Rambutan (Nephelium lappaceum)

Botanischer Name
Nephelium lappaceumSeifenbaumgewächse (Sapindaceae)
Verwendet wird
Das Fruchtfleischder glasige Samenmantel um den Kern
Geschmack
Süß bis süß-säuerlicherinnert an Litschi und Weintraube
Herkunft
Malaiischer Archipelheute vor allem Thailand und Vietnam
Bekannt für
Die haarige Schaleweiche, biegsame Fortsätze
Saison
Hauptsaison Mai bis Septemberbei uns fast nur Import oder Dose

HerkunftDie Frucht, die ihr Haar im Namen trägt

Rambutans, geschält und in der Schale

Der Name kommt aus dem Malaiischen: rambut heißt schlicht „Haar“.

Der Rambutanbaum stammt aus den Regenwäldern des Malaiischen Archipels und wird dort seit Jahrhunderten kultiviert. Von dort brachten Händler ihn nach Sri Lanka, Indien und auf die Philippinen, später nach Mittelamerika. Größte Erzeuger sind heute Thailand, Indonesien, Malaysia und Vietnam. Botanisch gehört er zu den Seifenbaumgewächsen - wie Litschi und Longan.

Nach Europa schafft es die Rambutan nur selten frisch. Sie ist ein Sorgenkind des Transports: Schon wenige Tage nach der Ernte bräunen Härchen und Schale, obwohl das Fruchtfleisch darunter noch gut ist. Deshalb steht sie bei uns meistens als Dosenware in Sirup im Regal, gelegentlich als teure Flugware aus Thailand oder Vietnam im Asienladen.

NutzenWas die Rambutan für dich tut

Frisches Rambutan-Fruchtfleisch liefert nach Angaben des Bundeszentrums für Ernährung rund 50 bis 70 mg Vitamin C pro 100 g - damit läge schon eine Handvoll über dem Tagesbedarf eines Erwachsenen. Dazu kommen Kohlenhydrate, etwas Ballaststoffe, Kalium, Calcium und Spuren von Eisen. Fett und Eiweiß sind praktisch nicht vorhanden.

Das gilt allerdings nur für die frische Frucht. Die in Deutschland übliche Dosenware in Sirup steht in der US-Nährwertdatenbank mit etwa 82 kcal und nur noch rund 4,9 mg Vitamin C pro 100 g - Hitze und Lagerung zerstören den Großteil. Wer Rambutan als Vitamin-C-Quelle einplant, braucht also frische Früchte; aus der Dose ist sie ein süßes Dessert, kein Nährstofflieferant.

Alles, was man sonst an Werbeversprechen zur Rambutan liest, stammt aus Laborarbeiten an der Schale. Sie ist reich an Gerbstoffen wie Geraniin, Corilagin und Ellagsäure, und diese Stoffe wirken im Reagenzglas antioxidativ und keimhemmend. Nur: Die Schale isst niemand. Belastbare Studien am Menschen fehlen bislang. Die Rambutan ist gutes, wasserreiches Obst - mehr muss sie auch nicht sein.

50–70 mgVitamin C pro 100 g frisches Fruchtfleisch
ca. 4,9 mgVitamin C pro 100 g Dosenware in Sirup
ca. 82 kcalpro 100 g Rambutan aus der Dose
1 Kernpro Frucht - roh nicht essen

InhaltsstoffeDas steckt in der Rambutan

Das Fruchtfleisch besteht zu gut vier Fünfteln aus Wasser. Dazu kommen Fruchtzucker, Traubenzucker und etwas Saccharose, ein kleiner Anteil Ballaststoffe, Vitamin C, Kalium, Calcium, Magnesium, Spuren von Eisen und Kupfer sowie Fruchtsäuren, die für die feine Säure sorgen.

In der roten Schale und im Kern sitzen ganz andere Stoffe. Die Schale enthält Ellagitannine wie Geraniin und Corilagin, der Kern Fett - den sogenannten Rambutantalg - sowie Saponine und Gerbstoffe. Untersuchungen an elf Sorten fanden Saponine und Tannine in allen Kernen. Beides schmeckt bitter und reizt den Magen; roh gehört der Kern deshalb nicht in den Mund. In Südostasien wird er vereinzelt geröstet weiterverarbeitet, das ist aber Industrie, keine Hausküche.

Verstärkte KombinationenWas die Rambutan stärker macht

Die Rambutan ist süß und mild - sie lebt von Säure, Schärfe und kühlen Partnern.

Säure

mit Limette

Hebt die Süße und schützt das Vitamin C.

Salat

mit Gurke & Minze

Erfrischt an heißen Tagen.

Schärfe

mit Chili & Fischsauce

Der thailändische Klassiker.

Eiweiß

mit Joghurt oder Topfen

Macht aus Obst ein Dessert.

Curry

mit Kokosmilch

Süße Einlage im scharfen Topf.

Verwandte

mit Litschi & Longan

Drei Familienmitglieder in einer Schale.

