Schnittlauch (Allium schoenoprasum)

Botanischer Name
Allium schoenoprasumAmaryllisgewächse (Amaryllidaceae), Lauch-Verwandtschaft
Verwendet wird
Röhrenblätter und Blütenfrisch, fein geschnitten
Geschmack
Mild zwiebeligfrisch und leicht scharf
Herkunft
Europa, Asien, Nordamerikawild an Flussufern und in den Alpen
Bekannt für
Vitamin K und Cdas Kraut fürs Butterbrot
Saison
März bis Oktoberaus dem Garten, getopft ganzjährig

HerkunftDas Binsenkraut vom Flussufer

Frischer Schnittlauch mit Messer auf einem Schneidebrett

Schoenoprasum setzt sich aus griechisch schoinos (Binse) und prason (Lauch) zusammen: „Binsenlauch“.

Wilder Schnittlauch wächst in weiten Teilen der nördlichen Halbkugel, in Mitteleuropa vor allem an Flussufern, auf feuchten Wiesen und in den Alpen bis über 2000 Meter. In Klostergärten des Mittelalters wurde er bereits kultiviert, und bis heute gehört er in jeden Bauerngarten.

Die mehrjährige Pflanze treibt im Frühjahr als eines der ersten Kräuter aus und lässt sich den ganzen Sommer über immer wieder schneiden. Im Frühsommer bildet sie runde, lila Blütenköpfe, die Bienen und Hummeln lieben. Der größte Teil des Schnittlauchs im Handel stammt aus heimischem Anbau.

NutzenWas Schnittlauch für dich tut

100 g frischer Schnittlauch liefern rund 60 mg Vitamin C, etwa 200 µg Vitamin K und gut 100 µg Folat, dazu Carotinoide, Kalium und Calcium - bei nur rund 30 kcal. Realistisch isst man aber nur einen oder zwei Esslöffel, also 5 bis 10 g. Das bringt vor allem Vitamin K in nennenswerter Menge, die anderen Werte bleiben klein.

Wie Zwiebel und Knoblauch enthält Schnittlauch Schwefelverbindungen, die beim Schneiden aus Vorstufen entstehen und für die Schärfe sorgen. Laborstudien zeigen antimikrobielle und antioxidative Eigenschaften; Beobachtungsstudien verbinden einen hohen Verzehr von Lauchgemüse insgesamt mit einem geringeren Risiko für manche Magen-Darm-Krebsarten. Zu Schnittlauch allein gibt es keine belastbaren Studien am Menschen.

Sein eigentlicher Wert liegt in der Küche: Schnittlauch macht Topfen, Eier, Erdäpfel und Suppen würzig, ohne viel Salz. Wer regelmäßig frische Kräuter isst, isst meist auch mehr Gemüse.

ca. 60 mgVitamin C pro 100 g
ca. 210 µgVitamin K pro 100 g
ca. 105 µgFolat pro 100 g
ca. 30 kcalpro 100 g

InhaltsstoffeDas steckt im Schnittlauch

Schnittlauch enthält Vitamin C, Vitamin K, Folat, Beta-Carotin und Lutein, Kalium, Calcium, Eisen, Ballaststoffe, schwefelhaltige Vorstufen (Alk(en)ylcysteinsulfoxide), aus denen beim Schneiden flüchtige Sulfide entstehen, sowie Flavonoide wie Kaempferol und Quercetin.

Die Schwefelverbindungen und das Vitamin C sind hitze- und luftempfindlich. Geschnittener Schnittlauch verliert deshalb innerhalb kurzer Zeit Aroma und Vitamine.

Verstärkte KombinationenWas Schnittlauch stärker macht

Schnittlauch mag es kühl, frisch und cremig.

Milchprodukte

mit Topfen & Joghurt

Der Klassiker: Kräuterquark.

Erdäpfel

mit Pellkartoffeln

Einfach und sättigend.

Eier

im Rührei oder Omelett

Erst am Ende drüberstreuen.

Fett

mit etwas Butter oder Öl

Hilft bei Vitamin K und Carotinoiden.

Gemüse

mit Gurke & Radieschen

Frühlingssalat.

Kräuter

mit Petersilie & Dill

Für Frankfurter Grüne Soße und Co.

Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen

Hitze

nicht mitkochen

Wird grau, bitter und verliert Vitamine.

Messer

nicht mit stumpfem Messer hacken

Quetscht die Röhren - lieber mit Schere schneiden.

