Himbeere (Rubus idaeus)

Botanischer Name
Rubus idaeusRosengewächse (Rosaceae)
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Die Fruchtzu den Blättern siehe Himbeerblätter
Geschmack
Süß-säuerlich, duftendwild intensiver als aus dem Garten
Herkunft
Europa und Nordasienwild in Waldlichtungen
Bekannt für
Ballaststofferund 6,5 g pro 100 g - Spitzenwert beim Obst
Besonders
Ellagitannineund das Aroma Himbeerketon

HerkunftDie Beere vom Berg Ida

Frische Himbeeren in einer Holzschaufel

Der Legende nach sammelten Nymphen auf dem Berg Ida die ersten Himbeeren für den kleinen Zeus - daher der Name idaeus.

Die Himbeere wächst wild in ganz Europa und Nordasien, bevorzugt an Waldrändern, auf Lichtungen und Kahlschlägen. Samenfunde aus der Steinzeit zeigen, dass Menschen sie seit Jahrtausenden sammeln. Im Mittelalter wurde sie in Klostergärten kultiviert, gezielt gezüchtet erst ab dem 16. Jahrhundert. Wie die Brombeere gehört sie zur Gattung Rubus; die Frucht ist eine Sammelsteinfrucht aus vielen kleinen Einzelfrüchtchen, die sich beim Pflücken vom Zapfen löst - daher das Loch in der Mitte.

Heute unterscheidet man Sommerhimbeeren, die am vorjährigen Holz tragen, und Herbsthimbeeren, die am diesjährigen Trieb bis zum Frost fruchten. Neben der roten gibt es gelbe und schwarze Sorten. Weil Himbeeren extrem druckempfindlich sind und schnell schimmeln, sind sie eines der teuersten Obstsorten im Handel - und gehören zu den dankbarsten für den eigenen Garten.

NutzenWas die Himbeere für dich tut

Die Himbeere ist eine Ballaststoffbeere: Mit etwa 6,5 g Ballaststoffen pro 100 g übertrifft sie fast alles andere Obst, bei nur rund 4 g Zucker und etwa 50 kcal. Dazu kommen Vitamin C, Mangan, Vitamin K und reichlich Polyphenole - vor allem Ellagitannine, die im Darm von Bakterien zu Urolithinen umgebaut werden, und Anthocyane.

Kleine kontrollierte Studien fanden, dass Himbeeren zu einer Mahlzeit den Blutzucker- und Insulinanstieg bei Menschen mit Prädiabetes dämpfen. Ellagitannine und Urolithine werden intensiv erforscht, etwa zu Entzündung und Darmgesundheit - bislang vor allem im Labor und in kleinen Humanstudien.

Ein ehrlicher Hinweis zum Himbeerketon: Das Aroma der Himbeere wird als Kapsel zum Abnehmen verkauft. Die Hinweise darauf stammen aus Tierversuchen mit sehr hohen Dosen; für den Menschen gibt es keine belastbare Evidenz. Die ganze Frucht mit ihren Ballaststoffen ist die bessere Idee.

6,5 gBallaststoffe pro 100 g - Spitzenwert beim Obst
ca. 50 kcalpro 100 g
ca. 4 gZucker pro 100 g
80 - 100Einzelfrüchtchen bilden eine Himbeere

InhaltsstoffeDas steckt in der Himbeere

Himbeeren enthalten Ballaststoffe (viel davon in den kleinen Kernen), Vitamin C (etwa 25 mg pro 100 g), Mangan, Vitamin K, Folat und Kalium. Die rote Farbe stammt von Cyanidin-Glykosiden. Charakteristisch sind die Ellagitannine, besonders Sanguiin H-6 und Lambertianin C, sowie freie Ellagsäure.

Das typische Aroma bildet das Himbeerketon zusammen mit Jononen, die auch in Veilchen vorkommen. In einer Himbeere steckt nur sehr wenig Himbeerketon - für eine Kapseldosis bräuchte man Dutzende Kilo Beeren, weshalb das Kapselpulver meist synthetisch hergestellt wird.

Verstärkte KombinationenWas die Himbeere stärker macht

Die Himbeere ist aromatisch und säuerlich - sie hebt Schokolade, Vanille und Sahne, aber sie verzeiht keinen Druck.

Geschmack

mit dunkler Schokolade

Himbeere und Zartbitter ist eines der besten Aromapaare der Patisserie.

Frühstück

mit Joghurt & Hafer

Ballaststoffe der Beere plus Eiweiß des Joghurts - macht lange satt.

Blutzucker

zu kohlenhydratreichen Mahlzeiten

Eine Handvoll Himbeeren zum Frühstück dämpfte in Studien den Blutzuckeranstieg.

Kräuter

mit Minze & Zitronenmelisse

Für Himbeerwasser, Obstsalat oder Sorbet.

Tiefkühl

gefroren statt teuer frisch

Tiefgekühlte Himbeeren sind ganzjährig verfügbar und fast gleichwertig - perfekt für Smoothies und Soßen.

Dessert

mit Vanille & Sahne

Himbeer-Tiramisu, Pavlova, Panna cotta mit Himbeersoße.

Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen

Lagerung

nicht gestapelt lagern

Himbeeren zerdrücken und schimmeln schnell - flach ausbreiten, kühl, in ein bis zwei Tagen essen.

