Ananas (Ananas comosus)

Botanischer Name
Ananas comosusBromeliengewächse (Bromeliaceae)
Verwendet wird
Das Fruchtfleischder Strunk enthält das meiste Bromelain
Geschmack
Süß-säuerlichprickelt auf der Zunge
Herkunft
Südamerika, Paraguay und Brasilien1493 von Kolumbus nach Europa gebracht
Bekannt für
Das Enzym Bromelainspaltet Eiweiß
Botanisch
Eine Sammelfruchtaus über 100 verwachsenen Einzelbeeren

HerkunftDie Frucht, die man mietete

Reife Ananas mit grünen Blättern

Im 18. Jahrhundert war eine Ananas in England so teuer, dass man sie für Abendgesellschaften mietete - nur zum Ansehen.

Die Ananas stammt aus Südamerika, aus dem Gebiet von Paraguay und Südbrasilien; indigene Völker verbreiteten sie in die Karibik. Kolumbus fand sie 1493 auf Guadeloupe und brachte sie nach Spanien. In Europa wurde sie in beheizten Glashäusern, den „Pineries“, zum Statussymbol des Adels.

Heute kommen die meisten Ananas aus Costa Rica, den Philippinen und Brasilien. Die Pflanze ist eine Bromelie; jede Ananas ist eine Sammelfrucht aus über hundert verwachsenen Einzelfrüchten, die sich spiralförmig um den Strunk anordnen.

NutzenWas die Ananas für dich tut

Frische Ananas liefert rund 48 mg Vitamin C pro 100 g, viel Mangan, dazu Ballaststoffe, Kalium und das Enzym Bromelain - eine Mischung eiweißspaltender Enzyme, die vor allem im Strunk sitzt.

Bromelain ist als Arzneimittel zugelassen, etwa zur Behandlung von Schwellungen nach Verletzungen und Operationen. In Studien wurde es in Dosen von mehreren hundert Milligramm eingesetzt; mit einer Portion frischer Ananas nimmt man nur einen Bruchteil davon auf, und ein Teil wird im Magen zerstört. Als Verdauungshilfe nach eiweißreichen Mahlzeiten ist frische Ananas plausibel, gut belegt ist das nicht.

Dosenananas ist erhitzt: Das Bromelain ist zerstört, Vitamin C teilweise verloren, dafür oft Zucker im Sirup. Für Nährstoffe und Enzym zählt frische Ananas.

ca. 48 mgVitamin C pro 100 g frische Ananas
über 100Einzelfrüchte bilden eine Ananas
1493brachte Kolumbus sie nach Europa
0aktives Bromelain in Dosenananas

InhaltsstoffeDas steckt in der Ananas

Ananas enthält Zucker, Fruchtsäuren (Zitronen- und Äpfelsäure), Vitamin C, sehr viel Mangan, Vitamin B1, Kalium, Ballaststoffe und Bromelain. Das Aroma entsteht aus über hundert flüchtigen Stoffen.

Bromelain spaltet Eiweiß - auch das der Mundschleimhaut. Daher das Brennen und Prickeln nach viel frischer Ananas. Außerdem verhindert es, dass Gelatine fest wird, und macht Topfen bitter, wenn man beides zu lange stehen lässt.

Verstärkte KombinationenWas die Ananas stärker macht

Ananas liebt Chili, Kokos und Grill - und ihr Enzym muss man in der Küche kennen.

Fleisch

als Marinade

Frische Ananas in der Marinade macht Fleisch zart - höchstens 30 bis 60 Minuten.

Grill

gegrillt mit Zimt

Gegrillte Ananasscheiben mit Zimt - karamellisiert und saftig.

Tropisch

mit Kokos & Limette

Piña-Colada-Aromen im Obstsalat oder Smoothie.

Herzhaft

mit Chili & Koriander

Ananas-Salsa zu Fisch und Tacos.

Enzym

frisch & mit Strunk

Der fein geschnittene Strunk enthält das meiste Bromelain - in Smoothies mitmixen.

Curry

in Thai-Curry

Rotes Curry mit Ananas und Kokosmilch.

Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen

Enzym

nicht roh in Gelatine-Desserts

Bromelain verhindert das Festwerden - Agar-Agar nehmen oder Ananas erhitzen.

Milch

nicht roh in Topfen stehen lassen

Wird bitter - frisch mischen.

