Bertram (Anacyclus pyrethrum)

Family
AsteraceaeAnacyclus pyrethrum - der Römische Bertram aus Nordafrika
is used
The rootgetrocknet, gemahlen oder als kleines Stück zum Kauen
The taste
searingly sharperst nichts, dann ein starkes Prickeln und viel Speichel
Origin
Nordafrika und SpanienMarokko und das Atlasgebirge sind die Hauptherkünfte
Known for
Hildegard von Bingeneines ihrer meistgenannten Heilmittel
Important
Do not confuseder Deutsche Bertram ist eine völlig andere Pflanze

OriginHildegards Lieblingsgewürz

Bertram Blüte bunt

„Wer Bertram oft isst, dem wird die Fäulnis im Darm vertrieben, und er gibt gute Säfte“ - so ungefähr klingt Hildegard, und kaum ein anderes Mittel taucht bei ihr so oft auf.

Der Römische Bertram ist ein Korbblütler aus Nordafrika und dem südlichen Spanien; die Hauptherkunft ist heute Marokko, wo er im Atlasgebirge wild wächst und kultiviert wird. Die Pflanze selbst ist unscheinbar - niederliegend, mit gänseblümchenartigen Blüten. Verwendet wird die spindelförmige Wurzel, die getrocknet und meist gemahlen in den Handel kommt.

Wichtig ist gleich zu Beginn die Abgrenzung, weil die Namen verwirren. Der Römische Bertram (Anacyclus pyrethrum) ist die Pflanze, um die es hier geht. Der Deutsche Bertram (Achillea ptarmica, auch Sumpf-Schafgarbe oder Nieswurz genannt) ist eine heimische Schafgarbenart mit ähnlicher scharfer Wirkung, aber anderem Profil - sie wurde früher als Ersatz verwendet. Wer Bertram im Hildegard-Sinn sucht, braucht den römischen.

Und damit zum Kern: Bertram ist heute vor allem deshalb bekannt, weil er in der Hildegard-Medizin eine zentrale Rolle spielt. Hildegard von Bingen nennt ihn in ihren Schriften außergewöhnlich oft und empfiehlt ihn breit - für die Verdauung, gegen „schlechte Säfte“, zur Stärkung, bei Kopfbeschwerden. In der modernen Hildegard-Praxis wird Bertrampulver über das Essen gestreut, ähnlich wie Salz. Dass er dabei so viel Speichel fließen lässt, ist kein Zufall: Das ist seine nachvollziehbarste Eigenschaft.

To useWas der Bertram kann - und was belegt ist

Die eine Eigenschaft, die jeder sofort selbst überprüfen kann, ist die speichelfördernde Wirkung. Bertram enthält scharf schmeckende Amide - vor allem Pellitorin and Anacyclin –, die auf der Zungenschleimhaut ein starkes Prickeln auslösen und den Speichelfluss anregen. Das ist derselbe Mechanismus wie bei der Parakresse, die als „Zungenbetäuber“ bekannt ist. Mehr Speichel bedeutet mehr Amylase und eine bessere erste Verdauungsstufe - daran ist nichts Mystisches, das funktioniert einfach. Traditionell wurde Bertram genau deshalb bei Mundtrockenheit, zur Anregung der Verdauung und wegen der leicht betäubenden Wirkung bei Zahnschmerzen verwendet.

Alles Weitere ist Überlieferung. Für Bertram gibt es keine anerkannte arzneiliche Anwendung - weder eine Monographie der Kommission E noch eine EMA-Einstufung. Es gibt einige tierexperimentelle Arbeiten, unter anderem aus Indien, wo die Wurzel als Akarkara in der ayurvedischen Medizin verwendet wird; sie beschreiben immunmodulierende und nervenstärkende Effekte. Das sind Tierversuche und Laborarbeiten, keine klinischen Studien am Menschen.

Zur Hildegard-Medizin insgesamt gehört ein ehrliches Wort. Sie ist ein faszinierendes, in sich stimmiges System aus dem 12. Jahrhundert und hat viele Menschen zu einer bewussteren Ernährung gebracht. Sie ist aber nicht evidenzbasiert: Ihre Zuordnungen von Pflanzen zu Beschwerden stammen aus einer mittelalterlichen Vorstellung von Säften und Qualitäten, nicht aus Untersuchungen. Wenn dir Bertram über dem Essen guttut - die speichelanregende Wirkung ist real und das Gewürz in Küchenmengen unbedenklich. Wenn dir jemand damit eine Krankheit behandeln will, ist Skepsis angebracht.

Pellitorinder Scharfstoff, der Zunge und Speichelfluss anregt
Not a monographThere is no recognized medicinal use.
Hildegardkaum ein Mittel taucht in ihren Schriften so oft auf
Akarkaradieselbe Wurzel wird im Ayurveda seit langem verwendet

IngredientsIt's in the root.

