Drachenfrucht (Selenicereus undatus)

Botanischer Name
Selenicereus undatusKakteengewächse (Cactaceae), früher Hylocereus undatus
Verwendet wird
Das Fruchtfleisch mit Kernenroh, im Smoothie, als Bowl
Geschmack
Mild, leicht süßerinnert an Kiwi und Birne
Herkunft
Mexiko und Mittelamerikaheute vor allem aus Vietnam
Bekannt für
Pitaya, die Kaktusfruchtweiß- oder rotfleischig
Saison
Ganzjährigfast nur Import

HerkunftDie Frucht eines Kletterkaktus

Halbierte rote Drachenfrüchte auf hellem Holz

Die Blüten der Pitaya öffnen sich nur für eine einzige Nacht - bestäubt werden sie in der Heimat von Fledermäusen und Nachtfaltern.

Die Drachenfrucht stammt aus den Wäldern Mexikos und Mittelamerikas. Ihre Mutterpflanze ist ein Kaktus, der mit Luftwurzeln an Bäumen und Mauern emporklettert. Der Name Pitaya stammt aus dem amerikanischen Spanisch und wird für mehrere essbare Kaktusfrüchte verwendet. Französische Siedler brachten die Pflanze im 19. Jahrhundert nach Indochina - und dort, in Vietnam, wurde sie zur großen Exportfrucht.

Heute ist Vietnam der wichtigste Erzeuger Südostasiens, dazu kommen Thailand, China, Israel, Mittel- und Südamerika. Im Handel finden sich drei Typen: die pinke Frucht mit weißem Fleisch (Selenicereus undatus), die pinke Frucht mit rotem Fleisch (Selenicereus costaricensis) und die kleinere gelbe Pitahaya mit weißem Fleisch (Selenicereus megalanthus), die als besonders süß gilt. In Deutschland wächst sie nur im Gewächshaus oder als Zimmerpflanze.

NutzenWas die Drachenfrucht für dich tut

100 g Drachenfrucht liefern nur rund 55 bis 60 kcal, sie bestehen zu fast 90 Prozent aus Wasser. Dazu kommen etwa 3 g Ballaststoffe, ein wenig Vitamin C, Eisen und Magnesium - die Angaben schwanken je nach Sorte und Reife deutlich. Die vielen kleinen Kerne enthalten Öl mit Linolsäure und werden einfach mitgegessen; ganz geschluckt bleiben sie allerdings meist unverdaut.

Die rotfleischige Sorte verdankt ihre Farbe den Betalainen, genauer den Betacyaninen - denselben Farbstoffen, die in der Roten Bete stecken. Im Labor wirken sie antioxidativ. Nach einer größeren Portion können sie Urin und Stuhl rot oder pink färben. Mediziner nennen das „Pseudo-Hämaturie“: Es sieht aus wie Blut, ist aber nur Farbstoff und verschwindet nach ein bis zwei Tagen von selbst.

Eine Meta-Analyse kleiner Studien fand bei Menschen mit Prädiabetes einen etwas niedrigeren Nüchternblutzucker nach regelmäßigem Verzehr, bei Typ-2-Diabetes war der Effekt nicht gesichert. Die Datenlage ist dünn. Realistisch betrachtet ist die Drachenfrucht ein erfrischendes, leichtes Obst mit Ballaststoffen - schön in der Obstschale, aber kein Superfood mit Heilwirkung.

ca. 57 kcalpro 100 g Fruchtfleisch
ca. 3 gBallaststoffe pro 100 g
ca. 90 %Wasseranteil
1 Nachtblüht die Kaktusblüte

InhaltsstoffeDas steckt in der Drachenfrucht

Drachenfrüchte enthalten vor allem Wasser, Fruchtzucker und Glukose, lösliche und unlösliche Ballaststoffe (darunter Oligosaccharide, die als Präbiotika untersucht werden), kleine Mengen Vitamin C und B-Vitamine sowie Magnesium, Kalium, Eisen und Phosphor. Rotfleischige Sorten enthalten zusätzlich Betacyanine wie Betanin, dazu Phenolsäuren und Flavonoide.

Die Kerne liefern ein Öl mit viel Linolsäure (Omega-6) und etwas Vitamin E. Die Schale ist reich an Farbstoffen und Pektin, wird aber in Europa nicht gegessen.

Verstärkte KombinationenWas die Drachenfrucht stärker macht

Pitaya schmeckt dezent - sie lebt von Farbe, Frische und kräftigen Partnern.

Säure

mit Limette

Ein paar Tropfen heben das milde Aroma.

