Feige (Ficus carica)
HerkunftÄlter als der Weizen

In Gilgal im Jordantal fanden Archäologen verkohlte Feigen, die rund 11.400 Jahre alt sind - vermutlich die älteste bekannte Kulturpflanze.
Die Feige stammt aus Vorderasien und dem östlichen Mittelmeer. Die Funde aus Gilgal stammen von einer Sorte, die ohne Befruchtung Früchte bildet und nur durch Stecklinge vermehrt werden kann - ein Hinweis, dass Menschen sie bewusst angebaut haben, noch vor Getreide. In der Bibel bedecken sich Adam und Eva mit Feigenblättern.
Wilde Feigen werden von winzigen Feigenwespen bestäubt, die im Inneren der Frucht leben. Die meisten Speisefeigen im Handel sind Sorten, die dafür keine Wespe brauchen. In geschützten Lagen, etwa in der Pfalz und am Oberrhein, reifen Feigen auch in Deutschland.
NutzenWas die Feige für dich tut
Frische Feigen sind leicht (rund 74 kcal pro 100 g) und liefern Ballaststoffe, Kalium und Polyphenole. Getrocknete Feigen konzentrieren alles: rund 10 g Ballaststoffe, 160 mg Calcium, 680 mg Kalium und 2 mg Eisen pro 100 g - dafür auch viel Zucker.
Als Mittel gegen Verstopfung sind eingeweichte Trockenfeigen ein traditionelles Hausmittel im Mittelmeerraum und im Orient. Die vielen kleinen Kerne, die Ballaststoffe und die natürlichen Zucker regen die Verdauung an; kleine Studien fanden eine Verbesserung bei funktioneller Verstopfung. Belastbarer ist die Datenlage bei Trockenpflaumen.
Für eine pflanzliche Ernährung ist die Trockenfeige interessant, weil sie ungewöhnlich viel Calcium enthält - mehr als die meisten anderen Früchte.
InhaltsstoffeDas steckt in der Feige
Feigen enthalten Zucker (Glukose, Fruktose), Ballaststoffe einschließlich Pektin, Calcium, Kalium, Magnesium, Eisen, Vitamin K und Polyphenole wie Anthocyane (in dunklen Sorten), Chlorogensäure und Rutin.
Der weiße Milchsaft von Blättern, Stielen und unreifen Früchten enthält Furocumarine (Psoralen, Bergapten) und eiweißspaltende Enzyme (Ficin). Auf der Haut kann er in Verbindung mit Sonnenlicht Verbrennungen auslösen.
Verstärkte KombinationenWas die Feige stärker macht
Feigen lieben Käse, Nüsse und Honig - und Schinken.
Gebackene Feigen mit Ziegenkäse und Thymianhonig.
Feige mit luftgetrocknetem Schinken - süß und salzig.
Feigen und Walnüsse - Früchtebrot und Käsebrett.
Trockenfeigen über Nacht einweichen, morgens mit dem Wasser essen.
Feigen und Joghurt - doppelt Calcium.
Feigenkompott für den Winter.
Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen
Blätter und Milchsaft können phototoxische Verbrennungen auslösen - beim Pflücken Handschuhe.
Viel Zucker und abführend.
Feigen enthalten Oxalat.
Trockenfeigen enthalten Vitamin K.
Kreuzreaktionen sind beschrieben.
Unreife Feigen enthalten Milchsaft und schmecken fad.
In der KücheWo sie hingehört
- Gebackene FeigenMit Ziegenkäse, Honig und Thymian.
- Feigen mit SchinkenAls Vorspeise.
- FeigensenfZu Käse.
- FeigenmarmeladeMit Zitrone und Vanille.
- SalatRucola, Feige, Walnuss, Balsamico.
- FrüchtebrotMit Trockenfeigen und Nüssen.
- PorridgeMit gehackten Trockenfeigen.
- TagineMit Lamm und Feigen.
- Feigen-TarteMit Mandelcreme.
- Joghurt-BowlMit frischen Feigen und Honig.
Als HausmittelEingeweichte Feigen für die Verdauung
Feigen über Nacht
- Abends 3 bis 4 getrocknete Feigen in ein Glas geben.
- Mit etwa 200 ml Wasser übergießen und über Nacht quellen lassen.
- Morgens nüchtern die Feigen essen und das Einweichwasser trinken.
- Über den Tag reichlich trinken.
Leichte, gelegentliche Verstopfung - ein traditionelles Hausmittel aus dem Mittelmeerraum. Ballaststoffe, Kerne und Zucker regen den Darm sanft an.
Täglich eine Portion, ein bis zwei Wochen. Bei anhaltender oder plötzlicher Verstopfung, Blut im Stuhl oder Schmerzen ärztlich abklären lassen. Bei Diabetes Zucker einrechnen.
Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen
Ayurveda
Die Feige (Anjira) gilt im Ayurveda als süß, schwer und kühlend - nährend, leicht abführend und stärkend. Eingeweichte Feigen werden bei Verstopfung, Schwäche und trockenem Husten empfohlen.
Traditionelle Chinesische Medizin
In der TCM heißt die Feige Wu Hua Guo, „Frucht ohne Blüte“. Sie ist süß und neutral, soll die Milz stärken, den Darm befeuchten, den Hals beruhigen und Schwellungen lindern.
WarnhinweiseWann du aufpassen solltest
Bitte beachten
- Milchsaft: phototoxisch - beim Pflücken und Schneiden von Blättern Handschuhe, Sonne meiden.
- Zucker: Trockenfeigen in Maßen.
- Blutverdünner: Vitamin K gleichmäßig halten.
- Oxalat: bei Nierensteinen maßvoll.
- Allergie: Kreuzreaktion mit Latex und Birkenpollen möglich.
Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.
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QuellenWorauf sich das stützt
- Kislev ME, Hartmann A, Bar-Yosef O. Early domesticated fig in the Jordan Valley. Science 2006; 312(5778): 1372–1374.
- Veberic R, Colaric M, Stampar F. Phenolic acids and flavonoids of fig fruit (Ficus carica L.) in the northern Mediterranean region. Food Chemistry 2008; 106(1): 153–157.
- Kavli G, Volden G. Phytophotodermatitis. Photodermatology 1984; 1(2): 65–75.
- Aune D et al. Fruit and vegetable intake and the risk of cardiovascular disease, total cancer and all-cause mortality - a systematic review and dose-response meta-analysis of prospective studies. International Journal of Epidemiology 2017; 46(3): 1029–1056.
- USDA FoodData Central: Figs, raw und Figs, dried, uncooked.


