Physalis (Physalis peruviana)

Botanischer Name
Physalis peruvianaNachtschattengewächse (Solanaceae)
Verwendet wird
Die reife Beereohne Kelch, frisch oder getrocknet
Geschmack
Süß-säuerlich, exotischzwischen Stachelbeere und Ananas
Herkunft
Anden, Peru bis Kolumbienauch Kapstachelbeere oder Andenbeere
Bekannt für
Carotinoide und den Papierkelchhält verpackt wochenlang
Saison
Ganzjährigfast ausschließlich Import, vor allem aus Kolumbien

HerkunftDie Laternenbeere aus den Anden

Physalis mit Papierkelch in einer weißen Schale

Der Name kommt vom griechischen physalis - „Blase“, nach dem aufgeblähten Kelch um die Frucht.

Die Physalis wächst wild in den Hochtälern der Anden, von Venezuela bis Chile, und wurde dort schon lange vor der Ankunft der Spanier gesammelt. Portugiesische und britische Seefahrer brachten sie im 18. Jahrhundert ans Kap der Guten Hoffnung - daher der Name Kapstachelbeere (englisch cape gooseberry). Von Südafrika aus gelangte sie nach Australien, Neuseeland, Indien und Hawaii, wo sie „Poha“ heißt.

Größter Erzeuger und Exporteur ist heute Kolumbien, gefolgt von Ecuador, Peru und Südafrika. Die Beeren reisen mit dem Flugzeug oder Schiff nach Europa - im Kelch sind sie gut geschützt und halten sich ungewöhnlich lange. In Deutschland wird die Physalis gelegentlich im Garten oder Gewächshaus gezogen, wächst dort aber nur einjährig und reift erst spät im Herbst.

NutzenWas Physalis für dich tut

100 g Physalis liefern nach USDA rund 53 kcal, knapp 2 g Eiweiß und 11 g Kohlenhydrate. Auffällig ist der Gehalt an Niacin (Vitamin B3, etwa 2,8 mg) und an Provitamin A in Form von Beta-Carotin, das die orange Farbe macht. Beim Vitamin C schwanken die Angaben stark: Die USDA nennt 11 mg, andere Analysen je nach Herkunft und Reifegrad bis rund 40 mg pro 100 g.

Dazu kommen Phosphor, Eisen, Kalium, Ballaststoffe mit viel Pektin und Polyphenole. Die vielen winzigen Samen enthalten ein Öl mit Linolsäure und Vitamin E. In der Forschung interessieren vor allem die Withanolide, pflanzeneigene Steroidstoffe, die im Labor entzündungshemmend und antioxidativ wirken. Studien am Menschen gibt es dazu bisher kaum.

Für den Alltag heißt das: Physalis ist ein aromatisches, kalorienarmes Obst mit Carotinoiden - aber kein Superfood mit belegter Heilwirkung. Eine Handvoll ist eine schöne Abwechslung im Obstteller, ersetzt aber keine heimischen Beeren und kein Gemüse.

ca. 53 kcalpro 100 g
11–40 mgVitamin C pro 100 g, je nach Analyse
ca. 2,8 mgNiacin (Vitamin B3) pro 100 g
4–10 gwiegt eine einzelne Beere

InhaltsstoffeDas steckt in der Physalis

Physalisbeeren enthalten Wasser, Fruchtzucker, Fruchtsäuren, Pektin, Beta-Carotin und weitere Carotinoide, Vitamin C, die B-Vitamine Thiamin und Niacin, Phosphor, Eisen und Kalium. In den Samen steckt Öl mit Linolsäure, Ölsäure, Vitamin E und Phytosterolen. Dazu kommen Polyphenole und Withanolide wie die Physaline.

Die Withanolide sitzen besonders reichlich in Kelch, Blättern und unreifen Früchten. Deshalb gilt wie bei Paradeiser und Erdapfel: grüne Pflanzenteile gehören nicht auf den Teller.

Verstärkte KombinationenWas Physalis stärker macht

Die Physalis bringt Säure und Farbe mit - Fett hilft den Carotinoiden, Gewürze runden das Aroma.

Fett

mit Joghurt oder Nüssen

Carotinoide werden mit Fett besser aufgenommen.

Frühstück

mit Haferflocken

Säuerlicher Farbtupfer im Müsli.

Salat

mit Avocado & Rucola

Fruchtig, cremig, herb.

Eisen

mit Linsen oder Hirse

Vitamin C hilft beim Pflanzen-Eisen.

Gewürz

mit Vanille & Chili

Süß-scharf als Chutney.

Schokolade

mit Zartbitter

In dunkle Schokolade getaucht.

Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen

Kelch

nicht den Kelch mitessen

Die Hülle ist nur Verpackung.

Unreif

nicht grüne Beeren

Mehr Bitterstoffe und Withanolide.

Verwechslung

nicht die Lampionblume aus dem Garten

Zierpflanze, kein Obst.

Menge

nicht schalenweise getrocknet

Viel Zucker auf kleinem Raum.

Waschen

nicht ungewaschen

Die Beere ist oft etwas klebrig.

Allergie

nicht bei Nachtschatten-Allergie

Kreuzreaktion möglich.

In der KücheWo sie hingehört

  • Pur als SnackKelch zurückziehen, Beere abzupfen.
  • ObstsalatMit Mango, Kiwi und Minze.
  • Müsli-ToppingHalbiert auf Haferflocken.
  • JoghurtMit Physalis und gerösteten Nüssen.
  • Physalis-ChutneyMit Zwiebel, Ingwer und etwas Chili.
  • KonfitüreMit Zitrone, dank Pektin gut gelierend.
  • Schoko-PhysalisIn Zartbitter getaucht, den Kelch als Griff.
  • BlattsalatMit Ziegenkäse und Walnüssen.
  • KompottKurz mit Vanille gedünstet.
  • GetrocknetWie Rosinen im Studentenfutter.
Faustregel: Reife Physalis sind gleichmäßig orange und sitzen in einem trockenen, hellbraunen Kelch. Im Kelch halten sie sich kühl und trocken zwei bis drei Wochen - erst kurz vor dem Essen auspacken und waschen, weil die Haut eine leicht klebrige Schicht trägt.

Als HausmittelPhysalis-Joghurt für zwischendurch

So geht’s

Physalis-Joghurt

  1. Eine Handvoll Physalis (etwa 80 g) aus dem Kelch lösen und kurz abspülen.
  2. Die Beeren halbieren und unter 150 g Naturjoghurt heben.
  3. Einen Teelöffel gehackte Walnüsse oder geschroteten Leinsamen darüberstreuen.
  4. Nach Wunsch mit einer Prise Zimt oder Vanille würzen - Zucker ist meist nicht nötig.
Wofür

Als leichte, farbenfrohe Zwischenmahlzeit. Das Fett aus Joghurt und Nüssen hilft dabei, das Beta-Carotin der Beeren aufzunehmen, die Säure bringt Frische.

Menge

Eine Portion am Tag ist ein guter Rahmen. Nur reife, orangefarbene Beeren verwenden.

Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen

Ayurveda

Die Physalis ist im klassischen Ayurveda nicht beschrieben; in Indien wird sie als „Rasbhari“ gegessen. Nach heutiger Einordnung gilt die Frucht als sauer-süß und leicht kühlend - ausgleichend für Vata, bei Pitta in Maßen.

Traditionelle Chinesische Medizin

In der chinesischen Heilkunde ist vor allem die verwandte Lampionblume als Arzneidroge (Jin Deng Long) bekannt, als kalt und bitter, bei Halsentzündung und Husten. Die essbare Physalis spielt klassisch keine Rolle; sie würde als kühlend und befeuchtend gelten.

WarnhinweiseWann du aufpassen solltest

Bitte beachten

  • Nur reif: Kelch, Blätter und grüne, unreife Beeren nicht essen - sie enthalten mehr Bitterstoffe und Withanolide und können den Magen reizen.
  • Lampionblume: die Zierpflanze Physalis alkekengi mit leuchtend rotem Kelch ist kein Obst. Ihre grünen Pflanzenteile enthalten Bitterstoffe, die Erbrechen und Durchfall auslösen können - Kinder im Garten darauf hinweisen.
  • Nachtschatten: wer auf Paradeiser, Paprika oder Erdapfel allergisch reagiert, sollte vorsichtig probieren.
  • Trockenobst: getrocknete Physalis sind oft gezuckert oder geschwefelt - Zutatenliste lesen.
  • Import: Beeren gründlich waschen, Schimmel im Kelch aussortieren.

Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.

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QuellenWorauf sich das stützt

  1. Puente LA, Pinto-Muñoz CA, Castro ES, Cortés M. Physalis peruviana Linnaeus, the multiple properties of a highly functional fruit: A review. Food Research International 2011; 44(7): 1733–1740.
  2. Ramadan MF. Bioactive phytochemicals, nutritional value, and functional properties of cape gooseberry (Physalis peruviana): An overview. Food Research International 2011; 44(7): 1830–1836.
  3. USDA FoodData Central: Groundcherries, (cape-gooseberries or poha), raw.
  4. Informationszentrale gegen Vergiftungen, Universitätsklinikum Bonn: Lampionblume (Physalis alkekengi).