Vorrat

nicht lange vorschneiden

Aroma verfliegt in Stunden.

Trocknen

nicht getrocknet als Ersatz

Schmeckt kaum noch - besser einfrieren.

Gerinnung

nicht in großen Mengen bei Vitamin-K-Antagonisten

Menge gleichmäßig halten.

Verwechslung

nicht wild sammeln ohne Kenntnis

Junge Blätter giftiger Pflanzen können ähneln.

In der KücheWo er hingehört

  • KräuterquarkMit Pellkartoffeln und Leinöl.
  • SchnittlauchbrotButterbrot mit frischen Röllchen.
  • RühreiZum Schluss darüber.
  • Grüne SoßeFrankfurter Art mit sieben Kräutern.
  • ErdapfelsalatSchwäbisch mit Brühe.
  • SuppenAuf klare Brühe und Erdapfelsuppe.
  • GurkensalatMit Joghurtdressing.
  • KräuterbutterMit Petersilie und Knoblauch.
  • BlütenessigLila Blüten in Weißweinessig.
  • Salat-DekoBlüten in einzelne Röschen gezupft.
Faustregel: Schnittlauch mit einer scharfen Küchenschere direkt über dem Teller in feine Röllchen schneiden. Übriges bündelweise schneiden, in Röllchen portionsweise einfrieren und gefroren über das Essen streuen - das schmeckt fast wie frisch.

Als HausmittelSchnittlauch-Topfen als Frühlingskur

So geht’s

Schnittlauch-Topfen

  1. 250 g Magerquark mit 3 bis 4 Esslöffeln Milch oder Mineralwasser glatt rühren.
  2. Einen Bund Schnittlauch waschen, trocken schütteln und mit der Schere fein schneiden.
  3. Schnittlauch, eine Prise Salz, etwas Pfeffer und 1 Esslöffel Leinöl unterrühren.
  4. Nach Belieben einige Radieschen reiben und dazugeben.
  5. Frisch mit Pellkartoffeln oder auf Vollkornbrot essen.
Wofür

Als leichte, eiweißreiche Mahlzeit im Frühjahr, wenn der Appetit auf Frisches wächst. Topfen bringt Eiweiß und Calcium, Schnittlauch Vitamin K und Würze, Leinöl pflanzliches Omega-3. Eine „Kur“ im Sinne guter Gewohnheit, keine Entgiftung.

Menge

Eine Portion zu einer Mahlzeit, gern mehrmals pro Woche. Frisch zubereitet am besten, im Kühlschrank höchstens einen Tag.

Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen

Ayurveda

Schnittlauch ist im klassischen Ayurveda nicht eigens beschrieben. Wie andere Laucharten gilt er als scharf und wärmend, anregend für die Verdauung - gut für Kapha und Vata, bei Pitta in Maßen.

Traditionelle Chinesische Medizin

In der TCM wird vor allem der verwandte Schnitt-Knoblauch (Allium tuberosum, Jiucai) verwendet: scharf und warm, er soll die Nieren-Yang stärken und die Verdauung anregen. Unseren Schnittlauch ordnet die westliche TCM-Ernährungslehre ähnlich ein.

WarnhinweiseWann du aufpassen solltest

Bitte beachten

  • Blutverdünner: wer Vitamin-K-Antagonisten wie Phenprocoumon (Marcumar) nimmt, sollte große Schnittlauchmengen nicht plötzlich ändern - die übliche Würzmenge ist unproblematisch.
  • Verdauung: bei Reizdarm können Lauchgewächse wegen ihrer Fruktane blähen; kleine Mengen testen.
  • Allergie: selten, Kreuzreaktionen mit Zwiebel, Knoblauch und Lauch möglich.
  • Wildsammlung: wilden Schnittlauch nur bei sicherer Bestimmung sammeln; in Naturschutzgebieten ist er geschützt.
  • Hygiene: frische Kräuter gründlich waschen, vor allem für Schwangere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.

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QuellenWorauf sich das stützt

  1. USDA FoodData Central: Chives, raw.
  2. Singh V et al. Allium schoenoprasum L.: a review of phytochemistry, pharmacology and future directions. Natural Product Research 2018; 32(18): 2202–2216.
  3. Nicastro HL et al. Garlic and onions: their cancer prevention properties. Cancer Prevention Research 2015; 8(3): 181–189.
  4. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr - Vitamin K.
  5. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Küchenklassiker Schnittlauch: Besser schneiden als hacken.