OriginDas Gras, das nach Zitrone schmeckt

Zitronengras ist kein Kraut, sondern ein Gras - ein meterhoher Horst aus scharfkantigen Blättern, dessen Duft in Südostasien zur Küche gehört wie bei uns die Petersilie.
Die Pflanze stammt aus Indien und Südostasien, wo sie seit Jahrhunderten wild wächst und in jedem Garten steht. In Thailand, Vietnam, Indonesien und Sri Lanka ist sie so selbstverständlich, dass kaum jemand sie als Gewürz bezeichnen würde - sie ist einfach Teil des Essens. Nach Europa kam sie spät, erst mit der asiatischen Küche der letzten Jahrzehnte.
Heute wächst Zitronengras in allen Tropen: in Brasilien als „capim-limão“ für den Abendtee, in Westafrika, auf den Kanaren. Angebaut wird es hauptsächlich für das ätherische Öl, das in Seifen und Parfums landet. Für die Küche zählen die dicken, hellen Stängelenden - die grünen Blätter oben sind zäh und taugen nur für Tee.
To useWas Zitronengras für dich tut
Zitronengras ist in Asien und Südamerika das Beruhigungsmittel für Magen und Kopf. Ein Tee aus den Blättern gilt als Mittel gegen Völlegefühl, Krämpfe und Nervosität - das ätherische Öl mit seinem Hauptstoff Citral entspannt die glatte Muskulatur und hat im Labor eine leicht dämpfende Wirkung gezeigt.
Citral wirkt außerdem gegen Bakterien und Pilze, weshalb Zitronengrasöl in der Kosmetik und in der Volksmedizin gegen Hautunreinheiten und Fußpilz eingesetzt wird. Auch als Mückenabwehr taugt es - wenn auch weniger stark als die verwandte Citronella.
Größere Studien am Menschen gibt es kaum; die meisten Belege kommen aus dem Reagenzglas und aus der Tradition. Ehrlich gesagt ist Zitronengras vor allem eines: ein Weg, Gerichte frisch und leicht zu machen, ohne Salz, Fett oder Säure zu erhöhen - und ein Tee, der abends wirklich beruhigt, weil er warm ist, gut riecht und keinen Koffein hat.
IngredientsDas steckt im Stängel
Citral - eigentlich zwei Stoffe, Geranial und Neral - macht den Großteil des ätherischen Öls aus und liefert den Zitronenduft. Anders als in der Zitrone kommt er ohne Säure, deshalb schmeckt Zitronengras frisch, aber nie sauer. Daneben stehen Myrcen (harzig, leicht dämpfend) und Geraniol (rosig, blumig).
Dazu Flavonoide wie Luteolin und Apigenin, etwas Kalium, Mangan und Folsäure. Der Gehalt an ätherischem Öl liegt bei nur 0,3 bis 0,5 Prozent - deshalb muss man Zitronengras anquetschen und mitkochen, damit überhaupt etwas ins Essen kommt.
Enhanced combinationsWas Zitronengras stärker macht
Zitronengras ist eine leise Zutat. Es braucht Partner, die es tragen - und Fett, in dem sich sein Öl lösen kann.
Die Basis von Tom Kha und Tom Yum. Galgant bringt Schärfe, Kaffirlimette Zitrusbitterkeit, Zitronengras die Frische - ohne die drei gibt es keine thailändische Suppe.
Das Öl ist fettlöslich. In Kokosmilch geköchelt gibt Zitronengras alles ab, in Wasser fast nichts. Deshalb ist Curry sein natürlicher Ort.
Ingwer und Zitronengras sind botanisch nicht verwandt, ergänzen sich aber wie Zitrone und Schärfe - in Marinaden, Suppen und im Tee gegen Verkühlung.
Was dem Zitronengras fehlt, bringt die Limette: Säure. Fischsauce steuert die Tiefe bei. Das Dreieck aus frisch, sauer und salzig ist die Grundgrammatik der Thai-Küche.
Für Salate, Sommerrollen und Dressings: drei frische Kräuter, die zusammen leichter schmecken als jedes für sich.
Im Abendtee: drei mild entspannende Pflanzen, kein Koffein, ein Duft, der den Tag beendet.
What contradicts itselfIt's best to avoid these combinations.
Die mediterranen Harzkräuter überdecken das feine Citral - zwei Welten, die nebeneinander stehen, aber nicht zusammen.
Zimt, Nelke, Piment, dunkle Saucen - dort wirkt Zitronengras wie ein Fremdkörper.
Die Fasern sind holzig und bleiben zwischen den Zähnen. Anklopfen, in Stücken mitkochen, herausnehmen - oder sehr fein in die Currypaste mörsern.
Sie sind zäh und schneiden scharf. Blätter nur für Tee, Stängelenden fürs Essen.