Lagerung

nicht vor dem Lagern waschen

Feuchtigkeit lässt sie sofort schimmeln - erst unmittelbar vor dem Essen kurz abbrausen.

Kapseln

nicht auf Himbeerketon-Kapseln setzen

Keine belastbare Wirkung beim Menschen, Sicherheit hoher Dosen ungeklärt.

Verdauung

nicht in Mengen bei Divertikeln ohne Rücksprache

Früher riet man wegen der Kerne ab; heute gilt das als überholt - im akuten Schub aber meiden.

Säure

nicht bei Mundschleimhaut-Entzündung

Säure brennt auf wunden Stellen.

Wild

nicht unbedacht wild sammeln

Wie bei allen Waldbeeren ist das Fuchsbandwurm-Risiko sehr gering; wer sichergehen will, erhitzt sie.

In der KücheWo sie hingehört

  • Himbeeren mit JoghurtMit Haferflocken und Nüssen - das beste Beerenfrühstück.
  • HimbeersoßeTiefkühlhimbeeren kurz erhitzen, durch ein Sieb streichen.
  • Himbeer-TiramisuMascarpone, Löffelbiskuits, Himbeeren statt Kaffee.
  • Panna cottaMit Himbeercoulis.
  • Himbeer-Chia-KonfitüreZerdrückte Himbeeren mit Chiasamen - ohne Kochen, mit wenig Zucker.
  • HimbeeressigHimbeeren in Weißweinessig ziehen lassen - für Salate.
  • SchokoladentarteMit frischen Himbeeren belegt.
  • SmoothieGefrorene Himbeeren, Banane, Haferdrink.
  • Rote GrützeMit Ribisel und Kirschen, mit Stärke gebunden.
  • HimbeerwasserZerdrückte Himbeeren mit Minze und kaltem Wasser.
Faustregel: Frische Himbeeren im Laden umdrehen: Klebt die Schale unten oder sind Früchte schimmlig, liegen lassen. Zu Hause sofort aussortieren - ein schimmliges Früchtchen steckt die anderen innerhalb von Stunden an.

Als HausmittelHimbeersirup als Fiebergetränk

So geht’s

Himbeersirup

  1. 500 g Himbeeren (frisch oder tiefgekühlt) mit 250 ml Wasser kurz aufkochen.
  2. Durch ein feines Sieb oder Tuch abseihen, ohne stark zu drücken.
  3. Den Saft mit 250 g Zucker aufkochen, bis er sich gelöst hat, heiß in saubere Flaschen füllen.
  4. Zum Trinken 1 Teil Sirup mit 5 bis 8 Teilen Wasser mischen.
Wofür

Himbeersirup (Sirupus Rubi idaei) stand früher im Arzneibuch - als Geschmacksverbesserer für bittere Arznei und als kühlendes Getränk bei Fieber. Kranke Kinder trinken ihn gern, und bei Fieber zählt vor allem, dass genug getrunken wird.

Menge

Nach Bedarf, verdünnt. Wegen des Zuckers kein Dauergetränk. Fieber über 39 °C, bei Säuglingen jedes Fieber und Fieber über drei Tage gehören zum Arzt.

Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen

Ayurveda

Die Himbeere gehört nicht zum klassischen ayurvedischen Arzneischatz. Heutige Einordnungen beschreiben sie als süß-sauer und zusammenziehend, eher kühlend - gut für Pitta und Kapha in Maßen, für Vata mit etwas Süße und Wärme kombiniert.

Traditionelle Chinesische Medizin

In der TCM wird vor allem die unreife Frucht einer verwandten Art genutzt, Fu Pen Zi (Rubus chingii): sie gilt als süß-sauer, leicht warm und festigend, stärkt die Nieren und wird bei häufigem Wasserlassen und Bettnässen eingesetzt. Die reife Himbeere gilt als mildes, nährendes Obst.

WarnhinweiseWann du aufpassen solltest

Bitte beachten

  • Himbeerketon-Kapseln: keine belastbare Wirkung, Sicherheit hoher Dosen unklar - nicht in Schwangerschaft und Stillzeit.
  • Salicylate: Himbeeren enthalten natürliche Salicylate - bei Salicylat-Unverträglichkeit vorsichtig.
  • Schimmel: verschimmelte Beeren nicht essen, auch nicht die umliegenden.
  • Tiefkühlware: importierte TK-Beeren waren wiederholt mit Noroviren belastet - für Desserts ohne Erhitzen kurz aufkochen, wie das BfR empfiehlt.
  • Allergie: selten, mit Kreuzreaktion zu anderen Rosengewächsen.

Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.

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QuellenWorauf sich das stützt

  1. Burton-Freeman BM, Sandhu AK, Edirisinghe I. Red raspberries and their bioactive polyphenols: cardiometabolic and neuronal health links. Advances in Nutrition 2016; 7(1): 44–65.
  2. Xiao D et al. Attenuation of postmeal metabolic indices with red raspberries in individuals at risk for diabetes: a randomized controlled trial. Obesity 2019; 27(4): 542–550.
  3. Bundesinstitut für Risikobewertung: Tiefgefrorene Beeren vor dem Verzehr erhitzen. Verbrauchertipp.
  4. Morimoto C et al. Anti-obese action of raspberry ketone. Life Sciences 2005; 77(2): 194–204 (Tierstudie).
  5. USDA FoodData Central: Raspberries, raw.