Kohlrabi (Brassica oleracea var. gongylodes)

Botanischer Name
Brassica oleracea var. gongylodesKreuzblütler (Brassicaceae)
Verwendet wird
Knolle und Blätterdie Blätter sind nährstoffreicher
Geschmack
Mild, süßlich, nussigder mildeste Kohl
Herkunft
Mitteleuropa, Italiendas „deutsche“ Gemüse
Bekannt für
Vitamin Crund 60 mg pro 100 g
Saison
April bis OktoberFrühkohlrabi aus dem Gewächshaus früher

HerkunftDas deutsche Gemüse

Zwei Kohlrabi-Knollen mit Blättern auf Holz

Im Englischen, Italienischen und Japanischen heißt er schlicht „Kohlrabi“ - ein Gemüse, das Deutschland in die Welt exportiert hat.

Kohlrabi ist eine Zuchtform des Wildkohls, bei der sich der Stängel knollig verdickt - botanisch ist die Knolle also Stängel, keine Wurzel. Er wurde vermutlich im 16. Jahrhundert in Italien oder Mitteleuropa gezüchtet und ist in Deutschland bis heute beliebter als fast überall sonst.

Deutschland ist einer der größten Produzenten und Verbraucher; weiße (eigentlich hellgrüne) und blaue Sorten schmecken innen gleich. Frühkohlrabi aus dem Gewächshaus kommt ab März, Freilandkohlrabi von Mai bis Oktober, dicke Lagersorten bis in den Winter.

NutzenWas der Kohlrabi für dich tut

Kohlrabi liefert rund 60 mg Vitamin C pro 100 g - eine mittelgroße Knolle deckt den Tagesbedarf –, dazu Kalium, Ballaststoffe, Vitamin B6 und Folat, bei nur etwa 27 kcal. Die Blätter enthalten ein Vielfaches an Beta-Carotin, Calcium und Vitamin K.

Als mildester Kohl ist er auch für Menschen verträglich, die bei anderen Kohlarten Blähungen bekommen, und eignet sich schon für die Beikost. Wie alle Kreuzblütler enthält er Glucosinolate, wenn auch weniger als Brokkoli oder Kohlsprossen.

Roh gegessen bleibt das Vitamin C vollständig erhalten - Kohlrabisticks sind ein knackiger Snack für Kinder und Erwachsene.

ca. 60 mgVitamin C pro 100 g
ca. 27 kcalpro 100 g
1 Knolledeckt den Tagesbedarf an Vitamin C
16. Jh.erste Beschreibungen in Europa

InhaltsstoffeDas steckt im Kohlrabi

Die Knolle enthält Wasser, Zucker, Ballaststoffe, Vitamin C, Kalium, Vitamin B6, Folat, Magnesium und Glucosinolate. Die Blätter enthalten zusätzlich viel Beta-Carotin, Calcium, Eisen und Vitamin K.

Wie andere Gemüse kann Kohlrabi - besonders aus dem Gewächshaus - mäßig Nitrat enthalten.

Verstärkte KombinationenWas den Kohlrabi stärker macht

Kohlrabi ist mild und süßlich - er mag Butter, Muskat, Kräuter und Knackigkeit.

Roh

als Sticks & Rohkost

Kohlrabisticks mit Dip oder fein gehobelt als Carpaccio - maximal Vitamin C.

Klassisch

mit Butter & Muskat

Kohlrabigemüse in heller Sauce mit Muskat.

Blätter

mitverwenden

Die zarten Blätter wie Spinat dünsten oder fein gehackt ins Gemüse.

Kräuter

mit Petersilie & Dill

Frische Kräuter zum Schluss.

Asiatisch

mit Sesam & Ingwer

Kurz im Wok gebraten.

Salat

mit Apfel & Zitrone

Kohlrabi-Apfel-Salat, frisch und knackig.

Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen

Holzig

nicht zu groß kaufen

Sehr große Knollen werden holzig - mittelgroße wählen.

