Melanzani (Solanum melongena)
HerkunftDie Eierfrucht aus Indien

Der englische Name eggplant stammt von weißen, eiförmigen Sorten, die im 18. Jahrhundert in Europa verbreitet waren.
Die Melanzani wurde in Indien und Südostasien domestiziert und kam über Persien und die arabische Welt ans Mittelmeer. Arabische Agronomen beschrieben ihren Anbau in Andalusien im Mittelalter; von dort verbreitete sie sich nach Italien und Südfrankreich.
Lange galt sie in Nordeuropa als verdächtig - als Nachtschattengewächs wurde ihr sogar nachgesagt, Wahnsinn auszulösen, daher der italienische Name melanzana, im Volksmund als mela insana gedeutet. Heute ist sie aus Moussaka, Ratatouille, Parmigiana und Baba Ghanoush nicht wegzudenken.
NutzenWas die Melanzani für dich tut
Melanzani haben nur etwa 25 kcal pro 100 g, liefern rund 3 g Ballaststoffe, Kalium, Mangan und Folat. Sie sind also ein ideales Sättigungsgemüse - solange sie nicht in viel Öl gebraten werden.
In der violetten Schale steckt Nasunin, ein Anthocyan, das in Laborstudien stark antioxidativ wirkt und Zellmembranen vor Oxidation schützt. Dazu kommt Chlorogensäure, eines der wichtigsten Polyphenole der Melanzani. Die Schale also immer mitessen.
Die Melanzani ist ein Beispiel dafür, wie viel die Zubereitung ausmacht: Im Ofen gegart oder gegrillt bleibt sie leicht, frittiert kann sie ein Vielfaches ihres Gewichts an Fett aufnehmen.
InhaltsstoffeDas steckt in der Melanzani
Melanzani enthalten Anthocyane (vor allem Nasunin, ein Delphinidin-Glykosid), Chlorogensäure und andere Phenolsäuren, Ballaststoffe, Kalium, Mangan, Folat, Vitamin K sowie geringe Mengen Glykoalkaloide (Solasonin, Solamargin).
Moderne Sorten enthalten kaum noch Bitterstoffe und Glykoalkaloide, deshalb ist das Einsalzen gegen Bitterkeit meist nicht mehr nötig - es hilft aber, Wasser zu ziehen, damit die Melanzani weniger Öl aufnimmt.
Verstärkte KombinationenWas die Melanzani stärker macht
Die Melanzani ist ein Aromaträger - sie nimmt alles an, was man ihr gibt.
Gebacken statt frittiert.
Ratatouille und Parmigiana.
Baba Ghanoush.
Indisches Baingan Bharta.
Japanisch glasiert: Nasu Dengaku.
Hält das Püree hell und frisch.
Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen
Roh bitter, zäh und schwer verdaulich.
Saugt ein Vielfaches an Öl auf.
Das Nasunin sitzt in der Schale.
Im Kühlschrank wird sie braun und bitter.
Dort sitzen die meisten Glykoalkaloide.
Reife Melanzani glänzen und geben leicht nach.
In der KücheWo sie hingehört
- Baba GhanoushGegrilltes Püree mit Tahin.
- RatatouilleMit Zucchini und Paprika.
- MoussakaGriechischer Auflauf.
- ParmigianaMit Paradeiser und Käse.
- Baingan BhartaIndisch gewürzt.
- Nasu DengakuMit Miso glasiert.
- Gegrillte ScheibenMit Kräutern und Knoblauch.
- Melanzani-CurryMit Kichererbsen.
- CaponataSizilianisch süß-sauer.
- Gefüllte MelanzaniMit Linsen oder Bulgur.
Als HausmittelBaba Ghanoush - leicht und sättigend
Baba Ghanoush
- Zwei Melanzani mehrfach einstechen und im Ofen bei 220 °C 40 Minuten rösten, bis sie zusammenfallen.
- Etwas abkühlen lassen, das Fruchtfleisch herauslöffeln und abtropfen lassen.
- Mit 2 Esslöffeln Tahin, einer Knoblauchzehe, Zitronensaft, Salz und einem Hauch Kreuzkümmel zerdrücken.
- Mit Olivenöl, Petersilie und Granatapfelkernen servieren.
Als ballaststoffreicher, kalorienarmer Dip statt fetter Aufstriche. Tahin liefert Calcium und gute Fette, die Melanzani Sättigung und Polyphenole.
Im Kühlschrank 3 bis 4 Tage haltbar.
Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen
Ayurveda
Melanzani (Vrintaka) gilt im Ayurveda als bitter-süß, leicht und erwärmend. Sie wird als appetitanregend beschrieben, bei Pitta-Überschuss aber sparsam empfohlen; gut gewürzt mit Kreuzkümmel und Ingwer.
Traditionelle Chinesische Medizin
In der TCM (Qie Zi) gilt die Melanzani als süß und kühl. Sie soll Hitze klären und das Blut bewegen; traditionell wurde sie auch bei Schwellungen verwendet.
WarnhinweiseWann du aufpassen solltest
Bitte beachten
- Roh: nicht roh essen - immer gegart.
- Nachtschatten: bei ärztlich angeratener nachtschattenarmer Kost meiden.
- Fett: frittiert sehr kalorienreich.
- Allergie: selten, Kreuzreaktion mit Paradeiser möglich.
- Histamin: enthält Histamin - bei Histaminintoleranz testen.
Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.
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QuellenWorauf sich das stützt
- Noda Y et al. Antioxidant activity of nasunin, an anthocyanin in eggplant peels. Toxicology 2000; 148(2–3): 119–123.
- Gürbüz N et al. Health benefits and bioactive compounds of eggplant. Food Chemistry 2018; 268: 602–610.
- Friedman M. Chemistry and anticarcinogenic mechanisms of glycoalkaloids produced by eggplants, potatoes, and tomatoes. Journal of Agricultural and Food Chemistry 2015; 63(13): 3323–3337.
- Aune D et al. Fruit and vegetable intake and the risk of cardiovascular disease, total cancer and all-cause mortality - a systematic review and dose-response meta-analysis of prospective studies. International Journal of Epidemiology 2017; 46(3): 1029–1056.
- USDA FoodData Central: Eggplant, raw.


