Schalotte (Allium cepa var. aggregatum)
HerkunftDie Zwiebel aus Askalon

Der Name geht über das Französische échalote auf die Ascalonia caepa zurück, die „Zwiebel aus Askalon“.
Die Schalotte stammt wie die Küchenzwiebel aus Zentral- und Vorderasien. Ihr Name erinnert an Askalon, eine antike Hafenstadt an der Mittelmeerküste, über die sie der Überlieferung nach nach Europa kam. Im Mittelalter wurde sie in Frankreich heimisch, wo sie bis heute eine zentrale Rolle spielt: Beurre blanc, Sauce béarnaise und Bordelaise beginnen alle mit fein gehackten Schalotten.
Lange galt die Schalotte als eigene Art, Allium ascalonicum. Heute wird sie meist zur Küchenzwiebel gezählt, als Varietät Allium cepa var. aggregatum oder als „Aggregatum-Gruppe“. Der Unterschied: Aus einer gesteckten Schalotte wachsen mehrere Tochterzwiebeln, ähnlich wie beim Knoblauch. Man unterscheidet runde und längliche Sorten; die großen, länglichen „Eschalion“ oder Banana-Schalotten sind oft Kreuzungen mit der Zwiebel. In Europa wird die Schalotte vor allem in Frankreich, den Niederlanden und in kleinerem Umfang auch in Deutschland angebaut.
NutzenWas die Schalotte für dich tut
100 g rohe Schalotten liefern rund 72 kcal, 2,5 g Eiweiß, gut 3 g Ballaststoffe und etwa 330 mg Kalium, dazu Vitamin B6, Folat und etwas Vitamin C. Ein Teil der Ballaststoffe sind Fruktane wie Inulin, die den Darmbakterien als Nahrung dienen - und empfindlichen Menschen Blähungen machen können.
Interessanter sind die Polyphenole. In einer Studie der Cornell University, die zehn Zwiebelsorten verglich, hatten Schalotten den höchsten Gehalt an Phenolen und gehörten zu den Sorten mit der stärksten antioxidativen Aktivität im Labor. Das wichtigste Flavonoid ist Quercetin, das in Zwiebeln vor allem als Glykosid vorliegt und aus ihnen vergleichsweise gut aufgenommen wird. Die meisten Flavonoide sitzen in den äußeren Schichten - wer zu viel abschält, verliert einen Teil davon.
Hinzu kommen schwefelhaltige Verbindungen, die beim Schneiden entstehen und für Aroma und Tränen sorgen. Beobachtungsstudien verbinden einen hohen Verzehr von Zwiebelgemüse mit einem etwas geringeren Risiko für manche Krebsarten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ob Schalotten dabei eine besondere Rolle spielen, ist nicht untersucht. Sie sind vor allem ein Weg, Gemüse mit Aroma und wertvollen Pflanzenstoffen regelmäßig auf den Teller zu bringen.
InhaltsstoffeDas steckt in der Schalotte
Schalotten enthalten Kohlenhydrate (Zucker und Fruktane wie Inulin), Eiweiß, Ballaststoffe, Kalium, Mangan, Vitamin B6, Folat und Vitamin C, Flavonoide wie Quercetin-Glykoside und - bei roten Sorten - Anthocyane, Phenolsäuren, Saponine sowie schwefelhaltige Aromastoffe (Cysteinsulfoxide, aus denen beim Schneiden Thiosulfinate entstehen).
Gegenüber der Küchenzwiebel haben Schalotten weniger Wasser und dadurch ein konzentrierteres Aroma. Die rötlich-violetten Sorten sind besonders reich an Farbstoffen und Flavonoiden.
Verstärkte KombinationenWas Schalotten stärker macht
Schalotten brauchen Geduld und etwas Fett - dann werden sie süß und rund.
Sanft glasig dünsten, nicht bräunen.
Die Basis für Beurre blanc und Béarnaise.
Französische Soßenküche.
Fein gehackt, milder als Zwiebel.
Karamellisiert, mit Balsamico.
Würze und Quercetin im Eintopf.
Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen
Schalotten verbrennen schnell und werden bitter.
Außen sitzen die meisten Flavonoide.