The characteristic ingredients are Alkylamide - Pellitorin, Anacyclin und verwandte Verbindungen. Sie sind für das Prickeln auf der Zunge verantwortlich und gehören zu derselben Stoffklasse wie die Alkylamide des Sonnenhuts und der Parakresse. Ihr Wirkmechanismus ist gut verstanden: Sie reizen bestimmte Rezeptoren der Mundschleimhaut, was einerseits als Prickeln wahrgenommen wird und andererseits reflektorisch den Speichelfluss anregt.

In addition, the root contains Inulin, ätherisches Öl, Gerbstoffe und Sesquiterpenlactone - Letztere sind der Grund, warum auch Bertram bei Korbblütler-Allergie problematisch sein kann. Die Zusammensetzung schwankt je nach Herkunft und Alter der Wurzel erheblich; bei gemahlener Ware lässt sich die Qualität am Prickeln beurteilen: Gutes Bertrampulver brennt deutlich auf der Zunge, altes tut fast nichts mehr.

Für die Anwendung heißt das: Bertram wirkt über den Mund, nicht über den Magen. Wer ihn schluckt, ohne ihn zu schmecken, umgeht den einzigen Mechanismus, der bei ihm klar belegt ist. In der Hildegard-Praxis wird er deshalb über das fertige Essen gestreut und mitgegessen - das ist, unabhängig von aller Mystik, die sinnvolle Anwendungsform.

Enhanced combinationsWas den Bertram stärker macht

Ein Gewürz, das über die Zunge arbeitet - alles, was es dorthin bringt, hilft.

Application

über das fertige Essen gestreut

So wird er geschmeckt, und genau darüber wirkt er - nicht als geschluckte Kapsel.

digestion

with Galgant & Quendel

Die klassische Hildegard-Trias; Galgant ist der zweite bekannte Vertreter dieser Küche.

Bitter

with Gentian & Wormwood

Scharf und bitter ergänzen sich - zwei verschiedene Reflexe, dieselbe Richtung.

Crowd

with kleiner Dosis

Eine Messerspitze reicht; Bertram ist scharf und soll das Essen nicht übernehmen.

Quality

with frischem Pulver

Gutes Bertrampulver prickelt deutlich; altes ist wirkungslos - die Probe auf der Zunge entscheidet.

Zahn

as Stückchen zum Kauen

Die traditionelle Anwendung bei Zahnschmerzen nutzt die lokal betäubende Komponente.

What contradicts itselfIt's best to avoid these combinations.

Expectation

not as Medikament

Es gibt keine anerkannte arzneiliche Anwendung - Bertram ist ein Gewürz mit Tradition.

allergy

not at Asteraceae allergy

Die Sesquiterpenlactone können Reaktionen auslösen, wie bei Arnika und Kamille.

Crowd

not spoonfuls

Größere Mengen reizen Mund- und Magenschleimhaut deutlich.

pregnancy

not in Course quantities

Es fehlen Sicherheitsdaten; bei der Prise im Essen ist das kein Thema, bei Kuren schon.

confusion

not with Deutschem Bertram

Achillea ptarmica ist eine andere Pflanze mit anderem Profil.

Therapie

not statt ärztlicher Behandlung

Wer eine Erkrankung hat, behandelt sie nicht mit einem Gewürz.

ApplicationHow it is used

  • Über das Essen gestreutEine Messerspitze über die fertige Mahlzeit - die klassische Hildegard-Anwendung.
  • In der SuppeZum Schluss eingerührt, damit die Schärfe erhalten bleibt.
  • spice mixMit Galgant und Quendel als Hildegard-Würzmischung.
  • BertramweinWurzel in Wein angesetzt - eine historische Zubereitung.
  • Stückchen kauenDie traditionelle Anwendung bei Mundtrockenheit und Zahnschmerzen.
  • Im BrotteigIn der Hildegard-Küche auch in Dinkelgebäck verarbeitet.
  • Als AppetitanregerVor dem Essen, wie andere scharfe und bittere Gewürze.
  • Ayurvedisch als AkarkaraDieselbe Wurzel wird in Indien traditionell als Tonikum verwendet.
  • QualitätsprobeEine Messerspitze auf die Zunge - gutes Pulver prickelt deutlich.
  • Nicht als KapselGeschluckt ohne Geschmack fehlt genau der Mechanismus, der belegt ist.
Rule of thumb: Über das fertige Essen streuen, nicht mitkochen und nicht als Kapsel schlucken - Bertram wirkt über die Zunge. Eine Messerspitze reicht. Frisches Pulver erkennt man daran, dass es deutlich prickelt; wenn nichts passiert, ist die Ware alt. Und wenn dir jemand Bertram gegen eine Krankheit verkauft: Das ist Überlieferung, keine Studie.