Mund

nicht zu viel auf einmal

Bromelain reizt die Mundschleimhaut.

Medikamente

Bromelain-Präparate nicht mit Blutverdünnern

Hochdosiertes Bromelain kann die Blutgerinnung beeinflussen - absprechen.

Dose

nicht Dose statt frisch

Kein Enzym, weniger Vitamin C, oft Zucker.

Reife

nicht unreif kaufen

Ananas reift nach der Ernte nicht nach - süßlich duftend und mit leicht zupfbaren Blättern kaufen.

In der KücheWo sie hingehört

  • Gegrillte AnanasMit Zimt und Joghurt.
  • Ananas-SalsaMit Chili, Zwiebel, Koriander.
  • Thai-CurryMit Kokosmilch und Gemüse.
  • ObstsalatMit Mango, Kiwi, Limette.
  • SmoothieMit Spinat und Banane.
  • Tacos al pastorMexikanisch mit Ananas.
  • Ananas-Fried-RiceThailändisch in der Ananas serviert.
  • FleischmarinadeMit Sojasauce und Ingwer.
  • SorbetAus frischer Ananas.
  • Kokos-Ananas-KuchenSaftig und tropisch.
Faustregel: Oben und unten abschneiden, Schale in Streifen abschneiden, die braunen Augen in schrägen Rillen entfernen. Den Strunk nicht wegwerfen, sondern fein geschnitten in Smoothies verwenden.

Als HausmittelFrische Ananas nach schwerem Essen

So geht’s

Ananas als Nachtisch

  1. Eine halbe frische, reife Ananas schälen und in Stücke schneiden.
  2. Den Strunk sehr fein schneiden und mit dazugeben.
  3. Nach einer eiweißreichen Mahlzeit eine Portion (etwa 150 g) essen.
  4. Nicht mit Sahne oder Topfen mischen, wenn es länger stehen soll.
Wofür

Als leichter, erfrischender Nachtisch nach schweren, eiweißreichen Mahlzeiten. Das Bromelain unterstützt möglicherweise die Eiweißverdauung - belegt ist das für frische Ananas nicht, aber sie ist in jedem Fall ein vitaminreicher Abschluss.

Menge

Eine Portion. Bei empfindlicher Mundschleimhaut weniger. Bromelain-Präparate bei Schwellungen nur nach ärztlicher Rücksprache, besonders mit Blutverdünnern.

Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen

Ayurveda

Die Ananas gehört nicht zum klassischen Ayurveda. Heute gilt sie als süß-sauer, erwärmend und schwer: Sie regt das Verdauungsfeuer an und beruhigt Vata, kann aber Pitta reizen - deshalb reif und in Maßen.

Traditionelle Chinesische Medizin

In der TCM ist die Ananas (Bo Luo) süß-leicht sauer und neutral. Sie soll Durst stillen, Hitze lindern, die Verdauung anregen und das Wasserlassen fördern.

WarnhinweiseWann du aufpassen solltest

Bitte beachten

  • Mundreizung: Bromelain kann Zunge und Lippen reizen.
  • Bromelain-Präparate: mit Blutverdünnern und vor Operationen absprechen.
  • Allergie: Kreuzreaktion mit Latex, Papaya und Kiwi möglich.
  • Dose: oft gezuckert, ohne aktives Enzym.
  • Saison: immer Import.

Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.

Passend zum ThemaWeiterlesen und mitkochen

Shop-Links führen zu unseren Produktseiten; dort ist gekennzeichnet, wenn ein Partner beteiligt ist.

QuellenWorauf sich das stützt

  1. Maurer HR. Bromelain: biochemistry, pharmacology and medical use. Cellular and Molecular Life Sciences 2001; 58(9): 1234–1245.
  2. Pavan R et al. Properties and therapeutic application of bromelain: a review. Biotechnology Research International 2012; 2012: 976203.
  3. Beauman F. The Pineapple: King of Fruits. Chatto & Windus, London 2005.
  4. Aune D et al. Fruit and vegetable intake and the risk of cardiovascular disease, total cancer and all-cause mortality - a systematic review and dose-response meta-analysis of prospective studies. International Journal of Epidemiology 2017; 46(3): 1029–1056.
  5. USDA FoodData Central: Pineapple, raw, all varieties.