Vitamin C

mit Kiwi & Maracuja

Bringen Säure und mehr Vitamin C.

Quellstoffe

mit Chiasamen

Ergibt eine sättigende Bowl.

Eiweiß

mit Joghurt oder Topfen

Macht aus dem Snack eine Mahlzeit.

Tropisch

mit Mango & Kokos

Klassische Smoothie-Bowl.

Frische

mit Minze

Für Salate und Getränke.

Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen

Reife

nicht unreif kaufen

Schmeckt dann nach nichts.

Hitze

nicht kochen oder backen

Farbe und Aroma gehen verloren.

Schale

nicht mitessen

Zäh und bitter.

Farbe

nicht erschrecken

Roter Urin nach roter Pitaya ist harmlos.

Lagerung

nicht lange warm liegen lassen

Wird schnell weich und fad.

Preis

nicht für Wunderwirkung zahlen

Ein leichtes Obst, kein Heilmittel.

In der KücheWo sie hingehört

  • Smoothie-BowlRote Pitaya mit Banane und Beeren.
  • ObstsalatMit Kiwi, Mango und Limette.
  • Pur gelöffeltHalbiert, gekühlt, mit dem Löffel.
  • FrühstücksquarkMit Würfeln und Nüssen.
  • Chia-PuddingMit Pitaya-Püree geschichtet.
  • SorbetPüree mit Limettensaft gefroren.
  • Agua frescaMit Wasser und Limette püriert.
  • FruchtspießeMit Melone und Ananas.
  • SalatMit Gurke, Minze und Feta.
  • Ceviche-BeilageMild und farbig zu Fisch.
Faustregel: Reife Früchte geben auf leichten Druck etwas nach wie eine reife Avocado, die Schale ist kräftig gefärbt und die grünen Schuppenspitzen dürfen welk sein. Längs halbieren und das Fleisch mit einem Löffel auslösen - oder vierteln und die Schale einfach abziehen.

Als HausmittelPitaya-Chia-Bowl für die Verdauung

So geht’s

Pitaya-Chia-Bowl

  1. 1 Esslöffel Chiasamen mit 100 ml Wasser oder Pflanzendrink verrühren und 15 Minuten quellen lassen.
  2. Das Fruchtfleisch einer halben Drachenfrucht mit einer Gabel zerdrücken oder pürieren.
  3. Beides mit einem Spritzer Limette verrühren.
  4. Mit einem Glas Wasser langsam essen.
Wofür

Bei träger Verdauung als milde Unterstützung: Ballaststoffe aus Frucht und Kernen, dazu gequollene Chiasamen und reichlich Flüssigkeit.

Menge

Eine Schale am Tag. Wer Ballaststoffe nicht gewohnt ist, beginnt mit einer kleineren Portion und trinkt ausreichend.

Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen

Ayurveda

Die Drachenfrucht ist im klassischen Ayurveda nicht beschrieben. Nach heutiger Einordnung gilt sie als süß, kühlend und befeuchtend - ausgleichend für Pitta, bei Kapha eher in kleinen Mengen.

Traditionelle Chinesische Medizin

Auch die klassische TCM kennt die Pitaya nicht. In der modernen chinesischen Ernährungslehre gilt sie als kühl und süß, soll Hitze ableiten und den Darm befeuchten.

WarnhinweiseWann du aufpassen solltest

Bitte beachten

  • Roter Urin oder Stuhl: nach roter Pitaya harmlos (Pseudo-Hämaturie) - hält die Verfärbung ohne Pitaya an, ärztlich abklären lassen.
  • Allergie: selten, aber allergische Reaktionen bis hin zur Anaphylaxie sind beschrieben.
  • Verdauung: große Mengen können abführend wirken.
  • Blutzucker: enthält Fruchtzucker - bei Diabetes Portion einplanen.
  • Kinder: Früchte gut waschen, Schale nicht zum Spielen geben.

Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.

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QuellenWorauf sich das stützt

  1. Poolsup N, Suksomboon N, Paw NJ. Effect of dragon fruit on glycemic control in prediabetes and type 2 diabetes: A systematic review and meta-analysis. PLOS ONE 2017; 12(9): e0184577.
  2. Wiwanitkit V. Pseudohematuria due to red dragon fruit ingestion. Chulalongkorn Medical Journal 2007; 51(3): 167–171.
  3. Bishoyi et al. Nutritional composition, phytochemical profile, and health benefits of Hylocereus undatus (pitaya): A comprehensive review. eFood 2024.
  4. USDA FoodData Central: Pitaya (Drachenfrucht), roh.