Mandarine (Citrus reticulata)
HerkunftDie Frucht der Mandarine

Der Name erinnert an die chinesischen Beamten, die „Mandarine“ - vielleicht wegen ihrer orangefarbenen Gewänder.
Die Mandarine gehört zu den Urformen der Zitrusfrüchte: Aus Kreuzungen mit der Pampelmuse entstanden später Orange, Bitterorange und Grapefruit. In Südchina wird sie seit mehr als 3000 Jahren angebaut, nach Europa kam sie erst Anfang des 19. Jahrhunderts.
Im Laden liegen heute vor allem ihre Abkömmlinge: Die Clementine ist eine Kreuzung aus Mandarine und Orange, fester, meist kernlos und etwas säuerlicher. Die Satsuma stammt aus Japan, ist sehr mild, dünnschalig und fast immer ohne Kerne. Die echte Mandarine hat mehr Kerne und ein besonders intensives Aroma.
NutzenWas Mandarinen für dich tun
100 g Mandarine liefern rund 27 mg Vitamin C - zwei Früchte decken also etwa ein Drittel des Tagesbedarfs. Dazu kommt mit rund 400 µg pro 100 g besonders viel Beta-Cryptoxanthin, ein Carotinoid, das der Körper zu Vitamin A umbauen kann und das offenbar gut aufgenommen wird.
In der weißen Haut und vor allem in der Schale stecken Flavonoide: Hesperidin und die methoxylierten Flavone Nobiletin und Tangeretin. Im Labor und in Tierversuchen wirken sie entzündungshemmend und auf den Stoffwechsel günstig; belastbare Studien am Menschen fehlen bislang weitgehend.
Mit etwa 50 kcal pro 100 g ist die Mandarine ein leichter Snack. Sie ersetzt keine Therapie, ist aber eine einfache Möglichkeit, im Winter regelmäßig frisches Obst zu essen.
InhaltsstoffeDas steckt in der Mandarine
Das Fruchtfleisch enthält Zucker, Fruchtsäuren, Vitamin C, Folat, Kalium, Ballaststoffe (vor allem Pektin in den Häutchen) sowie Carotinoide, allen voran Beta-Cryptoxanthin.
Die Schale enthält ätherisches Öl mit viel Limonen, dazu Hesperidin, Narirutin, Nobiletin und Tangeretin. Bei konventioneller Ware finden sich auf der Schale außerdem Konservierungsmittel wie Thiabendazol oder Imazalil, die gegen Schimmel nach der Ernte aufgetragen werden.
Verstärkte KombinationenWas Mandarinen stärker macht
Mandarinen passen zu Süßem wie zu Herzhaftem - und bringen Vitamin C an den Tisch.
Vitamin C hilft beim Pflanzeneisen.
Carotinoide werden besser aufgenommen.
Frisch und leicht bitter.
Klassisch im Winter.
Eiweiß und Frucht.
Nur so für Tee und Kuchen.
Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen
Thiabendazol und Imazalil bleiben daran.
Nach dem Schälen Hände waschen, vor allem Kinder.
Fruchtsäure kann reizen.
Oft in Zuckersirup.
Säure - 30 Minuten warten.
Weniger Ballaststoffe.
In der KücheWo sie hingehört
- Pur als SnackIn der Adventszeit.
- ObstsalatMit Apfel und Granatapfel.
- FenchelsalatMit Mandarinenfilets.
- MüsliMit Haferflocken.
- Mandarinen-JoghurtMit Zimt.
- TopfenkuchenMit Mandarinen im Boden.
- Asiatische SoßeMit Ingwer und Sojasoße.
- WintersalatMit Vogerlsalat und Walnüssen.
- ChutneyMit Zwiebel und Gewürzen.
- AbriebVon der Bio-Schale im Gebäck.
Als HausmittelMandarinenschalen-Tee bei Völlegefühl
Mandarinenschalen-Tee
- Die Schale von 1 bis 2 Bio-Mandarinen heiß abwaschen und in Streifen schneiden, die weiße Innenhaut darf dranbleiben.
- Frisch verwenden oder einige Tage an der Luft trocknen lassen.
- 1 Teelöffel getrocknete oder 1 Esslöffel frische Schale mit 250 ml heißem Wasser übergießen.
- Zugedeckt 10 Minuten ziehen lassen, abseihen und in kleinen Schlucken nach dem Essen trinken.
Nach einem schweren Essen bei Völlegefühl und leichten Blähungen. Die ätherischen Öle und Bitterstoffe der Schale werden traditionell als verdauungsfördernd genutzt - gut belegt ist das nicht, aber der Tee ist mild und gut verträglich.
1 bis 2 Tassen am Tag. Ausschließlich unbehandelte Schale verwenden. Bei anhaltenden Beschwerden ärztlich abklären lassen.
Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen
Ayurveda
Im Ayurveda gilt die Mandarine als süß-sauer und kühlend. Sie soll Vata beruhigen und in Maßen auch Pitta guttun; bei Kapha eher sparsam, am besten nicht abends.
Traditionelle Chinesische Medizin
In der TCM ist die getrocknete, gereifte Mandarinenschale als Chen Pi (Citri reticulatae pericarpium) ein klassisches Mittel. Sie gilt als warm, scharf und bitter, soll das Qi von Milz und Magen bewegen und „Feuchtigkeit und Schleim“ lösen - etwa bei Völlegefühl, Übelkeit und Husten mit Schleim. Je älter die Schale, desto höher wird sie geschätzt.
WarnhinweiseWann du aufpassen solltest
Bitte beachten
- Schale: konventionelle Mandarinen sind meist mit Thiabendazol oder Imazalil behandelt - Schale nicht essen, nach dem Schälen Hände waschen.
- Kennzeichnung: nach der Ernte behandelte Ware muss gekennzeichnet sein, etwa mit „konserviert mit …“; für Tee und Abrieb nur Bio oder „unbehandelt“.
- Magen: bei Sodbrennen oder Reflux kann die Fruchtsäure reizen.
- Zähne: Säure greift den Zahnschmelz an - danach Wasser trinken statt sofort putzen.
- Allergie: selten, bei Zitrusallergie meiden.
Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.
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QuellenWorauf sich das stützt
- USDA FoodData Central: Tangerines, (mandarin oranges), raw.
- Burri BJ. Beta-cryptoxanthin as a source of vitamin A. Journal of the Science of Food and Agriculture 2015; 95(9): 1786–1794.
- Yu X et al. Citri Reticulatae Pericarpium (Chenpi): Botany, ethnopharmacology, phytochemistry, and pharmacology of a frequently used traditional Chinese medicine. Journal of Ethnopharmacology 2018; 220: 265–282.
- Verordnung (EG) Nr. 396/2005 über Höchstgehalte an Pestizidrückständen in oder auf Lebens- und Futtermitteln.
- Delegierte Verordnung (EU) 2023/2429 der Kommission zur Ergänzung der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 hinsichtlich der Vermarktungsnormen für Obst und Gemüse (Kennzeichnung nach der Ernte behandelter Zitrusfrüchte).


