Azukibohne (Vigna angularis)

Botanischer Name
Vigna angularisHülsenfrüchtler (Fabaceae), Schwester der Mungbohne
Verwendet wird
Die getrockneten Samengekocht, als Paste, gekeimt oder als Mehl
Geschmack
Mild, nussig, leicht süßlichcremig nach dem Kochen
Herkunft
Ostasienseit Jahrtausenden in China, Japan und Korea
Bekannt für
Rote Bohnenpaste AnkoFüllung für Mochi und Dorayaki
Saison
Ganzjähriggetrocknet, fast immer Import

HerkunftDie rote Bohne Ostasiens

Rote Azukibohnen in einer Holzschale

Der Name kommt aus dem Japanischen: azuki bedeutet so viel wie „kleine Bohne“.

Die Azukibohne wurde vermutlich vor mehreren tausend Jahren in Ostasien aus einer Wildform domestiziert; archäologische Funde aus Japan, Korea und China reichen weit zurück. Bis heute sind China und Japan die wichtigsten Anbauländer. In Japan ist sie nach der Sojabohne die bedeutendste Hülsenfrucht - und mit ihrer roten Farbe ein Glücksbringer: Zu Festtagen gibt es Sekihan, Klebreis, der mit Azukibohnen rot gefärbt wird.

Den größten Teil der Ernte verarbeitet Japan zu Anko, einer gesüßten Bohnenpaste. Sie steckt in Mochi, Dorayaki (kleinen Pfannkuchen-Sandwiches), Taiyaki und Yokan. In der Makrobiotik, die in Europa ab den 1960er-Jahren bekannt wurde, gilt die Azukibohne als besonders bekömmliche Bohne. Bei uns findet man sie im Bioladen und im Asiamarkt, fast immer als Importware.

NutzenWas Azukibohnen für dich tun

100 g getrocknete Azukibohnen liefern rund 20 g Eiweiß, knapp 13 g Ballaststoffe und kaum Fett. Auffällig ist das Folat: Laut USDA stecken über 600 µg in 100 g rohen Bohnen - nach dem Kochen bleiben in einer Portion von 150 g gegarten Bohnen immer noch rund 180 µg, fast die Hälfte des Tagesbedarfs. Dazu kommen Kalium, Magnesium, Eisen und Zink.

Wie andere Hülsenfrüchte sättigen Azukibohnen lange und lassen den Blutzucker langsam ansteigen. Die Samenschale enthält Polyphenole wie Catechine, Proanthocyanidine und Flavonoide sowie Saponine. Laborstudien und Tierversuche deuten auf antioxidative und blutzuckersenkende Effekte hin; gute Humanstudien fehlen aber weitgehend. Belastbar ist vor allem das, was für alle Hülsenfrüchte gilt: Wer sie regelmäßig isst, ernährt sich ballaststoffreicher und eiweißreicher.

Eine Einschränkung: Als süße Anko-Paste ist die Bohne vor allem eine Zuckerquelle - gekaufte Paste besteht oft zu 40 bis 50 Prozent aus Zucker. Den gesundheitlichen Wert entfaltet die Azukibohne am besten herzhaft, als Eintopf, im Reis, als Aufstrich oder gekeimt. Für Veganer ist sie mit Reis kombiniert eine gute Eiweißquelle.

ca. 20 gEiweiß pro 100 g (getrocknet)
ca. 13 gBallaststoffe pro 100 g (getrocknet)
ca. 120 µgFolat pro 100 g gekocht
45–60 Min.Kochzeit nach dem Einweichen

InhaltsstoffeDas steckt in Azukibohnen

Azukibohnen enthalten Stärke, Eiweiß, lösliche und unlösliche Ballaststoffe, Folat, die Vitamine B1, B2 und B6, Kalium, Magnesium, Eisen, Zink, Phosphor und Mangan. In der roten Samenschale sitzen Polyphenole wie Catechin, Proanthocyanidine, Quercetin- und Rutin-Verbindungen sowie Triterpen-Saponine.

Roh enthalten sie - wie fast alle Bohnen - Lektine und Trypsin-Hemmstoffe, die erst beim gründlichen Kochen unschädlich werden. Beim Keimen und Einweichen sinken auch Phytinsäure und blähende Oligosaccharide.

Verstärkte KombinationenWas Azuki stärker macht

Azukibohnen sind mild genug für süß und herzhaft - mit den richtigen Partnern werden sie zur vollwertigen Mahlzeit.

Getreide

mit Reis oder Hirse

Ergänzt das Eiweiß.

Vitamin C

mit Paprika oder Zitrone

Hilft beim Eisen.

Würze

mit Ingwer

Wärmt und macht Bohnen bekömmlicher.

Kochwasser

mit Kombu-Alge

Traditionell für weichere Bohnen.

Gemüse

mit Kürbis

Klassischer Eintopf der Makrobiotik.

Süß

mit wenig Zucker

Eigene Anko mit halber Zuckermenge.

Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen

Roh

nicht roh oder halbgar

Lektine - Übelkeit und Durchfall möglich.

Einweichwasser

nicht mitkochen

Wegschütten spart Blähstoffe.

Salz

nicht zu früh salzen

Erst am Ende, dann werden sie gleichmäßig weich.

Zucker

nicht gekaufte Anko löffeln

Oft zur Hälfte Zucker.

Keimlinge

nicht ungegart in Mengen

Kurz blanchieren ist sicherer.

Dose

nicht ungespült

Abspülen senkt Salz und Blähstoffe.

In der KücheWo sie hingehören

  • AnkoRote Bohnenpaste, süß.
  • MochiReiskuchen mit Anko-Füllung.
  • DorayakiKleine Pfannkuchen mit Bohnenpaste.
  • SekihanRoter Festtagsreis aus Japan.
  • Azuki-Kürbis-EintopfMit Ingwer und Miso.
  • BohnenaufstrichMit Sesam und Zitrone.
  • ZenzaiSüße Bohnensuppe mit Mochi.
  • Buddha-BowlMit Reis und Gemüse.
  • BohnenburgerMit Haferflocken gebunden.
  • KeimlingeKurz blanchiert im Salat.
Faustregel: Azukibohnen 6 bis 8 Stunden einweichen, das Wasser abgießen und in frischem Wasser 45 bis 60 Minuten köcheln lassen, bis sie sich zwischen den Fingern zerdrücken lassen. Ohne Einweichen dauert es etwa 1 bis 1,5 Stunden, im Schnellkochtopf rund 15 bis 20 Minuten.

Als HausmittelAzuki-Kürbis-Eintopf für kalte Tage

So geht’s

Azuki-Kürbis-Eintopf

  1. 100 g Azukibohnen über Nacht einweichen, abgießen und abspülen.
  2. Mit 600 ml Wasser, einem Stück Kombu-Alge und 2 Scheiben Ingwer aufkochen und 30 Minuten köcheln lassen.
  3. 300 g Hokkaido-Kürbis in Würfeln dazugeben und weitere 20 bis 30 Minuten garen, bis Bohnen und Kürbis weich sind.
  4. Mit etwas Miso oder Salz und einem Spritzer Zitrone abschmecken.
Wofür

Als warme, sättigende Mahlzeit, die viel Eiweiß, Ballaststoffe und Folat liefert. In der makrobiotischen Küche gilt dieses Gericht als besonders bekömmlich und „stärkend“ - belegt ist das nicht, ein gutes, einfaches Essen ist es trotzdem.

Menge

Eine Portion als Hauptgericht. Wer Hülsenfrüchte nicht gewohnt ist, beginnt mit kleinen Mengen und steigert langsam, damit sich der Darm anpassen kann.

Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen

Ayurveda

Im Ayurveda wird die Azukibohne kaum beschrieben; nach heutiger Einordnung gilt sie wie die verwandte Mungbohne als eher leicht und trocknend - ausgleichend für Kapha und Pitta, für Vata gut gewürzt mit Ingwer und Kreuzkümmel.

Traditionelle Chinesische Medizin

In der TCM heißt die Azukibohne Chi Xiao Dou und gilt als süß-sauer und neutral. Sie soll Feuchtigkeit ausleiten und wurde traditionell bei Wassereinlagerungen eingesetzt. Diese Anwendungen sind wissenschaftlich nicht belegt - Schwellungen gehören immer ärztlich abgeklärt.

WarnhinweiseWann du aufpassen solltest

Bitte beachten

  • Roh giftig: Azukibohnen enthalten wie andere Bohnen Lektine - nur gründlich gekocht essen.
  • Blähungen: langsam steigern, gut einweichen und das Wasser wegschütten.
  • Nieren: bei Nierenerkrankung wegen Kalium und Eiweiß die Menge ärztlich absprechen.
  • Zucker: gekaufte Anko und Süßspeisen sind eher Nascherei als Gesundheitsessen.
  • Keimlinge: Sprossen können Keime tragen - für Schwangere, Kleinkinder und Immungeschwächte nur erhitzt.

Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.

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QuellenWorauf sich das stützt

  1. Li H, Zou L, Li XY, Wu DT, Liu HY, Li HB, Gan RY. Adzuki bean (Vigna angularis): Chemical compositions, physicochemical properties, health benefits, and food applications. Comprehensive Reviews in Food Science and Food Safety 2022; 21(3): 2335–2362.
  2. Kwan SH, Gonzalez de Mejia E. The Potential of the Adzuki Bean (Vigna angularis) and Its Bioactive Compounds in Managing Type 2 Diabetes and Glucose Metabolism: A Narrative Review. Nutrients 2024; 16(2): 329.
  3. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Lektine in pflanzenbasierten Lebensmitteln: Gibt es ein gesundheitliches Risiko?
  4. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Hülsenfrüchte: Vom Einkauf in die Küche.
  5. USDA FoodData Central: Beans, adzuki, mature seeds, raw und Beans, adzuki, mature seeds, cooked, boiled, without salt.