Zwiebelgewächse zerstören rote Blutkörperchen.
Fruktane können blähen.
Feuchtigkeit fördert Schimmel und Austrieb.
Aroma geht verloren.
In der KücheWo sie hingehören
- Beurre blancWeiße Buttersoße zu Fisch.
- Sauce béarnaiseMit Estragon.
- VinaigretteFein gewürfelt.
- Glasierte SchalottenMit Balsamico und Honig.
- Coq au vinIm Ganzen mitgeschmort.
- RisottoAls milde Basis.
- RöstschalottenKnusprig frittiert, wie in Asien.
- LinseneintopfStatt Zwiebel.
- RotweinsoßeFür Braten und Pilze.
- Eingelegte SchalottenSüß-sauer.
Als HausmittelSchalotten-Vinaigrette für jeden Tag
Schalotten-Vinaigrette
- Eine Schalotte schälen und sehr fein würfeln.
- Mit 2 Esslöffeln Weißwein- oder Apfelessig, einer Prise Salz und einem halben Teelöffel Senf verrühren und 5 Minuten ziehen lassen.
- 4 bis 5 Esslöffel Olivenöl oder Rapsöl unterschlagen und mit Pfeffer abschmecken.
- Über Blattsalat, Linsen, Erdäpfel oder gedünstetes Gemüse geben.
Als einfache Grundsoße, die rohes Gemüse und Salat schmackhafter macht. Die Schalotte bringt Aroma und Polyphenole, das Öl hilft bei der Aufnahme fettlöslicher Vitamine aus dem Gemüse.
Hält sich im verschlossenen Glas 2 bis 3 Tage im Kühlschrank. Vor Gebrauch schütteln.
Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen
Ayurveda
Im Ayurveda werden Zwiebeln und Schalotten (Palandu) als erhitzend, scharf und süß beschrieben. Gekocht gelten sie als nährend und Vata ausgleichend; roh sollen sie Pitta anregen. In der streng sattvischen Küche werden Zwiebelgewächse gemieden.
Traditionelle Chinesische Medizin
In der TCM gilt die Zwiebel als scharf und warm. Sie soll Qi und Yang bewegen, den Magen wärmen und Schleim lösen. Schalotten werden in der chinesischen Küche ähnlich eingesetzt, vor allem frittiert als Würze.
WarnhinweiseWann du aufpassen solltest
Bitte beachten
- Hunde und Katzen: alle Zwiebelgewächse sind giftig und können eine Blutarmut auslösen - schon ab etwa 15 bis 30 g Zwiebel pro kg Körpergewicht beim Hund und 5 g pro kg bei der Katze. Katzen sind empfindlicher. Auch gekocht, getrocknet oder als Pulver.
- Reizdarm: Fruktane können Blähungen und Bauchschmerzen auslösen.
- Sodbrennen: rohe Schalotten können bei empfindlichen Menschen Reflux verstärken.
- Allergie: selten, Kreuzreaktionen mit anderen Zwiebelgewächsen möglich.
- Lagerung: verschimmelte oder weiche Zwiebeln entsorgen.
Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.
Passend zum ThemaWeiterlesen und mitkochen
Shop-Links führen zu unseren Produktseiten; dort ist gekennzeichnet, wenn ein Partner beteiligt ist.
QuellenWorauf sich das stützt
- USDA FoodData Central: Shallots, raw.
- Yang J, Meyers KJ, van der Heide J, Liu RH. Varietal differences in phenolic content and antioxidant and antiproliferative activities of onions. Journal of Agricultural and Food Chemistry 2004; 52(22): 6787–6793.
- Slimestad R, Fossen T, Vågen IM. Onions: a source of unique dietary flavonoids. Journal of Agricultural and Food Chemistry 2007; 55(25): 10067–10080.
- Fattorusso E et al. Chemical composition of shallot (Allium ascalonicum Hort.). Journal of Agricultural and Food Chemistry 2002; 50(20).
- Salgado BS, Monteiro LN, Rocha NS. Allium species poisoning in dogs and cats. Journal of Venomous Animals and Toxins including Tropical Diseases 2011; 17(1): 4–11.