As a home remedyDie Hildegard-Würzmischung

Here's how it works

Bertram, Galgant und Quendel

  1. Zwei Teile gemahlenen Römischen Bertram, ein Teil gemahlenen Galgant und ein Teil getrockneten Quendel (Feldthymian) mischen.
  2. In ein kleines, dunkles Glas mit Streuer füllen und kühl und trocken lagern; innerhalb von etwa sechs Monaten verbrauchen.
  3. Eine Messerspitze über das fertige, warme Essen streuen und mitessen - nicht mitkochen, sonst geht die Schärfe verloren.
  4. Wer den Geschmack zunächst ungewohnt findet, fängt mit einer kleinen Menge über Suppe oder Gemüse an und steigert langsam.
For what

Als Verdauungsgewürz vor und zu den Mahlzeiten - so wird es in der Hildegard-Küche verwendet. Was daran nachvollziehbar funktioniert, ist die Anregung von Speichelfluss und Verdauungssäften durch Schärfe und Bitterkeit; das ist derselbe Mechanismus, der auch bei Ingwer, Pfeffer und Bitterkräutern greift. Alles Weitere, was der Hildegard-Medizin zugeschrieben wird, ist Überlieferung aus dem 12. Jahrhundert und nicht in Studien überprüft. Wir schreiben es auf, weil es zur Pflanze gehört - nicht, weil es belegt wäre.

Crowd

Eine Messerspitze pro Mahlzeit, ein- bis zweimal täglich. In dieser Küchenmenge ist die Mischung unbedenklich. Not suitable for those with a daisy family allergy. (Bertram), nicht in Kurmengen während Schwangerschaft und Stillzeit, und nicht bei akuter Magenschleimhautentzündung oder Geschwüren - scharfe Gewürze reizen dort. Wer eine behandlungsbedürftige Erkrankung hat, behandelt sie ärztlich und nicht mit einer Gewürzmischung.

Ayurveda & TCMWhat the old systems say

Ayurveda

Hier gibt es eine echte Überlieferung: Dieselbe Wurzel ist im Ayurveda als Akarkara geführt und gilt als scharf, bitter und erwärmend - Kapha and Vata lowering, Pitta erhöhend. Verwendet wird sie dort als Nervinum und Tonikum, bei Zahnbeschwerden, Mundtrockenheit und zur Anregung der Verdauung, außerdem traditionell als Aphrodisiakum. Es gibt dazu tierexperimentelle Arbeiten aus Indien, aber keine klinischen Studien am Menschen.

Traditional Chinese Medicine

In der chinesischen Materia Medica ist der Bertram nicht geführt. Nach seinem Charakter - scharf, erwärmend, die Schleimhaut reizend - stünde er dort bei den Kräutern, die Wind-Kälte vertreiben und die Mitte wärmen, in der Nachbarschaft der scharfen Gewürzdrogen. Eine Einordnung nach Prinzip, keine Tradition; für die Zahnschmerzanwendung gibt es in China mit dem Szechuanpfeffer (Hua Jiao) allerdings ein funktionales Gegenstück mit ganz ähnlichem Prickeln.

Warning noticesWhen you should be careful

Please note

  • No recognized application: für Bertram gibt es keine positive Monographie - die Anwendung beruht auf Überlieferung, nicht auf Studien.
  • Asteraceae allergy: die enthaltenen Sesquiterpenlactone können Reaktionen auslösen - bei bekannter Empfindlichkeit meiden.
  • Crowd: größere Mengen reizen Mund- und Magenschleimhaut deutlich; eine Messerspitze ist die Küchendosis.
  • Stomach: bei Magenschleimhautentzündung und Geschwüren sind scharfe Gewürze ungeeignet.
  • Pregnancy and breastfeeding: auf Kurmengen verzichten, es fehlen Sicherheitsdaten.
  • Confusion: der Deutsche Bertram (Achillea ptarmica) ist eine andere Pflanze mit anderem Profil.

This page provides information and does not replace medical advice. If symptoms persist, please consult a doctor.

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SourcesWhat is this based on?

  1. Blaschek W (ed.): Wichtl - Herbal drugs and phytopharmaceuticals. 6th edition 2016, monograph Pyrethri radix - Alkylamide und Bewertung.
  2. Hildegard von Bingen: Physica, Buch I - die überlieferten Anwendungen des Bertram (historische Quelle, nicht als Wirksamkeitsnachweis zu lesen).
  3. Sharma V et al. Pharmacological and phytochemical profile of Anacyclus pyrethrum: a review. Journal of Pharmacy Research - überwiegend tierexperimentelle Arbeiten.
  4. Ayurvedic Pharmacopoeia of India: Akarakarabha (Anacyclus pyrethrum) - traditionelle Anwendungsgebiete.
  5. Paulsen E. Contact sensitization from Compositae-containing herbal remedies. Contact Dermatitis 2002; 47(4): 189–198 - Sensibilisierung durch Korbblütler.