Stachelbeere (Ribes uva-crispa)
HerkunftDie Leidenschaft der Engländer

Im 19. Jahrhundert gab es in England über 170 Stachelbeer-Vereine, die Wettbewerbe um die schwerste Beere austrugen.
Die Stachelbeere wächst wild in ganz Europa und ist eng mit der Ribisel verwandt. Gezielt angebaut wird sie seit dem 16. Jahrhundert, vor allem in England und den Niederlanden, wo Hunderte Sorten entstanden. Die Rekordbeeren der englischen Vereine wogen über 50 Gramm.
In Deutschland war sie in jedem Bauerngarten zu finden, bis Anfang des 20. Jahrhunderts ein aus Amerika eingeschleppter Mehltau die Bestände dezimierte. Heute gibt es robuste, teils stachellose Sorten, und die Stachelbeere erlebt im Hausgarten ein Comeback.
NutzenWas die Stachelbeere für dich tut
Stachelbeeren liefern rund 28 mg Vitamin C und 4 g Ballaststoffe pro 100 g, dazu Kalium, Mangan, Vitamin A und Polyphenole - rote Sorten zusätzlich Anthocyane. Mit rund 44 kcal pro 100 g sind sie leicht und erfrischend.
Ihr hoher Pektingehalt macht sie zur idealen Marmeladenfrucht und liefert lösliche Ballaststoffe, die die Darmflora füttern und den Blutzuckeranstieg bremsen. Wie bei allen Beeren verbinden Beobachtungsstudien einen hohen Verzehr mit besserer Herz- und Gefäßgesundheit.
Die Stachelbeere ist ein gutes Beispiel für Saisonküche: Wer sie im Juni grün erntet, hat Kompottfrucht, im Juli reife Naschbeeren - aus dem eigenen Garten, ohne Transport und Verpackung.
InhaltsstoffeDas steckt in der Stachelbeere
Stachelbeeren enthalten Fruchtsäuren (vor allem Zitronen- und Äpfelsäure), Zucker, Vitamin C, Pektin und andere Ballaststoffe, Kalium, Mangan sowie Polyphenole wie Quercetin, Kaempferol und in roten Sorten Anthocyane.
Unreife grüne Beeren sind saurer und pektinreicher, reife Beeren süßer und aromatischer. Die Schale ist fest und enthält einen großen Teil der Polyphenole.
Verstärkte KombinationenWas die Stachelbeere stärker macht
Stachelbeeren brauchen Süße gegen die Säure - oder Fett, das sie trägt.
Stachelbeer-Holunderblüten-Marmelade - ein englischer Klassiker.
Stachelbeerkuchen mit Baiserhaube: sauer und süß.
Stachelbeersauce schneidet durch fetten Fisch und Geflügel.
Gooseberry Fool - Kompott mit geschlagener Sahne.
Reife Beeren im Müsli.
Grüne Stachelbeeren gelieren durch ihr eigenes Pektin.
Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen
Sehr sauer - grüne Beeren gekocht verwenden.
Fruchtsäure - 30 Minuten warten.
Säure kann reizen.
Die Stacheln - daher der Name.
Lieber reife Beeren nehmen als viel Zucker zugeben.
Reife Beeren halten nur wenige Tage im Kühlschrank.
In der KücheWo sie hingehört
- StachelbeerkuchenMit Baiserhaube.
- Gooseberry FoolKompott mit Sahne.
- Stachelbeer-MarmeladeMit Holunderblüten.
- KompottMit Vanille zu Grießbrei.
- CrumbleMit Haferstreuseln.
- Sauce zu MakreleEnglisch mit etwas Zucker.
- ChutneyMit Ingwer zu Käse.
- Rote GrützeMit anderen Sommerbeeren.
- SmoothieReife Beeren mit Banane.
- Frisch vom StrauchReife, weiche Beeren.
Als HausmittelStachelbeerkompott mit wenig Zucker
Stachelbeerkompott
- 500 g grüne Stachelbeeren waschen und die Enden abknipsen.
- Mit 100 ml Wasser, 2 bis 3 Esslöffeln Honig oder Zucker und einer Vanilleschote aufkochen.
- 5 Minuten sanft köcheln, bis die ersten Beeren platzen.
- Abkühlen lassen, zu Joghurt, Porridge oder Grießbrei essen.
Als vitamin- und pektinreiche Beilage für Frühstück und Dessert. Das Pektin sättigt und bremst den Blutzucker, die Säure macht zusätzlichen Zucker weitgehend überflüssig.
Im Kühlschrank etwa eine Woche haltbar. Eine Portion pro Tag.
Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen
Ayurveda
Die europäische Stachelbeere ist im Ayurveda nicht beschrieben - nicht zu verwechseln mit der indischen Stachelbeere Amla (Phyllanthus emblica), einer der wichtigsten ayurvedischen Pflanzen. Nach ihrem sauren Geschmack würde man sie als Vata-senkend und Pitta-anregend einordnen.
Traditionelle Chinesische Medizin
Auch in der TCM spielt die Stachelbeere keine Rolle. Saure Beeren werden allgemein als zusammenziehend und Körperflüssigkeiten bewahrend beschrieben.
WarnhinweiseWann du aufpassen solltest
Bitte beachten
- Säure: bei Sodbrennen und empfindlichen Zähnen vorsichtig.
- Stacheln: beim Pflücken Handschuhe.
- Verwechslung: nicht mit der indischen Stachelbeere Amla verwechseln - andere Pflanze.
- Allergie: selten.
- Zucker: Kompott und Marmelade sparsam süßen.
Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.
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QuellenWorauf sich das stützt
- Basu A, Rhone M, Lyons TJ. Berries: emerging impact on cardiovascular health. Nutrition Reviews 2010; 68(3): 168–177.
- Hummer KE, Dale A. Horticulture of Ribes. Forest Pathology 2010; 40(3–4): 251–263.
- Aune D et al. Fruit and vegetable intake and the risk of cardiovascular disease, total cancer and all-cause mortality - a systematic review and dose-response meta-analysis of prospective studies. International Journal of Epidemiology 2017; 46(3): 1029–1056.
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr - Vitamin C.
- USDA FoodData Central: Gooseberries, raw.


