Litschi (Litchi chinensis)
HerkunftDie Lieblingsfrucht der Kaiser

Der Überlieferung nach ließ Kaiser Xuanzong im 8. Jahrhundert frische Litschis per Eilreiter aus dem Süden in die Hauptstadt bringen - für seine Geliebte Yang Guifei.
Die Litschi stammt aus dem Süden Chinas und dem Norden Vietnams und wird dort seit weit über tausend Jahren kultiviert. Schon 1059 beschrieb der Gelehrte Cai Xiang in einer eigenen Litschi-Schrift zahlreiche Sorten. Sie ist eng mit Longan und Rambutan verwandt, die ebenfalls ein glasiges, süßes Fruchtfleisch unter einer harten Schale tragen.
Heute ist China der größte Erzeuger, gefolgt von Indien und Vietnam. Nach Europa kommen Litschis vor allem aus Madagaskar und Südafrika, die ihre Ernte im europäischen Winter haben - daher sind sie hier ein typisches Weihnachtsobst. Im Sommer kommen Früchte aus Asien und Israel. Die rote, genoppte Schale wird nach der Ernte schnell braun; um das zu verhindern, werden Litschis oft mit Schwefeldioxid behandelt, das dann gekennzeichnet sein muss.
NutzenWas die Litschi für dich tut
100 g Litschis liefern rund 66 kcal, etwa 15 g Zucker und rund 70 mg Vitamin C. Schon zehn Früchte, etwa 100 g Fruchtfleisch, decken damit einen großen Teil des Tagesbedarfs von 95 bis 110 mg. Dazu kommen Kalium, Kupfer, etwas Folat und Polyphenole, vor allem in der Schale und im Samen.
Vitamin C unterstützt das Immunsystem, das Bindegewebe und die Aufnahme von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln. Laborstudien mit Litschi-Extrakten, oft aus Schale oder Samen, zeigen antioxidative Effekte - beim Menschen sind diese aber nicht untersucht. Die Frucht selbst ist schlicht ein aromatischer, vitaminreicher Genuss.
Eine wichtige Einschränkung betrifft unreife Früchte: Sie enthalten Hypoglycin A und Methylencyclopropylglycin (MCPG), die die Zuckerneubildung in der Leber blockieren. In Muzaffarpur (Indien) erkrankten 2014 fast 400 Kinder an einer akuten Enzephalopathie mit Unterzuckerung, rund ein Drittel starb. Betroffen waren unterernährte Kinder, die tagsüber viele Litschis gegessen und abends nichts gegessen hatten. Für gesunde, gut ernährte Menschen, die reife Litschis nach einer Mahlzeit essen, besteht kein vergleichbares Risiko.
InhaltsstoffeDas steckt in der Litschi
Litschis enthalten Wasser, Saccharose, Glukose und Fruktose, Apfel- und Zitronensäure, Vitamin C, Kalium, Kupfer, Folat, geringe Mengen Ballaststoffe sowie Polyphenole wie Procyanidine, Epicatechin und Rutin. Der typische Duft stammt unter anderem von Geraniol und anderen Rosenaromen.
In den Samen und in geringerem Maß im Fruchtfleisch unreifer Früchte finden sich die Aminosäuren Hypoglycin A und MCPG. Mit zunehmender Reife sinkt ihr Gehalt deutlich.
Verstärkte KombinationenWas die Litschi stärker macht
Litschi ist zart im Aroma - sie braucht Partner, die ihren Duft nicht überdecken.
Nicht auf nüchternen Magen in Mengen.
Vitamin C hilft bei der Eisenaufnahme.
Tropisch und farbenfroh.
Unterstreicht das Aroma.
Eiweiß und Säure dazu.
In Salaten und Desserts.
Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen
Enthalten mehr Hypoglycin und MCPG.
Besonders nicht bei Kindern.
Enthält die Giftstoffe.
Meist in Zuckersirup.
Oft geschwefelt - Asthmatiker aufgepasst.
Gären schnell, schmecken alkoholisch.
In der KücheWo sie hingehört
- PurFrisch aus der Schale gedrückt.
- ObstsalatMit Mango, Kiwi und Minze.
- Litschi-SorbetMit Limette.
- Joghurt-DessertMit Rosenwasser und Pistazien.
- SmoothieMit Himbeere und Kokoswasser.
- Asiatischer SalatMit Gurke, Chili und Koriander.
- Süß-saure SoßeZu Tofu oder Gemüse.
- Chia-PuddingMit Litschi und Kokos.
- EisteeGrüner Tee mit Litschi.
- GetrocknetLitschi-Rosinen als Snack.
Als HausmittelLitschis richtig auswählen und genießen
Litschi-Check
- Früchte mit roter, gleichmäßig gefärbter Schale wählen, die auf leichten Druck etwas nachgeben - grünliche Früchte sind unreif.
- Vor dem Schälen kurz waschen, besonders wenn Kinder die Früchte mit dem Mund öffnen.
- Schale anritzen, abziehen, Kern nicht mitessen und entsorgen.
- Litschis lieber als Nachtisch nach einer Mahlzeit essen als in großen Mengen auf nüchternen Magen.
So bleiben die Vorteile - viel Vitamin C, schöner Duft - erhalten, während das Risiko durch unreife Früchte und Samen praktisch ausgeschlossen wird.
Für Erwachsene sind eine bis zwei Handvoll reife Früchte als Obstportion unproblematisch. Kinder sollten Litschis nur nach einer Mahlzeit und in kleinen Mengen essen.
Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen
Ayurveda
Im Ayurveda gilt die Litschi als süß, saftig und wärmend. Sie soll Vata beruhigen und kräftigen, in größeren Mengen aber Pitta und Kapha erhöhen.
Traditionelle Chinesische Medizin
In der TCM wird die Litschi (Li Zhi) als warm und süß-sauer beschrieben. Sie soll Blut und Qi nähren; der Samen (Li Zhi He) wird traditionell bei Schmerzen im Unterbauch eingesetzt. Zu viel Litschi soll „innere Hitze“ erzeugen.
WarnhinweiseWann du aufpassen solltest
Bitte beachten
- Unterzuckerung: unreife Früchte und Samen enthalten Hypoglycin A und MCPG; bei unterernährten Kindern auf nüchternen Magen kam es zu schweren, teils tödlichen Unterzuckerungen.
- Kinder: Litschis nur nach einer Mahlzeit und in Maßen geben, nie abends statt des Essens.
- Diabetes: bei Neigung zu Unterzuckerung oder Sulfonylharnstoff-Therapie große Mengen vermeiden.
- Schwefel: geschwefelte Früchte können bei Sulfit-Empfindlichkeit oder Asthma Beschwerden auslösen.
- Allergie: selten, Kreuzreaktionen mit Pollen oder Latex möglich.
Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.
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QuellenWorauf sich das stützt
- Shrivastava A et al. Association of acute toxic encephalopathy with litchi consumption in an outbreak in Muzaffarpur, India, 2014: a case-control study. Lancet Global Health 2017; 5(4): e458–e466.
- Spencer PS, Palmer VS. The enigma of litchi toxicity: an emerging health concern in southern Asia. Lancet Global Health 2017; 5(4): e383–e384.
- Isenberg SL et al. Quantification of toxins in soapberry (Sapindaceae) arils: hypoglycin A and methylenecyclopropylglycine. Journal of Agricultural and Food Chemistry 2016; 64(27): 5607–5613.
- USDA FoodData Central: Litchis, raw.