Zitronengrasöl ist konzentriert und reizt Magen und Schleimhäute. Tee und Küche ja, Öl nur äußerlich und verdünnt.
Für Citral in hohen Dosen gibt es Hinweise auf wehenfördernde Wirkung. Tee in Küchenmenge ist unbedenklich, Öl und Kapseln nicht.
To which courtWhere it belongs
- Tom Kha GaiZwei Stängel angeklopft in Kokosmilch mit Galgant und Kaffirlimette köcheln, Huhn und Pilze dazu - die Suppe, die jeder zuerst bestellt.
- Tom YumDie scharf-saure Schwester: mit Chili, Limettensaft, Garnelen und Paradeiser. Zitronengras trägt den Duft.
- Grüne & rote CurrypasteFein geschnitten mit Chili, Schalotte, Knoblauch, Galgant und Korianderwurzel gemörsert - der Anfang jedes Thai-Currys.
- Hähnchen-MarinadeZitronengras, Knoblauch, Fischsauce, Limette, etwas Zucker - über Nacht ziehen lassen, dann grillen.
- Vietnamesische SommerrollenReisnudeln, Salat, Minze, Koriander und in Zitronengras marinierte Garnelen - mit Erdnusssauce.
- Fisch aus dem OfenEin ganzer Fisch, gefüllt mit angeklopftem Zitronengras, Ingwer und Limettenscheiben.
- riceEin Stängel im Reiswasser mitkochen - der Reis duftet, ohne zu schmecken.
- Sirup & LimonadeZitronengras mit Zucker und Wasser aufkochen, ziehen lassen - die Basis für Limonade, Cocktails und Eis.
- teaDie grünen Blätter, frisch oder getrocknet, mit Ingwer aufgegossen - heiß oder kalt.
- dessertIn Kokos-Panna-cotta oder Mango-Sorbet: Zitronengras in der warmen Milch ziehen lassen, dann abseihen.
As a home remedyZitronengrastee am Abend
Zitronengrastee
- Einen frischen Stängel oder zwei Teelöffel getrocknete Blätter grob schneiden und anquetschen.
- Mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, 8 bis 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen.
- Strain, adding a slice of ginger or a little honey if desired.
- Warm trinken - nach dem Essen bei Völlegefühl oder eine Stunde vor dem Schlafen.
Völlegefühl, leichte Bauchkrämpfe, Unruhe am Abend. In Brasilien ist „chá de capim-limão“ das Standardgetränk vor dem Schlafen, in Westafrika der Tee bei Verkühlung.
Ein bis zwei Tassen am Tag. Der Tee enthält kein Koffein und kaum Gerbstoffe - man kann ihn auch Kindern geben. Das ätherische Öl aus der Flasche gehört nicht in die Tasse.
Ayurveda & TCMWhat the old systems say
Ayurveda
As Bhustrina ein kühlendes, leicht bitteres Kraut, das Pitta beruhigt und Kapha bewegt: bei Fieber, Verkühlung und Verdauungsbeschwerden als Tee, äußerlich als Öl gegen Gelenkschmerzen.
Traditional Chinese Medicine
Kein Teil der klassischen Materia Medica - Zitronengras spielt in der chinesischen Medizin kaum eine Rolle. In der südostasiatischen Volksheilkunde (Thailand, Vietnam) ist es dagegen fest verankert: gegen Fieber, Magenkrämpfe und als „Reinigungstee“.
Warning noticesWhen you should be careful
Please note
- Essential oil: nie innerlich, äußerlich immer verdünnt. Citral kann die Haut reizen und sensibilisieren.
- Pregnancy: Tee in Küchenmenge ja, Öl und hochdosierte Präparate nein.
- Allergy: wer auf Citral in Kosmetika reagiert, sollte auch beim Tee vorsichtig sein.
- Scharfe Blätter: die Blattränder schneiden - beim Ernten Handschuhe tragen.
- Confusion: Citronella (Cymbopogon nardus) ist das Mückenöl und nicht zum Verzehr gedacht.
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SourcesWhat is this based on?
- Shah G et al. Scientific basis for the therapeutic use of Cymbopogon citratus, Stapf (Lemon grass). Journal of Advanced Pharmaceutical Technology & Research 2011; 2(1): 3–8.
- Ekpenyong CE, Akpan E, Nyoh A. Ethnopharmacology, phytochemistry, and biological activities of Cymbopogon citratus (DC.) Stapf extracts. Chinese Journal of Natural Medicines 2015; 13(5): 321–337.
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Stellungnahmen zu Citral und Duftstoffallergien.
- Gernot Katzer's Spice Pages: Entry Lemongrass - Botanik und Küchenverwendung.
- USDA FoodData Central: Lemon grass (citronella), raw.