Was sich beißtDiese Kombinationen lieber lassen

Kern

nicht den Kern mitessen

Roh enthält er Saponine und Gerbstoffe.

Schale

nicht die Schale mitessen

Ungenießbar und nach der Ernte oft behandelt.

Sirup

nicht den Dosensirup trinken

Das ist fast nur Zuckerwasser.

Menge

nicht die ganze Dose als Snack

Sonst wird aus Obst eine Süßigkeit.

Gärig

nicht weiche, alkoholisch riechende Früchte

Sie sind verdorben.

Vitamin C

nicht aus der Dose erwarten

Beim Einkochen geht fast alles verloren.

In der KücheWo sie hingehört

  • Frisch purSchale ringsum einritzen und aufdrehen.
  • ObstsalatMit Ananas, Mango und Limette.
  • Gefüllte RambutanMit Frischkäse oder Ananasstück.
  • Thai-SalatChili, Limette, Fischsauce, Röstzwiebeln.
  • SorbetPüriert und gefroren.
  • SmoothieMit Mango und Kokoswasser.
  • Rotes CurryAls süße Einlage zum Schluss.
  • ChutneyMit Ingwer, Limette und Chili.
  • SalsaZu gegrilltem Fisch.
  • LongdrinkStatt Litschi im Glas.
Faustregel: Reife Rambutan erkennst du an einer kräftig roten bis orangeroten Schale, deren Härchen noch weich und biegsam sind. Braune, spröde oder eingetrocknete Härchen bedeuten: Die Frucht liegt schon länger. Zum Öffnen die Schale rundum einritzen und die Hälften auseinanderdrehen. Den Kern nicht mitessen - er löst sich bei reifen Früchten leicht.

Als HausmittelRambutan-Limetten-Erfrischung

So geht’s

Rambutan-Limetten-Erfrischung

  1. 8 bis 10 frische Rambutan schälen und die Kerne entfernen.
  2. Das Fruchtfleisch mit dem Saft einer halben Limette und 300 ml kaltem Wasser pürieren.
  3. Durch ein grobes Sieb gießen, mit ein paar Minzblättern und Eiswürfeln servieren.
Wofür

Kein Heilmittel, sondern die sinnvollste Art, reife Rambutan zu verwerten: viel Wasser, etwas Vitamin C und kein zugesetzter Zucker. An heißen Tagen und nach dem Sport eine gute Alternative zu gekauften Fruchtsaftgetränken.

Menge

Ein bis zwei Gläser am Tag. Am besten frisch trinken, da das Vitamin C an der Luft schnell abnimmt.

Ayurveda & TCMWas die alten Systeme sagen

Ayurveda

Die Rambutan ist im klassischen Ayurveda nicht beschrieben, weil sie außerhalb des indischen Kernraums wächst. Nach heutiger Einordnung gilt die saftige, süße Frucht als kühlend und befeuchtend - ausgleichend für Pitta, bei starkem Kapha eher sparsam.

Traditionelle Chinesische Medizin

Auch in den klassischen chinesischen Werken spielt die Rambutan keine Rolle. In der volkstümlichen südostasiatischen Einordnung zählt sie - wie ihre Verwandte Litschi - zu den süßen, eher wärmenden Früchten, von denen man nicht zu viele auf einmal essen soll.

WarnhinweiseWann du aufpassen solltest

Bitte beachten

  • Kern: roh nicht essen - er enthält Saponine und Gerbstoffe, schmeckt bitter und reizt den Magen.
  • Kleinkinder: Kern immer entfernen, die glatte Frucht am besten zerteilen - sonst Verschluckgefahr.
  • Allergie: Kreuzreaktionen mit Litschi und Longan sind möglich; bei Kribbeln im Mund meiden.
  • Zucker: Dosenware liegt in gezuckertem Sirup - bei Diabetes wie eine Süßspeise rechnen.
  • Schale: nicht mitessen; sie wird nach der Ernte teils behandelt und ist ungenießbar.

Diese Seite informiert und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden bitte abklären lassen.

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QuellenWorauf sich das stützt

  1. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Exotische Früchte: Rambutan - süß-säuerlich und erfrischend fruchtig. Pressemeldung, 2018.
  2. USDA FoodData Central: Rambutan, canned, syrup pack.
  3. Zhang T et al. A review: extraction, phytochemicals, and biological activities of rambutan (Nephelium lappaceum L) peel extract. Heliyon 2022; 8(11): e11314.
  4. Chai KF et al. Characteristics of fat, and saponin and tannin contents of 11 varieties of rambutan (Nephelium lappaceum L.) seed. International Journal of Food Properties 2018; 21: 1091 ff.
  5. Isenberg SL et al. Quantification of toxins in soapberry (Sapindaceae) arils: hypoglycin A and methylenecyclopropylglycine. Journal of Agricultural and Food Chemistry 2016; 64(27): 5607–5613.