Blätter

nicht die Blätter wegwerfen

Sie sind der nährstoffreichste Teil.

Technik

nicht zerkochen

Vitamin C und Biss gehen verloren.

Lagerung

nicht mit Blättern lagern

Die Blätter ziehen Wasser - abschneiden und getrennt verwenden.

Säuglinge

nicht warm halten

Nitrat - Brei frisch zubereiten.

Schilddrüse

nicht roh in riesigen Mengen bei Jodmangel

Nur bei extremen Mengen relevant.

In der KücheWo er hingehört

  • KohlrabigemüseIn heller Sauce mit Muskat.
  • Kohlrabi-CarpaccioHauchdünn mit Zitrone und Olivenöl.
  • KohlrabisticksMit Hummus oder Topfen-Dip.
  • Kohlrabi-SchnitzelScheiben paniert und gebraten.
  • KohlrabisuppeMit Erdäpfel und Kräutern.
  • RohkostsalatMit Apfel, Karotte und Zitrone.
  • Gefüllter KohlrabiMit Faschiertes oder Linsen.
  • Kohlrabi-PommesIm Ofen gebacken.
  • Wok-GemüseMit Sesam und Ingwer.
  • KohlrabiblätterWie Spinat gedünstet.
Faustregel: Frische Kohlrabi haben knackige, grüne Blätter und eine glatte Knolle ohne Risse. Ohne Blätter im Gemüsefach hält er eine Woche.

Als HausmittelKohlrabi als leichte Schonkost

So geht’s

Gedünsteter Kohlrabi mit Kräutern

  1. Einen jungen Kohlrabi schälen und in Stifte schneiden, die zarten Blätter fein hacken.
  2. In wenig Wasser mit einem Stück Butter 6 bis 8 Minuten zugedeckt dünsten.
  3. Die gehackten Blätter die letzten 2 Minuten mitgaren.
  4. Mit Muskat, Salz und frischer Petersilie abschmecken.
Wofür

Als leichte, gut verträgliche Gemüsebeilage bei empfindlicher Verdauung, nach Infekten oder für Kinder. Kohlrabi ist der mildeste Kohl und bläht deutlich weniger als seine Verwandten.

Menge

Als Beilage, so oft es gut tut.

Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen

Ayurveda

Kohlrabi ist im klassischen Ayurveda nicht beschrieben. Heute wird er als süßlich, leicht und kühlend eingeordnet - gekocht gut für Pitta und Vata.

Traditionelle Chinesische Medizin

In der TCM ist Kohlrabi (Pie Lan) süß-scharf und kühl. Er soll Hitze klären, Schleim lösen, die Mitte stärken und Schwellungen lindern.

WarnhinweiseWann du aufpassen solltest

Bitte beachten

  • Blähungen: mildester Kohl, aber bei Empfindlichkeit langsam steigern.
  • Blutverdünner: die Blätter enthalten viel Vitamin K.
  • Nitrat: Säuglingsbrei frisch zubereiten.
  • Allergie: selten, Kreuzreaktion mit anderen Kreuzblütlern.
  • Holzig: sehr große Knollen meiden.

Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.

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QuellenWorauf sich das stützt

  1. Higdon JV et al. Cruciferous vegetables and human cancer risk: epidemiologic evidence and mechanistic basis. Pharmacological Research 2007; 55(3): 224–236.
  2. Traka M, Mithen R. Glucosinolates, isothiocyanates and human health. Phytochemistry Reviews 2009; 8: 269–282.
  3. Aune D et al. Fruit and vegetable intake and the risk of cardiovascular disease, total cancer and all-cause mortality - a systematic review and dose-response meta-analysis of prospective studies. International Journal of Epidemiology 2017; 46(3): 1029–1056.
  4. Bundesinstitut für Risikobewertung: Nitrat in Lebensmitteln - Fragen und Antworten.
  5. USDA FoodData Central: Kohlrabi, raw.