelz an.
  • Magen: bei Sodbrennen und Magenschleimhautentzündung nur verdünnt.

Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.

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QuellenWorauf sich das stützt

  1. USDA FoodData Central: Limes, raw und Lemons, raw, without peel.
  2. Hankinson A, Lloyd B, Alweis R. Lime-induced phytophotodermatitis. Journal of Community Hospital Internal Medicine Perspectives 2014; 4: 25090.
  3. Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum: Zitrusfrüchte und Wechselwirkungen mit Krebsmedikamenten. 2025.
  4. Bailey DG, Dresser G, Arnold JMO. Grapefruit–medication interactions: forbidden fruit or avoidable consequences? CMAJ 2013; 185(4): 309–316.
  5. VerbraucherService Bayern im KDFB e. V.: Schalenbehandlung von Zitrusfrüchten ein Problem? 2018.