Papaya (Carica papaya)
HerkunftDie „Baummelone“ aus Mittelamerika

Christoph Kolumbus soll die Papaya als „Frucht der Engel“ bezeichnet haben.
Die Papaya stammt aus dem Süden Mexikos und Mittelamerika. Spanische und portugiesische Seefahrer brachten sie im 16. Jahrhundert auf die Philippinen, nach Indien und Afrika, wo sie schnell heimisch wurde. Der Melonenbaum ist eigentlich eine riesige, verholzte Staude: Er wächst schnell, trägt schon nach einem Jahr und bildet seine Früchte direkt am Stamm.
Heute ist Indien der größte Erzeuger, gefolgt von Ländern wie Brasilien, Mexiko und Indonesien. Nach Deutschland kommen vor allem die kleinen, birnenförmigen Solo-Papayas aus Brasilien und die großen, rotfleischigen Formosa- und Maradol-Sorten aus Lateinamerika. Weil die Früchte empfindlich sind, werden sie oft per Flugzeug importiert.
NutzenWas Papaya für dich tut
100 g reife Papaya liefern nur rund 43 kcal, aber etwa 60 mg Vitamin C - eine große Scheibe von 150 g deckt damit fast den ganzen Tagesbedarf. Dazu kommen Folat, Kalium und vor allem Carotinoide: Beta-Cryptoxanthin und Beta-Carotin, aus denen der Körper Vitamin A bildet, und in rotfleischigen Sorten reichlich Lycopin, das rote Pigment der Paradeiser.
Eine Studie aus Costa Rica zeigte, dass der Körper Beta-Carotin und Lycopin aus Papaya deutlich besser aufnimmt als aus Karotte oder Paradeiser, weil die Farbstoffe im Fruchtfleisch in einer leicht löslichen Form vorliegen. Etwas Fett in der Mahlzeit verbessert die Aufnahme zusätzlich.
Das Enzym Papain spaltet Eiweiß; es sitzt vor allem im Milchsaft der unreifen Frucht und wird industriell als Fleischzartmacher genutzt. In reifer Papaya ist nur noch wenig davon enthalten. Dass Papaya nach einer schweren Mahlzeit spürbar die Verdauung unterstützt, ist gut vorstellbar, aber kaum untersucht. Papaya ist also ein wertvolles, bekömmliches Obst - ein Verdauungsmittel im medizinischen Sinn ist sie nicht.
InhaltsstoffeDas steckt in Papaya
Reife Papaya enthält Wasser, Glukose und Fruktose, Ballaststoffe (vor allem Pektin), Vitamin C, Folat, Kalium, Magnesium, die Carotinoide Beta-Cryptoxanthin, Beta-Carotin, Lycopin und Lutein sowie Polyphenole und in geringen Mengen das Enzym Papain.
Die schwarzen Kerne enthalten Benzylisothiocyanat, einen scharfen Senfölstoff wie in Kresse, dazu Öl und Eiweiß. Der Milchsaft der grünen Frucht ist reich an Papain und Chymopapain.
Verstärkte KombinationenWas Papaya stärker macht
Papaya braucht nur einen Spritzer Säure - und etwas Fett, damit die Carotinoide ankommen.
Hebt das Aroma, der typische Tropen-Kick.
Carotinoide sind fettlöslich.
Ballaststoffe und Vitamin C.
Vitamin C hilft bei der Aufnahme.
Für Obstsalat und Bowls.
Wie auf mexikanischen Märkten.
Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen
Der Milchsaft kann Wehen fördern.
Kreuzallergie möglich.
Nur als würzige Prise.
Papain zersetzt Eiweiß, es wird bitter.
Grüne Früchte reifen kaum nach.
Papain-Extrakte meiden.
In der KücheWo sie hingehört
- Papaya purHalbiert, mit Limette gelöffelt.
- Som TamThailändischer Salat aus grüner Papaya.
- ObstsalatMit Mango und Ananas.
- SmoothieMit Banane und Joghurt.
- FrühstücksbowlMit Hafer und Kokos.
- Papaya-SalsaZu Fisch oder Bohnen.
- Grüne Papaya im CurryAls Gemüse gekocht.
- Fleisch marinierenMit grüner Papaya als Zartmacher.
- Papaya-KerneGetrocknet als Pfefferersatz.
- SorbetAus reifem Fruchtfleisch.
Als HausmittelPapaya-Frühstück für den Magen
Papaya-Frühstück
- Eine halbe reife Papaya schälen, entkernen und würfeln.
- Mit 3 Esslöffeln Naturjoghurt und einem Spritzer Limettensaft anrichten.
- Nach Wunsch einen Esslöffel Haferflocken oder gehackte Nüsse darüberstreuen.
- Sofort essen, damit das Papain den Joghurt nicht bitter werden lässt.
Als leichtes, gut verträgliches Frühstück nach üppigen Tagen oder bei empfindlichem Magen. Es liefert Vitamin C, Carotinoide und Ballaststoffe; eine spezielle Heilwirkung ist nicht belegt.
Eine halbe Papaya am Tag ist eine gute Menge. Bei Latexallergie zuerst eine kleine Probe essen oder ärztlich abklären lassen.
Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen
Ayurveda
Im Ayurveda gilt reife Papaya (Erandakarkati) als warm, süß und leicht verdaulich. Sie soll das Verdauungsfeuer anregen, gleicht Vata und Kapha aus und wird bei Pitta nur in Maßen gegessen.
Traditionelle Chinesische Medizin
In der TCM wird Papaya (Fan Mu Gua) als neutral und süß beschrieben. Sie soll den Magen stärken, Nahrungsstau lösen und die Säfte befeuchten.
WarnhinweiseWann du aufpassen solltest
Bitte beachten
- Schwangerschaft: unreife, grüne Papaya, ihren Milchsaft und Papaya-Präparate meiden - im Tierversuch löste der Latex Kontraktionen der Gebärmutter aus. Reife Papaya in üblichen Mengen gilt als unbedenklich.
- Latexallergie: Papaya gehört zum Latex-Frucht-Syndrom, wie Banane, Avocado und Kiwi - Kribbeln im Mund oder Schwellungen ernst nehmen.
- Kerne: enthalten scharfe Senföle - nur eine Prise; größere Mengen können Magen und Darm reizen.
- Blutverdünner: hoch dosierte Papain- oder Papaya-Extrakte können die Wirkung von Warfarin möglicherweise verstärken - vorher ärztlich besprechen.
- Milchsaft: der Latex unreifer Früchte kann die Haut reizen - beim Schälen grüner Papaya Handschuhe tragen.
Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.
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QuellenWorauf sich das stützt
- Schweiggert RM et al. Carotenoids are more bioavailable from papaya than from tomato and carrot in humans: a randomised cross-over study. British Journal of Nutrition 2014; 111(3): 490–498.
- Adebiyi A et al. Papaya (Carica papaya) consumption is unsafe in pregnancy: fact or fable? Scientific evaluation of a common belief in some parts of Asia using a rat model. British Journal of Nutrition 2002; 88(2): 199–203.
- Wagner S, Breiteneder H. The latex-fruit syndrome. Biochemical Society Transactions 2002; 30(6): 935–940.
- USDA FoodData Central: Papayas, raw.


